Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Ölbohrungen in Alaska.
+
US-Präsident Joe Biden hat die umstrittenen Bohrungen nach Öl in einem Naturschutzgebiet in Alaska eingefroren.

Klimawandel

Joe Biden friert Donald Trumps Öl-Projekt in Alaska ein

  • Alexander Seipp
    VonAlexander Seipp
    schließen
  • Sandra Kathe
    Sandra Kathe
    schließen

Die US-Regierung von Joe Biden legt ein umstrittenes Ölgewinnungs-Projekt in Alaska auf Eis, das Amtsvorgänger Donald Trump bewilligt hatte.

Update vom Mittwoch, 02.06.2021, 9.00 Uhr: Die US-Regierung von Joe Biden hat alle Aktivitäten zur Erdölförderung in einem Naturschutzgebiet in Alaska suspendiert. Das Innenministerium teilte am Dienstag mit, das die Lizenz des umstrittenen Projektes eingefroren worden sei. Darüber seien die Lizenzinhaber auch schon informiert worden.

Bidens Vorgänger Donald Trump hatte die Ölförder-Aktivitäten im Arctic National Wildlife Refuge genehmigt. Joe Biden hatte bereits im Wahlkampf erklärt, dass er gegen die Erdöl- und Erdgasbohrungen in der Region sei. Die Entscheidung hat jedoch nur vorläufigen Charakter: Wie das Ministerium mitteilt, soll eine umfassende Prüfung der ökologischen Aspekte stattfinden. Im Anschluss soll entschieden werden, ob die Lizenzen bekräftigt, annulliert oder mit Einschränkungen verknüpft werden.

Joe Biden setzt Donald Trumps Öl-Projekt in Alaska fort

Erstmeldung vom Freitag, 28.05.2021: Washington D.C. – Am nördlichsten Punkt der USA soll in Alaska unter dem Namen „Willow Project“ eine neue Anlage zur Gewinnung von Öl entstehen. Umweltschützer hatten noch Anfang dieses Jahres gegen das unter Ex-US-Präsident Donald Trump bewilligte Projekt Einspruch eingelegt. Nun kommt die ernüchternde Antwort der neuen Regierung von Joe Biden: Die Baufirma, die hinter dem milliardenschweren Projekt steht, habe das Recht, das Gelände zur Ölgewinnung zu entwickeln.

Bei dem Projekt geht es laut New York Times um eine Gewinnung von 100.000 Barrel Öl (etwa 16 Millionen Liter) pro Tag für die nächsten 30 Jahre, was Umweltschützer lautstark kritisiert hatten. Sie sahen dadurch nicht nur schützenswerte Tier- und Pflanzenarten an der Küste zum Nordpolarmeer in Gefahr, sondern auch die Bemühungen, gegen den Klimawandel vorzugehen. Mitte Mai hatte die Internationale Energieagentur noch gewarnt, dass das Zwei-Grad-Ziel nur eingehalten werden könne, wenn die Nutzung fossiler Energiequellen reduziert würde und keine neuen Großprojekte entstünden.

Umweltschutz in den USA: Alaska stellt Joe Biden vor Herausforderungen

Gerade weil die neue US-Regierung immer wieder betonte, neue Wege in Sachen Klimawandel und Umweltschutz einschlagen zu wollen, ist ihre Entscheidung, in Alaska nicht einzugreifen, ein schwerer Schlag für die Gegner des von Donald Trump unterstützten Projekts. Die Geschäftsführerin der Umweltorganisation des Staats (Alaska Wilderness League) Kristen Miller betonte, dass das im „Willow Project“ gewonnene Öl bei seiner Verbrennung fast 260 Millionen Tonnen zur weltweiten CO2-Emission beitragen würde, das entspräche etwa der Gesamtmenge von 66 Kohlekraftwerken. „Das Projekt sorgt aber nicht nur selbst für langwierige Klimaschäden, sondern schafft auch noch die Infrastruktur für weitere Emissionen“, zitiert die New York Times die Chefin der Umweltorganisation.

Weil Alaska laut Berichten der US-Klimabehörde NCA sich in den vergangenen 60 Jahren doppelt so stark erwärmt hat wie der Rest der USA, muss die Betreiberfirma der neuen Ölgewinnungs-Anlage Kühlelemente im schmelzenden Permafrost-Boden des Baulands einplanen.

Trump-Entscheidung sei zulässig: Biden-Regierung knickt bei umstrittenem Ölprojekt ein

Projekte wie dieses setzen Joe Biden in der angespannten politischen Lage der USA derzeit heftig unter Druck. Weil der US-Präsident das Ziel formuliert hat, bis 2030 mindestens die Hälfte aller fossiler Energiequellen durch erneuerbare Energiegewinnunsanlagen wie Solar- oder Windanlagen zu ersetzen, schlägt ihm eine Menge Widerstand entgegen. Und auch in diesem Fall standen etliche Offizielle in Alaska hinter dem Projekt – Gewerkschaften, die Regierung des Bundesstaats und auch die moderate republikanische Senatorin Lisa Murkowski, auf deren Stimme die Demokraten des US-Präsidenten im Senat mit seiner knappen Mehrheit angewiesen sind.

In der Stellungnahme des Innenministeriums heißt es darum, die Entscheidung der Trump-Regierung, das Gebiet in Alaska zur Ölgewinnung freizugeben, basiere auf den geltenden Umweltgesetzen und die Beschwerde der Umweltschützer sei nicht in der vorgesehenen Frist eingegangen. Dazu, wie die Entscheidung zur Position der Biden-Regierung zu Umwelt-Themen passe, geht die Stellungnahme laut New York Times nicht ein, betont aber, dass bei den Entwicklungsplänen die Lebensräume von Fischarten, Rentieren und Eisbären berücksichtigt worden seien. (Sandra Kathe/als)

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare