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Ansprache des Präsidenten

Joe Biden will alle Erwachsenen in den USA ab Mai gegen Corona impfen lassen

  • vonMirko Schmid
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Joe Biden hält seine erste Rede an die Bevölkerung der USA seit seinem Amtsantritt als US-Präsident. Er will den Amerikanern Hoffnung geben.

  • Joe Biden wendet sich noch vor seiner ersten Rede als US-Präsident im Kongress an die Bevölkerung der USA.
  • Zur Bekämpfung der Corona-Pandemie will Biden Impfstoff ab Mai für alle Erwachsenen zugänglich machen.
  • Alle Informationen über den 46. Präsidenten der USA finden Sie in den Biden-News.

Update vom Freitag, 12.03.2021, 17.27 Uhr: US-Präsident Joe Biden will die Staffelung nach Impfgruppen in der Corona-Pandemie aufheben und Impfstoffe bis spätestens 1. Mai für alle Erwachsenen in den USA freigeben lassen. Er werde eine entsprechende Anordnung an die Bundesstaaten erlassen, kündigt Biden bei seiner ersten großen Fernsehansprache zur Hauptsendezeit am Donnerstagabend an. Der Präsident ruft die Amerikaner:innen eindringlich dazu auf, sich impfen zu lassen. Jeder müsse seinen Teil dazu beitragen, die Pandemie zu bekämpfen.

USA: Präsident Biden stellt Zusammenkünfte ab Juli in Aussicht

Biden stellt den Amerikaner:innen in Aussicht, zum Unabhängigkeitstag am 4. Juli wieder in kleinen Gruppen zusammenkommen und feiern zu können. Der Präsident fordert seine Landsleute zugleich dazu auf, weiterhin Vorsichtsregeln einzuhalten. Sollte es Rückschläge bei der Bekämpfung der Pandemie geben, könnten Schutzmaßnahmen wieder verschärft werden. „Dieser Kampf ist noch lange nicht vorbei“, warnt Joe Biden.

Biden hatte versprochen, dass in den ersten 100 Tagen seiner Amtszeit 100 Millionen Impfdosen verabreicht würden. Nach rund der Hälfte dieser Zeit wurde laut Angaben des Weißen Hauses bereits die Marke von 81 Millionen Dosen seit Bidens Amtsantritt überschritten.

USA: Präsident Joe Biden hält erste Rede an die Nation - „eine große Chance“

Erstmeldung vom Donnerstag, 11.03.2021, 17.27 Uhr: Washington D.C. - Joe Biden hat sich seit seiner Wahl zum Präsidenten der USA bisher in der Öffentlichkeit rar gemacht und seine Pressesprecherin Jen Psaki auf Nachfrage verlauten lassen, dass ihm seine Arbeit wichtiger sei als die große Bühne. Er wolle zunächst arbeiten und alles dafür tun, seiner Bevölkerung einen Ausweg aus der Corona-Pandemie und den damit verbundenen wirtschaftlichen und persönlichen Verlusten ebnen. Nun plant Biden erstmals, seine politischen Aktionen einer breiten Öffentlichkeit an den Empfangsgeräten selbst zu erklären.

Joe Biden möchte den Amerikaner:innen im Rahmen seiner ersten Rede an die Nation Mut machen.

Joe Biden: Rede an die Nation wird mit Spannung erwartet - Corona im Mittelpunkt

Anlässlich eines von Verlusten und Schwierigkeiten geprägten Jahres in den USA will US-Präsident Joe Biden seine erste Ansprache zur Hauptsendezeit seit seinem Amtsantritt dazu nutzen, die „nächsten Phase“ des „Kampfes“ gegen die tödliche Corona-Pandemie, die in den USA inzwischen für den Verlust von mehr als einer halben Million Menschenleben verantwortlich ist, auszurufen und ein Gefühl der Hoffnung zu vermitteln.

Im Vorfeld seiner mit Spannung erwarteten Rede hat Joe Biden laut des „Independent“ anklingen lassen, dass er darüber sprechen wolle, „was wir als Nation im vergangenen Jahr durchgemacht haben, aber was noch wichtiger ist, ich werde darüber sprechen, was als Nächstes kommt.“ Es wird erwartet, dass es der Demokrat als seine Verantwortung sieht, die Opfer anzusprechen, welche die Bevölkerung im letzten Jahr erbracht hat und seine Mitmenschen dazu zu ermutigen, trotz Pandemiemüdigkeit und wachsender Ungeduld diszipliniert zu bleiben, bis genügend Amerikaner:innen gegen das Coronavirus geimpft sind.

