Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Biden
+
US-Präsident Joe Biden. (Archivfoto)

Gedenktag

Biden „benutzt Tote als politische Requisite”: US-Präsident bei 9/11-Gedenkfeier unerwünscht

  • VonNadja Austel
    schließen

Zum Gedenktag des Terroranschlags 9/11 in den USA ist das Land in diesem Jahr nicht in Trauer vereint. Präsident Biden trifft scharfe Kritik.

New York – Diesen Samstag (11.09.2021) jährt sich der Anschlag auf das World Trade Center (WTC) 2001 zum 20. Mal. In den USA plant Präsident Joe Biden aus diesem Anlass, die Orte des Geschehens zu besuchen. Dazu gehört auch der Platz Ground Zero in New York, an dem die zwei Türme des Handelszentrums gestanden hatten. 

Nic Haros, Sohn eines der Opfer des Terrorangriffs von 9/11, berichtet in einem Interview des Senders Fox News von der bewegenden Geschichte seiner Familie. Haros Vater habe bei der Grundsteinlegung des WTC mitgewirkt, seine Mutter, die als Empfangsdame im Südturm des Centers arbeitete, befand sich bei dessen Niedergang im Gebäude.

Mit Nachdruck wendet er sich nach dieser Ausführung auf Fox News an Präsident Joe Biden: „Ich fordere, dass Präsident Joe Biden es nicht wagt, sich auf Ground Zero zu zeigen. Es ist jetzt heiliger Boden und ich glaube wirklich, dass er dort nicht hingehört.”

Biden mache sich „mitschuldig an kommendem Genozid von Amerikanern und Afghanen”

Nachdem 13 amerikanische Soldaten im Zuge des Truppenabzugs aus Afghanistan ums Leben gekommen waren, wurde Biden für die Durchführung des Abzugs scharf kritisiert. Seine Kritiker:innen – darunter auch Nic Haros – fordern die Offenlegung staatlicher Dokumente, die eine Verbindung der USA zu Saudi-Arabien im Zusammenhang mit den Anschlägen belegen könnten. Um die Wogen vor den Trauerfeiern zu glätten, hatte Präsident Joe Biden zumindest die Einsicht in einige der Geheimakten innerhalb der nächsten Monate in Aussicht gestellt.

Haros macht indes Biden nicht nur für den Tod der 13 gefallenen Soldaten verantwortlich. In der 6-minütigen Sendezeit, die Fox News ihm widmete, sagte er: „Es ist doch schändlich von ihm, die Gefallenen als politische Requisite zu benutzen.” Und weiter: „Es geht nicht nur um die 13 Getöteten oder die tausenden von Amerikanern und Afghanistan-Unterstützer, die dem Tode überlassen werden. Ich glaube, er macht sich mitschuldig an einem kommenden Genozid von Amerikanern und Afghanen.” Die Moderatoren nicken und schweigen.

USA: Times und Washington Post im Einklang mit Fox News gegen Biden?

In Anbetracht dieser Worte bleibt abzuwarten, wie die Trauerfeiern im Land am Samstag verlaufen werden. Denn nicht nur Fox News, ein Sender, der mit lauten rechtspopulistischen Tönen regelmäßig für Aufruhr sorgt, sondern auch die Portale der Zeitungen New York Times und Washington Post veröffentlichen im Vorfeld des Gedenktages Kommentare, die sich ungewöhnlich harsch gegen Biden wenden.

Der Titel der Times sieht bereits „eine weitere Präsidentschaft versagen”, und rechnet im Kommentar mit dem Versagen des Landes auf ganzer Linie ab: Das Land habe versagt, es habe zuerst einen Demagogen ins Weiße Haus gelassen, konnte einen Mob nicht daran hindern, das Kapitol zu stürmen, könnte den Krieg gegen einen technologisch unterlegenen Feind nicht gewinnen und schaffe es nicht, eine Krankheit zu besiegen, für die es wirksame Impfungen gibt. 

Joe Biden hätte der Mann der Stunde sein sollen, so der Kommentar in der Times weiter, eine beruhigende Präsenz, die Anständigkeit, Mäßigung und Vertrauen ausstrahlt. In all dem sieht sich der Kommentator enttäuscht.

USA Gedenktag 9/11: Biden von allen Seiten in der Kritik

Die Washington Post titelt: „Biden hat kein Recht darauf, am 11. September Fuß auf Ground Zero zu setzen”. Normalerweise repräsentiere der Präsident das gesamte amerikanische Volk an solchen Tagen der Trauer. Doch diesmal sei das anders. Biden sei derjenige, der sich Amerikas Feinden von 9/11 unterworfen habe. Und nicht nur das, er habe es auch noch unehrenhaft getan, indem er Amerikaner und afghanische Verbündete im Stich gelassen habe.

Der Kommentator der Times fordert als einzig mögliche Strategie den Rücktritt des Verteidigungsministers Anthony Blinken. Biden müsse die Schwere seiner Fehler öffentlich anerkennen, um die Regierung der Demokraten zu rehabilitieren. (Nadja Austel)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare