Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

„Nur 100 Tage“

Joe Biden fordert: US-Bürger sollen 100 Tage Maske tragen - dann stichelt er gegen Trump

  • Nico Scheck
    vonNico Scheck
    schließen

Joe Biden will alle US-Bürger dazu auffordern, 100 Tage eine Maske zu tragen. Im Doppel-Interview mit Kamala Harris stichelt er auch gegen Donald Trump.

  • Neu-US-Präsident Joe Biden und seine Vizepräsidentin Kamala Harris haben ihr erstes gemeinsames Interview seit der US-Wahl 2020 gegeben.
  • Biden will zu seinem Amtsantritt alle US-Bürger dazu auffordern, 100 Tage eine Maske zu tragen.
  • Bekam auch sein Fett weg: Donald Trump.

Washington - Das seit der US-Wahl erste gemeinsame Interview des künftigen US-Präsidenten Joe Biden und seiner Vizepräsidentin Kamala Harris hatte es in sich. Hatte sich Biden zuletzt noch am Fuß verletzt, blieb sich der Bezwinger des Donald Trump im Interview mit CNN seiner Linie treu: ein konsequenter Kampf gegen die Corona-Pandemie.

Joe Biden: US-Bürger sollen „100 Tage eine Maske tragen“

Und so schickte der ab 20. Januar mächtigste Mann der Welt gleich mal einen Appell an alle US-Bürger: „Ich bitte die Menschen, 100 Tage eine Maske zu tragen. Nicht für immer, nur 100 Tage.“

Dazu passend werde er anordnen, dass der Mundschutz in Gebäuden von Bundesbehörden sowie in Verkehrsmitteln wie Flugzeugen getragen werden muss. Zur Einordnung: Der US-Präsident kann das Tragen von Masken nur in bestimmten Situationen anordnen, solche Entscheidungen liegen größtenteils bei den einzelnen Bundesstaaten.

Joe Biden will bei seinem Amtsantritt im Januar alle US-Bürger dazu auffordern, 100 Tage eine Maske zu tragen.

Joe Biden mit Masken-Appell - Corona-Experte Anthony Fauci soll dabei helfen

Biden betonte bei CNN, dass man mit Masken und einem Impfstoff die derzeit hohen Corona-Neuinfektionen in den USA wieder erheblich senken könne. Um dieses Ziel schnell zu erreichen, soll außerdem Immunologe Anthony Fauci als Chefberater für medizinische Fragen fungieren. Unter Trump hatte der renommierte Corona-Experte zuletzt einen schweren Stand.

Und Harris? Sie ließ durchblicken, wie sehr ihr das Thema Klimawandel am Herzen liegt. Die Warnung der ersten Vizepräsidentin hatte was von Endzeitstimmung, als sie erklärte, dass „die Uhr tickt“.

Für die gemeinsamen Ziele wollen Biden und Harris als Einheit funktionieren. Das betonten beide immer wieder. So wie mit Barack Obama, zog Biden den Vergleich und Harris präzisierte: „Er will, dass ich die erste und letzte im Raum bin.“

Biden und Harris sticheln gegen Donald Trump: „Ich werde nicht sagen...“

Die eine oder andere Spitze in Richtung Noch-Präsident Trump konnte sich das Sieger-Duo der US-Wahl 2020 dann aber doch nicht verkneifen. Man wolle die Würde und Verlässlichkeit der Regierung wieder herstellen, lautete ein Satz. Ein anderer, viel wichtigerer Satz war: „Ich werde nicht sagen: Los, ermitteln Sie gegen A, B oder C.“ Mit diesen Worten versicherte Biden die Unabhängigkeit des künftigen US-Justizministeriums.

Es sei nicht sein Justizministerium, denn: „Es ist das Justizministerium des Volkes. Die Personen, die ich auswähle, dieses Ministerium zu führen, werden Leute sein, die unabhängig darüber entscheiden können, wer strafrechtlich verfolgt wird und wer nicht.“ Damit spielte er auf die Vorwürfe gegen Trump an, die Justiz gerne mal zum eigenen Vorteil zu nutzen. So hatte der US-Präsident Druck auf Justizminister William Barr ausgeübt, weil dieser einen Betrug bei der US-Wahl entschieden verneint hatte.

Trumps Twitter-Regentschaft ist vorbei - Biden reicht ihm die Hand

Überhaupt dürfte Trump in diesen Tagen nicht sonderlich gut auf die US-Justiz zu sprechen sein. Während das FBI gegen seinen Anwalt Rudy Giuliani ermittelt, hat die US-Justiz jetzt eine mögliche Schmiergeld-Affäre rund um die Trump-Regierung überprüft. Der scheidende Präsident reagierte auf seine Art: via Twitter.

Diese Art des Regierens sei nun vorbei, kündigte Biden an. Schluss mit Twitter, Schluss mit Spaltung. Ein paar versöhnliche Worte hatte der 78-Jährige dann aber doch noch für seinen Kontrahenten parat. Wenn er und Harris am 20. Januar den Amtseid ablegen werden, so Biden, wünsche er sich, dass Trump mit dabei ist. „Wir müssen demonstrieren, dass nach dem Chaos, das er geschaffen hat, ein friedlicher Übergang der Macht passiert.“ Und das im Idealfall nicht via Twitter. (Von Nico Scheck)

Rubriklistenbild: © JIM WATSON/AFP

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare