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US-Politik

Joe Biden lässt Corona-Ursprung untersuchen – China beschuldigt nun USA

  • Lukas Rogalla
    VonLukas Rogalla
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  • Cora Zinn
    Cora Zinn
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US-Präsident Joe Biden beauftragt Geheimdienste, den Ursprung der Corona-Pandemie ausfindig zu machen – und löst eine Welle der Entrüstung in Peking aus.

Update vom Freitag, 28.5.2021, 10.30 Uhr: Joe Biden hat die US-Geheimdienste auf die Aufklärung des Ursprungs von Sars-CoV-2 angesetzt. Dabei soll auch die Theorie geprüft werden, dass das Coronavirus möglicherweise aus einem Labor in China stamme und versehentlich freigesetzt wurde. Regierungsbeamte um Biden weisen den US-Präsidenten allerdings darauf hin, dass eine Untersuchung mehr als die vorgegebenen 90 Tage dauern würde.

China reagiert wütend auf die Pläne des US-Präsidenten. Das chinesische Außenministerium kontert nun mit eigenen Vorwürfen: „Die USA legen keinen Wert auf die Wahrheit“, so Ministeriumssprecher Zhao Lijian. „Sie sind auch nicht an einer ernsthaften, wissenschaftlichen Studie interessiert. Ihr einziges Ziel ist es, die Pandemie für Stigmatisierung und politische Manipulation zu nutzen, um die Schuld weiterzugeben.“ Zhao sprach zudem von Fort Detrick, einem Bio-Labor der US-Armee im Bundesstaat Maryland, das China nun selbst mit dem Ausbruch des Coronavirus in Verbindung bringt.

Eine Studie der WHO im März 2021 hat bereits ergeben, dass die Labor-Theorie „extrem unwahrscheinlich“ sei. Für eine weitere Untersuchung in China gebe es aus Sicht Pekings daher keinen Anlass.

Zhao Lijian, Sprecher des Außenministeriums der Volksrepublik China, weist Vorwürfe der USA bezüglich des Ausbruchs der Corona-Pandemie in einem Labor in Wuhan zurück.

Joe Biden: US-Geheimdienste sollen Ursprung der Corona-Pandemie aufklären

Erstmeldung vom Donnerstag, 27.5.2021: Washington, D.C. - Donald Trump machte als US-Präsident China für die Corona-Pandemie verantwortlich und behauptete, das Virus stamme aus einem Labor in Wuhan. Sein Nachfolger Joe Biden macht nun deutlich, dass US-Stellen dies nicht ausschließen – und möchte die Suche nach Antworten beschleunigen.

US-Präsident Joe Biden hat amerikanische Geheimdienste beauftragt, dem Ursprung der Corona-Pandemie auf den Grund zu gehen. Die bisherigen Untersuchungen hätten verschiedene Einschätzungen ohne abschließende Folgerungen geliefert, hieß es am Mittwoch (26.05.2021, Ortszeit) in einer schriftlichen Stellungnahme Bidens. Daher habe er die Geheimdienste beauftragt, binnen 90 Tagen einen weiteren Bericht vorzulegen.

US-Päsident Joe Biden hält einen Laborunfall in China als Virusverbreitung für möglich

Der Präsident offenbarte, dass das Szenario eines möglichen Laborunfalls in China – ein Vorwurf, den Vorgänger Donald Trump verbreitet hatte – zumindest in Teilen des US-Geheimdienstapparates für möglich gehalten wird. Das Coronavirus war Ende 2019 in der chinesischen Stadt Wuhan erstmals nachgewiesen worden. Seit längerer Zeit kursieren unbelegte Gerüchte, das Coronavirus könne aus einem Labor in Wuhan stammen und womöglich durch einen Unfall freigesetzt worden sein.

Die Regierung von Trumps Nachfolger Biden möchte weitere Untersuchungen zum Ursprung des Virus herausfinden. Biden erklärte, er habe im März einen ersten Geheimdienstbericht zum Ursprung der Pandemie in Auftrag gegeben – inklusive der Frage, ob das Virus durch einen menschlichen Kontakt mit einem infizierten Tier oder durch einen Labor-Unfall aufgekommen sein könnte.

US-Präsident Joe Biden möchte, dass die Geheimdienste den Ursprung der Corona-Pandemie aufklären. (Archivfoto)

Coronavirus: China weist Joe Bidens Vorwürfe zurück – und spricht von einer „Verschwörungstheorie“

Die Chinesen weisen nach wie vor die Vorwürfe vehement zurück. China hatte in den vergangenen Tagen auch einen Bericht des Wall Street Journal dementiert, wonach drei Wissenschaftler des Instituts für Virologie in Wuhan laut US-Geheimdienstinformationen im November 2019 so schwer erkrankten, dass sie im Krankenhaus behandelt werden mussten.

China sprach nach Bidens Ankündigung von einer „Verschwörungstheorie“. „Die Verleumdungskampagne und die Schuldzuweisungen kehren zurück“, sagte ein Sprecher der chinesischen Botschaft in Washington. Des Weiteren unterstütze China eine umfassende Studie aller frühen Covid-19-Fälle weltweit, sagte der Sprecher weiter. Er spielte damit möglicherweise auf unbewiesene Hypothesen aus Peking an, wonach das Virus aus einem Labor des US-Militärs entsprungen und von Teilnehmern der Militärweltspiele im Oktober in Wuhan eingeschleppt worden sein könnte.

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Es fehlt laut US-Präsident Joe Biden noch an Information rund um die Entstehung des Coronavirus

Einen Bericht habe er inzwischen erhalten. Innerhalb des Geheimdienstes gebe es unterschiedliche Einschätzungen dazu. Zwei Geheimdienststellen tendierten zur ersten These, eine andere Geheimdienststelle wiederum zur zweiten. Allerdings fehle es an Informationen, um die Szenarios abschließend zu bewerten. Biden beklagte zudem, dass in den ersten Monaten der Pandemie US-Inspektoren keinen Zugang vor Ort in China bekommen hätten. Das werde „immer jede Untersuchung“ behindern. Somit ist nach wie vor unklar, ob es jemals Antworten auf die Entstehung sowie Verbreitung des Virus geben wird.

Die US-Geheimdienste hatten im April vergangenen Jahres mitgeteilt, sie stimmten „mit dem breiten wissenschaftlichen Konsens überein, dass das Covid-19-Virus nicht von Menschen gemacht oder genetisch verändert wurde“. Sie verwiesen damals aber auch darauf, dass sie weiterhin neue Erkenntnisse prüfen würden.

Coronavirus: Weltgesundheitsorganisation WHO hält These für „extrem unwahrscheinlich“

Auch international gibt es große Bemühungen herauszufinden, wie die verheerende Corona-Pandemie ihren Anfang genommen hat. Die Weltgesundheitsorganisation WHO kam in einer im März vorgelegten Studie zu dem Schluss, dass das Virus außer in Fledermäusen auch in Schuppentieren seinen Ursprung haben könnte. Die Theorie, dass es aus einem Labor entwichen sein könnte, bezeichneten die beteiligten Wissenschaftler dagegen als „extrem unwahrscheinlich“. (czn/dpa)

Rubriklistenbild: © NICHOLAS KAMM/AFP

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