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Reif für die Rente? Was Bidens 80. Geburtstag mit der nächsten Wahl zu tun hat

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Von: Sandra Kathe

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Ein erstaunlich gutes Ergebnis bei den Midterms macht den US-Demokraten Hoffnung. Und doch wird diskutiert, ob Biden nicht langsam an die Rente denken sollte.

Washington – Am kommenden Sonntag, 20. November, feiert der amtierende US-Präsident Joe Biden runden Geburtstag und wird damit zum ersten Mann über 80, der je die Vereinigten Staaten regiert hat. Das ruft nicht nur seine Gegner:innen mit der Frage auf den Plan, ob der erneute Antritt bei den Präsidentschaftswahlen 2024 für Biden wirklich eine gute Idee ist.

Dabei stünden die Voraussetzungen gar nicht mal so schlecht: Die gefürchteten Midterms am vergangenen Dienstag, 8. November, liefen für die Demokraten – die Partei, der Biden seit über 50 Jahren angehört – durchaus besser als erwartet, der große Aufwind für die Republikaner und vor allem den abgewählten US-Präsidenten Donald Trump ist ausgeblieben. Und einige Parteifreund:innen haben sogar bereits signalisiert, dass sie auch den über-80-jährigen Joe Biden als Präsidentschaftskandidat unterstützen würden.

Ist ein Mann mit 80 zu alt zum regieren? Nach überraschend guten Zwischenwahl-Ergebnissen für die Demokraten steht US-Präsident Biden vor einer Entscheidung.
Ist ein Mann mit 80 zu alt zum regieren? Nach überraschend guten Zwischenwahl-Ergebnissen für die Demokraten steht US-Präsident Biden vor einer Entscheidung. © Saul Loeb/AFP

Tritt Biden 2024 erneut zur Wahl an: Unterstützung und Kritik

Eine der prominentesten Biden-Unterstützer:innen der letzten Tage war die demokratische Parlamentarierin Nancy Pelosi, Sprecherin der Demokrat:innen im Repräsentantenhaus, die im Interview mit dem Fernsehsender ABC vor einem Wiederantritt Donald Trumps warnte und Biden gleichzeitig ihre Loyalität aussprach. Biden sei ein „großartiger Präsident für unser Land“, der „viel erreicht“ hätte, betonte Pelosi und betonte, hob vor allem Bidens Bereitschaft hervor, sich für Klimaschutz und Nachhaltigkeit einzusetzen.

Lauter sind aber bereits seit Monaten all jene, die eine erneute Biden-Kandidatur für keine gute Idee halten. Bereits im Juli ergab eine Umfrage der New York Times, dass 64 Prozent der demokratischen Wähler:innen es vorziehen würden, wenn Biden einem jüngeren Kandidaten oder einer jüngeren Kandidatin Platz macht. Als mögliche Nachfolger handeln diverse Medienberichte neben Vizepräsidentin Kamala Harris auch die wiedergewählte Gouverneurin von Michigan Gretchen Whitmer, den kalifornischen Gouverneur Gavin Newsom oder Bidens erst 40-jährigen Verkehrsminister Pete Buttigieg.

Mögliche zweite Amtszeit für Biden: Fitness und Vergesslichkeit

Zur Begründung ziehen Bidens Kritiker:innen auch immer wieder Situationen heran, in denen Bidens Alter vermeintlich in Form von Vergesslichkeit oder Schusseligkeit sichtbar wird. So berichtet etwa die Washington Post von einem Treffen im Weißen Haus, bei dem Biden sichtlich überrascht über die Abwesenheit einer republikanischen Parlamentarierin war, die wenige Wochen zuvor bei einem Autounfall ums Leben gekommen war. Sein Arzt Kevin O‘Connor bescheinigt dem sportlichen Biden jedoch regelmäßig, fit fürs Amt zu sein.

Biden selbst hat sich bereits mehrfach zu einem potenziellen Antritt zur Wiederwahl geäußert und immer wieder Bereitschaft signalisiert, auch mit 82 erneut den Amtseid als Präsident zu leisten. Nach den Midterms kündigte er an, Anfang 2023 eine Entscheidung über seine Kandidatur bekannt zu geben, um das Thema über die Feiertage mit der Familie zu besprechen. (ska)

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