Medien

Jimmy Lai will weiter für Demokratie in Hongkong kämpfen

Freilassung von Journalisten gefordert.

Der Medienunternehmer Jimmy Lai aus Hongkong hat unmittelbar nach seiner Freilassung die Mitarbeiter seiner Zeitung „Apple Daily“ aufgerufen, weiter für Demokratie in Hongkong einzutreten. „Lasst uns weiterkämpfen. Wir haben die Unterstützung der Menschen in Hongkong. Wir dürfen sie nicht enttäuschen“, sagte er nach seiner Ankunft in der Redaktion, wie das Netzwerk „Channel News Asia“ am Mittwoch meldete. Zuvor hatten die Mitarbeiter Lai mit Applaus und Blumen empfangen, wie Videos der Mitarbeiter auf Twitter und Facebook zeigen.

Lai war nach 40 Stunden in Gewahrsam am Dienstagabend auf Kaution freigekommen. Die chinesische Verwaltung hatte seine Verhaftung mit „ausländischer Verschwörung“ und mit einem Verstoß gegen das umstrittene Nationale Sicherheitsgesetz begründet. Auf Twitter dankte Lai „für die Gnade Gottes“ und seinen Unterstützern.

Auch die Friedensaktivistin Agnes Chow, die ebenfalls am Montag verhaftet worden war, kam nach Zahlung einer Kaution in der Nacht frei. In einem Statement unmittelbar danach sagte Chow in einem Video der „South China Morning Post“, dies sei ihre beängstigende Erfahrung bei einer Verhaftung gewesen. Wenn sie sich vorstelle, dass andere Hongkonger eine härtere Behandlung erlebten, werde es schwer, den Kampf für Demokratie fortzusetzen. Es sei offensichtlich, dass die Regierung das Sicherheitsgesetz benutzte, um politische Dissidenten zu unterdrücken, sagte Chow. Sie zeigte sich überzeugt, dass zunehmend mehr Menschen aus Hongkong auf Grundlage des Gesetzes verhaftet würden.

Das Boulevardblatt „Apple Daily“, das zu Lais Unternehmen Next Digital gehört, verkaufte nach Lais Verhaftung am Dienstag mehr als 500.000 Exemplare. Dies bestätigte das Blatt der „South China Morning Post»“ Die normale Auflage liegt danach bei rund 70.000 Exemplaren.

Lai gilt als einer der prominentesten Vertreter der Demokratie-Bewegung in Hongkong. Er war am Montag mit zweien seiner Söhne und mehreren Mitarbeiter seines Unternehmens verhaftet worden. Zugleich wurden sein Firmensitz und die Redaktionsräume von „Apple Daily“ untersucht. Die Sicherheitskräfte warfen ihm Verschwörung mit ausländischen Kräften vor.

Die Bundesregierung hatte nach Inkrafttreten des Sicherheitsgesetzes Ende Juli das Auslieferungsabkommen mit der chinesischen Sonderverwaltungszone Hongkong ausgesetzt. (dpa)

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