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Fischereirechte

Nach dem Brexit: Spannungen im Ärmelkanal - London schickt Marineschiffe

  • Stefan Krieger
    vonStefan Krieger
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Der Disput zwischen Briten und Franzosen um Fischlizenzen im Ärmelkanal droht zu eskalieren.

Saint Helier - Nach dem Ausscheiden der Briten aus der EU ist es immer wieder zu Streit über Gesamtfangmengen von Fisch und deren Aufteilung im Ärmelkanal gekommen. Zeitweise drohten die Verhandlungen über einen Brexit-Handelspakt an der Fischfrage zu scheitern. Bei Frankreichs Fischern herrscht schon seit längerem Wut über den Zugang zu britischen Gewässern nach dem Brexit. In der Vergangenheit kam es in der Meeresenge häufig zu Zusammenstößen von britischen und französischen Fischern.

Aus Ärger über die angeblich schleppende Vergabe von Fischereilizenzen auf der Kanalinsel Jersey für französische Fischer hatte die französische Meeresministerin Annick Girardin mit Vergeltungsmaßnahmen gedroht und dabei die Stromversorgung Jerseys über ein Unterseekabel erwähnt. Jersey erhält 95 Prozent seiner Elektrizität über drei Unterwasserkabel aus dem nur 25 Kilometer entfernten Frankreich.

Französische Fischer blockieren den Hafen von Jersey.

In einem Telefonat mit Jerseys Verwaltungschef John Le Fondre und dem für Außenangelegenheiten zuständigen Senator Ian Gorst habe Johnson seine „ungebrochene Unterstützung“ unterstrichen. Zugleich habe er auf die Notwendigkeit hingewiesen, die Lage zu deeskalieren, sagte der Sprecher.

Boris Johnson schickt die Marine, Franzosen blockieren Hafen

Jetzt lässt Großbritannien die Muskeln spielen. Premierminister Boris Johnson schickte zwei Patrouillenboote zur Kanalinsel Jersey, um die Lage zu überwachen, wie ein Regierungssprecher am Mittwochabend (05.05.2021) sagte. Es handele sich um eine Vorsichtsmaßnahme, eine Blockade der Insel solle verhindert werden. Jersey ist als Kronbesitz nicht Teil des Vereinigten Königreichs, London ist aber für die Außen- und Verteidigungspolitik verantwortlich.

Jersey Die größte der zwischen England und Frankreich liegenden Kanalinseln
HauptstadtSaint Helier
Einwohner97.857 (2011)
WährungenPfund Sterling, Jersey-Pfund

Französische Fischer haben unterdessen Berichten nach mit ihren Booten vor Jersey demonstriert. Die französischen Fischerboote hätten sich am Donnerstagmorgen (06.05.2021) so im Hafen von St. Helier positioniert, dass Fischerboote aus Jersey nicht auslaufen konnten, berichtete der Sender France 3. Sie seien in der Nacht zu Donnerstag etwa aus dem Küstenort Barneville-Carteret begleitet von einigen Fischern aus der Bretagne in Richtung Jersey aufgebrochen. Der französischen Nachrichtenagentur AFP zufolge haben sich vor St. Helier mehr als 50 französische Fischerboote versammelt. 

London spricht von „inakzeptablen und unverhältnismäßigen“ Warnungen

In der Vergangenheit hatte Großbritannien und die Führung Jerseys Drohungen aus Frankreich im Streit um die Fangrechte immer wieder empört zurückgewiesen. Ein britischer Regierungssprecher sprach am Mittwoch von „inakzeptablen und unverhältnismäßigen“ Warnungen seitens der Franzosen. London arbeite eng mit der EU und Jersey zusammen und vertraue darauf, dass Frankreich „die Mechanismen unseres neuen Vertrags zur Lösung von Problemen nutzen wird“, sagte der Sprecher. 

Der Streit könne freundschaftlich gelöst werden, so Senator Ian Gorst. „Ich bin zuversichtlich, dass wir zusätzliche Zeit zur Verfügung stellen können“. In London betonte ein Sprecher des britischen Agrarministeriums, Jersey sei für seine territorialen Gewässer selbst verantwortlich. (skr mit Agenturen)

  

Rubriklistenbild: © Josh Dearing/dpa

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