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US-Präsident

Joe Biden 100 Tage im Amt – doch Nancy Pelosi und Kamala Harris schaffen Historisches

  • Friederike Meier
    vonFriederike Meier
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  • Lukas Rogalla
    Lukas Rogalla
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Joe Biden entdeckt in seiner Kongress-Rede die Führungsrolle der USA wieder. Erstmals in der Geschichte nehmen zwei Frauen hinter dem Präsidenten Platz.

Update vom Donnerstag, 29.04.2021, 10.10 Uhr: Joe Biden hat in seiner ersten Ansprache als US-Präsident vor beiden Kongresskammern einen amerikanischen Neuanfang nach der Ära seines Amtsvorgängers Donald Trump beschworen. „Nach 100 Tagen der Rettung und Erneuerung ist Amerika bereit zum Abheben. Wir arbeiten wieder. Träumen wieder. Entdecken wieder. Führen die Welt wieder an“, sagte Biden am Mittwoch (29.04.2021) im Kapitol.

Erstmals in der Geschichte der USA saßen bei diesem Anlass am Mittwoch zwei Frauen hinter dem Präsidenten: Kamala Harris, die erste Vizepräsidentin des Landes, und die Sprecherin des Repräsentantenhauses, Nancy Pelosi.

Der Demokrat warb für seine billionenschweren Pläne, mit denen er tiefgreifenden Wandel in dem Land herbeiführen will. Biden versprach eine Zukunft, in der der Staat den Menschen diene, ihnen Möglichkeiten eröffne und „Fairness und Gerechtigkeit“ garantiere.

Joe Biden, Präsident der USA, spricht vor einer gemeinsamen Sitzung des Kongresses in der Kammer des Repräsentantenhauses. Hinter ihm sitzen Vizepräsidentin Kamala Harris (l.) und Nancy Pelosi, Sprecherin des Repräsentantenhauses.

Joe Biden spricht im Kongress über Rassismus und die Corona-Pandemie

Das von ihm vorgeschlagene Infrastrukturpaket bezeichnete er als größten Anschub für den Arbeitsmarkt seit dem Zweiten Weltkrieg. Das mehr als zwei Billionen US-Dollar (rund 1,7 Billionen Euro) umfassende Programm werde in den kommenden acht Jahren Millionen neuer Jobs und massives Wachstum schaffen, versprach Biden.

Seine Vorschläge bedürfen der Zustimmung des Kongresses - und das Land ist innenpolitisch nach wie vor tief gespalten. Mit einigen Vorhaben könnte Biden selbst bei einzelnen gemäßigten Demokraten im Senat auf Ablehnung stoßen. Überparteiliche Zusammenarbeit mahnte er auch im Kampf gegen die „Epidemie der Waffengewalt“ in den USA an.

Joe Biden fordert Parteien auf, Rasissmus entgegenzuwirken

Auch um das Thema Rassismus ging es. Der Präsident forderte die Parteien auf, sich abzustimmen, um strukturellem Rassismus entgegenzuwirken. „Wir haben alle das Knie der Ungerechtigkeit auf dem Nacken des schwarzen Amerikas gesehen“, sagte Biden in Anspielung auf die Tötung des Afroamerikaners George Floyd.

Themenseite zu Joe Biden

Alle Neuigkeiten zum 46. Präsidenten der USA finden Sie unter Biden News.

Mit Blick auf seine Corona-Politik zog Biden eine positive Zwischenbilanz und forderte die Amerikaner dazu auf, sich Impfen zu lassen. Als Präsident habe er ein Land inmitten einer Krise übernommen: Die USA hätten die schlimmste Pandemie binnen eines Jahrhunderts, die schlimmste Wirtschaftskrise seit der Großen Depression und mit der Erstürmung des Kapitols im Januar den schlimmsten Angriff auf die Demokratie seit dem amerikanischen Bürgerkrieg erlebt.

Joe Biden: 100 Tage im Amt - führt er die Öffentlichkeit auch in die Irre?

Erstmeldung vom Dienstag, 27.04.2021: Washington, D.C. – Unter Donald Trump als Präsident der USA waren Falschbehauptungen aus dem Weißen Haus zu so etwas wie einer Gewohnheit geworden. Während seiner Amtszeit zählte die Washington Post ganze 30.537 irreführende Aussagen oder Unwahrheiten, die Trump von sich gegeben hat. Besonders hervorzuheben sei, wie der „Tsunami der Unwahrheiten“ immer weiter anstieg – in jedem neuen Jahr wurden es mehr.

Nun, 100 Tage nachdem Joe Biden das Amt übernommen hat, wollte die US-Zeitung ein erstes Fazit ziehen, wie genau es der Demokrat denn mit der Wahrheit nimmt.

Joe Biden: Wie oft sagt er die Unwahrheit? – Vergleich mit Donald Trump

Laut einer neuen Recherche der Washington Post hat Joe Biden in seinen 100 Tagen fast achtmal weniger Unwahrheiten verbreitet als sein republikanischer Vorgänger vor vier Jahren. In den ersten Monaten werden ihm 67 Falschbehauptungen zugerechnet – im Durchschnitt 0,67 täglich. Dabei wurden alle Reden, Interviews, Tweets und öffentliche Stellungnahmen des Präsidenten analysiert. Trump soll im gleichen Zeitraum 511 irreführende oder falsche Äußerungen gemacht haben. Allerdings kamen von Trump auch 40 Prozent mehr Wörter. Auf Twitter bleibt sein Nachfolger eher still. Oftmals lässt er auch seine Regierung für sich sprechen.

Bei den Unwahrheiten seitens Joe Biden ging es vor allem um das Wahlrecht in Georgia. Der US-Präsident hatte beispielsweise behauptet, dass die Zeit zur Stimmabgabe verkürzt worden sei, was trotz vieler Einschränkungen nicht stimmt. Auch die Behauptung, dass Regierungsaufträge für ausländische Unternehmen unter Donald Trump um 30 Prozent zugenommen hätten, stimmt nicht, zumindest nicht ganz. Es seien eher 11 Prozent gewesen. Biden „dehne die Wahrheit auf subtile Weise aus“, heißt es.

Seit Januar ist Joe Biden Präsident der USA.

Joe Biden: Deutlich weniger Falschbehauptungen als Donald Trump

Etwa ein Fünftel der Falschaussagen von Donald Trump in seinen ersten 100 Tagen waren auf Twitter. Die Plattform sperrte sein Konto nach den Ausschreitungen im Kapitol. Im Vorfeld hatte der damalige Präsident haltlose Behauptungen über vermeintlichen Wahlbetrug verbreitet. (Lukas Rogalla, Friederike Meier, dpa)

Rubriklistenbild: © JIM WATSON / POOL / AFP

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