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Corona-Krise in den USA

Bleichmittel gegen Corona: Joe Biden spottet über Donald Trump

  • VonMirko Schmid
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Donald Trump hat öffentlich mit dem Gedanken gespielt, Bleichmittel zur Corona-Desinfektion injizieren zu lassen. Joe Biden verspottet ihn jetzt dafür.

  • Joe Biden nimmt Donald Trump für die Anregung aufs Korn, das Injizieren von Bleichmittel gegen Corona in Betracht zu ziehen.
  • Damit pflegt Biden eine Argumentationslinie, die er schon im Wahlkampf zur US Wahl 2020 erfolgreich genutzt hatte.
  • Alle Informationen rund um den 46. Präsidenten der USA finden Sie in den Biden-News, alle zu seinem Amtsvorgänger in den Trump-News.

Washington D.C. – Als Donald Trump im Juli 2020 im Rahmen einer Pressekonferenz anklingen ließ, dass die Injektion von Bleichmitteln eine desinfizierende Wirkung gegen Corona haben könnte, reagierte die als Expertin anwesende Immunologin Dr. Deborah Birx mit einem gefrorenen Grinsen und einem Blick zu Boden.

Weltweit schlugen Medizinerinnen und Mediziner die Hände über dem Kopf zusammen. Paul Hunter, Professor der Medizin an der University of East Anglia (Norwich, Großbritannien) sagte in einem TV-Interview: „Uns schauen Kinder zu, also muss ich aufpassen, was ich dazu sage.“

Bleichmittel gegen Corona? Joe Biden spottet über Donald Trump und Impfgegner:innen

Bleichmittel gegen Coronavirus – Fachleute warnen davor, den Rat von Donald Trump zu befolgen

Dr. Diane P. Calello, Medizinische Direktorin des New Jersey Poison Information and Education System, warnte eindringlich: „Das Injizieren von Bleichmittel oder hochkonzentriertem Alkohol „verursacht massive Organschäden und die Blutzellen im Körper platzen im Grunde genommen. Das kann definitiv zum Tod führen“. Die Hersteller der Bleichmittel Clorox und Lysol sahen sich gezwungen, ihre Kundschaft zu ermahnen, ihre Produkte nicht zu injizieren oder anderweitig einzunehmen.

Und die Toxikologie der Harvard University twitterte: „Bitte injizieren Sie kein Bleichmittel und trinken Sie kein Desinfektionsmittel. Bleichinjektionen können eine Hämolyse und Leberschäden verursachen. Viele Desinfektionsmittel können darüber hinaus gefährliche Verbrennungen oder Blutungen im Magen verursachen.“ Der Tweet endet mit einem Seitenhieb auf Donald Trump: „Dieser Tweet IST ein medizinischer Rat.“

Joe Biden spottet über Donald Trump – der will es gar nicht so gemeint haben

Die verheerenden Reaktionen setzten beim damaligen US-Präsidenten einen bekannten Reflex frei: Donald Trump wollte es auf einmal ganz anders gemeint haben. Seine Aussage, wonach er „sehe“, wie ein Desinfektionsmittel das Virus innerhalb von einer Minute „ausschalten“ könne, sei rein sarkastisch gemeint gewesen, ließ der Republikaner seine damalige Pressesprecherin Kayleigh McEnany verkünden, die die Schuld angesprochen auf das Zitat ihres Chefs der Presse zuschieben wollte: „Überlassen Sie es den Medien, Präsident Trumps Zitate verantwortungslos aus dem Zusammenhang zu reißen und damit negative Schlagzeilen zu produzieren.“

Doch Trumps Worte waren in der Welt und mit ihnen der damit einhergehende Spott. Diesem hatte sich bereits im Wahlkampf immer wieder Joe Biden angeschlossen, wenn es darum ging, die Unfähigkeit des damaligen Präsidenten im Umgang mit der Bekämpfung der Pandemie zu verbildlichen. Im Laufe des zweiten TV-Duells griff Biden Donald Trump direkt an, nachdem dieser sich selbst für Erfolge im Kampf gegen das Coronavirus gelobt hatte: „Das ist derselbe Mann, der behauptet hat, dass das alles bis Ostern von selbst vorübergeht“, erinnerte Biden. „Und nebenbei bemerkt können Sie sich ja einfach Bleichmittel in den Arm injizieren, das wird sich dann schon drum kümmern.“

Bleichmittel gegen Corona: Joe Biden antwortet Impfgegner:innen mit Zitat von Donald Trump

Donald Trump berief sich seinerzeit auf die Exit-Strategie seiner Pressesprecherin McEnany und warf Joe Biden wütend entgegen: „Das war sarkastisch gemeint und das weißt du auch. Das war sarkastisch!“ Nun, eine Abwahl des ehemaligen und Amtseinführung des aktuellen US-Präsidenten später, möchte sich Biden weitere Anspielungen auf Trumps „sarkastischen“ Vorschlag weiterhin nicht verkneifen.

Impfgegnerin in den USA: Gegen Tests und Impfungen.

Angesprochen auf Impfgegnerinnen und Impfgegner, die sich weigern, sich die inzwischen auf dem Markt befindlichen Impfstoffe injizieren zu lassen, sagt der 46. US-Präsident: „Ich denke, es wächst das Bewusstsein, dass das Injizieren von Bleichmittel eine Impfung nicht ersetzt.“ Joe Biden fügt hinzu: „Ich meine das ernst. Schauen Sie sich nur all diese lächerlichen Dinge an, die von Impfgegnern online noch immer behauptet werden. All diese Geschichten, die einfach nicht wahr sind.“

Die Szene der Impfgegner:innen in den USA wächst, Joe Biden warnt

Unterdessen formt sich in den USA eine Allianz der Impfstoffgegnerinnen und Impfstoffgegner vor allem aus dem äußersten rechten Lager der Nation. Von den Anhängerinnen und Anhängern des rechtsextremen QAnon-Kultes bis hin zu eingefleischten Neonazis nutzt die Bewegung vor allem alternative Netzwerke der Sozialen Medien wie „Gab“, um sich zu vernetzen. Dabei liefert die Abneigung gegen das Impfen den kleinsten gemeinsamen Nenner einer Bewegung, die Donald Trump zu größten Teilen noch immer loyal und Joe Biden weiterhin kritisch gegenübersteht. (Mirko Schmid)

Rubriklistenbild: © Doug Mills via www.imago-images.de

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