Vor rund einem Jahr hatte die Weltgesundheitsorganisation WHO die weltweite Welle an Neuinfektionen mit Corona zur Pandemie ausgerufen. In den US-Medien wird davon ausgegangen, dass Joe Biden diesen traurigen Jahrestag dazu nutzen wird, gemeinsam mit seinen Landsleuten die Toten zu betrauern und ihnen gleichzeitig Optimismus für die Zukunft zu vermitteln. So sieht es auch Douglas Brinkley, Präsidentschaftshistoriker und Professor der Rice University: „Dies ist eine große Chance für ihn, sich sprichwörtlich in den Wohnzimmern aller sowohl der Trauernde zu sein, als auch der, der dem Land erklärt, wie er es aus dieser Situation herausführen will.“

„Joe Biden muss das Herz und den Verstand der Nation gewinnen“

„Dies ist ein großer Moment“, fügt Brinkley hinzu. „Joe Biden muss das Herz und den Verstand der Nation gewinnen, damit die Menschen sich impfen lassen und weiter Maske tragen, aber auch erkennen, dass die Regierung Sie nach dem letzten Jahr nicht vergessen hat.“ Am Montag (8. März 2021) veröffentlichten die Zentren für die Kontrolle und Prävention von Krankheiten in den USA erste Leitlinien, wie geimpfte Menschen einige alltägliche Aktivitäten wieder aufnehmen könnten. Zwei Tage später genehmigte der US-Kongress Bidens „American Rescue Plan“ in Höhe von 1,9 Billionen US-Dollar, mit dem die wirtschaftlichen Auswirkungen des Virus gemindert werden sollen. Und für Donnerstag (11. März 2021) ist die Verabreichung der 100-millionsten Impfstoffdosis in den USA angepeilt.

In diesem Sinne kündigt Joe Biden die Stoßrichtung seiner geplanten Rede an: „Ich werde die nächste Phase unserer Antwort auf das Coronavirus einleiten und erklären, was wir als Regierung tun und was wir vom amerikanischen Volk verlangen werden. Am Ende dieses dunklen Tunnels des vergangenen Jahres wartet Licht. Es gibt echten Grund zur Hoffnung.“ Rund ein Jahr ist es her, seit Donald Trump die USA an gleicher Stelle zwar zu mehr Hygiene aufrief, die wahre Gefahr der tödlichen Pandemie allerdings heruntergespielt hatte, wie er später gegenüber dem Enthüllungsjournalisten Bob Woodward zugab.

Joe Biden erreicht hohe Zustimmunsgwerte für seine Corona-Politik

Laut Julian Zelizer, Geschichtsprofessor und Präsidentschaftsforscher an der Princeton-Universität in New Jersey, gilt es für Joe Biden, „nach der Zeit der alternativen Realität von Donald Trump die richtige Mischung aus Trauer und Optimismus“ zu finden. Er rät dem Präsidenten dringend dazu, keine früh- und vorzeitige Entwarnung zu geben, nur um die Gemüter seiner Landsleute zu beruhigen: „Im Allgemeinen mag dieses Land Optimismus, gerade in diesem besonderen Moment sind sie verzweifelt danach. Aber Biden darf keinen ‚Mission erfüllt‘-Moment riskieren.“

Bisher macht Joe Biden bei der Bekämpfung der Corona-Pandemie eine gute Figur. Laut einer aktuellen Umfrage des Associated Press-NORC-Zentrums für öffentliche Angelegenheiten unterstützen 70% der Amerikaner:innen Bidens Umgang mit der Krise, sogar 44% der den Republikanern zugewandten Befragten stimmten dem zu. Zu einer noch größeren Zustimmung für den US-Präsidenten könnte das großzügige Hilfspaket beitragen, das in den nächsten Tagen dazu führen soll, dass es den Menschen im Land wirtschaftlich wieder besser geht. Zelizer ist sich sicher: „Alles, was Biden tut, ist darauf ausgerichtet, nach den letzten vier Jahren wieder Normalität herzustellen.“ (Mirko Schmid)

Rubriklistenbild: © ALEX WONG/AFP

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