Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Jede dritte Frau wird Opfer von körperlicher oder sexueller Gewalt.
+
Jede dritte Frau wird Opfer von körperlicher oder sexueller Gewalt.

Gewalt gegen Frauen

Jede dritte Frau mit Gewalterfahrung

  • Melanie Reinsch
    VonMelanie Reinsch
    schließen

Jedes Jahr wird am 25. November der Tag zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen begangen. Familienministerin Manuela Schwesig ruft zu einer Mittmachaktion auf, um das Notruftelefon bekannt zu machen.

Gewalt gegen Frauen ist trauriger Alltag – auch in Deutschland. So hat fast jede dritte Frau in Deutschland mindestens ein Mal in ihrem Leben körperliche oder sexuelle Gewalt erfahren. Doch nur jede fünfte wendet sich an eine Beratungs- und Unterstützungseinrichtung. Häusliche Gewalt ist die häufigste Ursache von Verletzungen bei Frauen. In Deutschland war laut Frauenrechtsorganisation Terre de femmes schon jede vierte Frau Opfer von häuslicher Gewalt, jede siebte hat in ihrem Leben schon einmal eine Vergewaltigung, versuchte Vergewaltigung oder sexuelle Nötigung erlebt.

Seit rund drei Jahrzehnten gibt es deshalb den Internationalen Tag zur Beseitigung von Gewalt gegen Frauen. Er wird jährlich am 25. November begangen.   Menschenrechtsorganisationen bereiten an diesem Tag Aktionen vor, um auf Gewalt, Frauenhandel, Genitalverstümmelung, sexuelle Belästigung, Vergewaltigung und Zwangsverheiratung aufmerksam zu machen.

Schwerpunktthema dieses Jahr bei Terre des femmes: „Stop Frühehen“. Denn jährlich werden weltweit 14,2 Millionen Mädchen vor ihrem 18. Geburtstag verheiratet. Das sind täglich 39 000 Mädchen.

Hintergrund des Aktionstages ist die Ermordung dreier Schwestern im Jahr 1960 in der Dominikanischen Republik. Monatelang wurden sie gefoltert, weil sie Widerstand gegen den Diktator Rafael Trujillo geleistet hatten. Feministinnen aus Lateinamerika und der Karibik erinnerten 1981 an das Schicksal der drei Frauen und erklärten den Todestag der Schwestern zum Internationalen Tag gegen Gewalt an Frauen. Ende 1999 beschlossen die Vereinten Nationen, den 25. November zum Internationalen Tag zur Beseitigung der Gewalt gegen Frauen zu erklären. 

Genitalverstümmelung bei 130 Millionen

Laut Unicef sind von der Genitalverstümmelung rund 130 Millionen Frauen und Mädchen betroffen, tatsächlich dürften es aber rund doppelt so viele sein. 79 Prozent der Opfer von Menschenhandel betreffen Frauen und Mädchen, ermittelte das  Büro der Vereinten Nationen für Drogen- und Kriminalitätsbekämpfung (Unodc).

Das Thema ist auch hinsichtlich der Flüchtlingszuwanderung aktuell. „Mit der deutlich gestiegenen Zahl an geflüchteten Frauen und Mädchen, die wir in Berlin registrieren, steigt auch der Bedarf an professioneller Hilfe für sie. Denn häufig mussten sie traumatisierende Erfahrungen wie sexuelle Gewalt auf der Flucht durchleben“, sagt die Berliner Grünen-Vorsitzende, Bettina Jarasch.

Bundesfamilienministerin Manuela Schwesig und das Hilfetelefon „Gewalt gegen Frauen“ rufen daher unter dem Motto „Wir brechen das Schweigen“ zu einer Mitmachaktion auf, um auf die Notrufnummer 08000 116 016 aufmerksam zu machen. Die Nummer ist in 15 Sprachen zu erreichen.  Unter der Nummer können sich Frauen, die von Gewalt betroffen sind, rund um die Uhr und kostenfrei beraten lassen.

Von März 2013 bis Dezember 2014 waren beim Hilfetelefon rund 45 000 Beratungskontakte per Telefon, Chat und E-Mail zu verzeichnen. Über 28 000 von Gewalt betroffene Frauen haben das Angebot genutzt und sich beraten lassen. Oft hatten die Anruferinnen noch nie mit jemandem über ihre Situation gesprochen.

Unter dem Hashtag #schweigenbrechen sollen möglichst viele Menschen die Nummer über Twitter bekannt machen und ihre Solidarität zeigen. Unter aktion.hilfetelefon.de  kann man sich sogar ein Schild ausdrucken mit dem man sich fotografieren lassen kann.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare