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Jared Kushner an der US-Botschaft in Jerusalem
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Die Reise von Jared Kushner zur US-Botschaft in Jerusalem im Dezember 2020 hat Steuerzahler:innen mehr als 24.000 Dollar gekostet.

Besuch in Israel

Jared Kushner: Teure Reise nach Jerusalem und kontroverse Geschäfte in Israel

  • Lukas Rogalla
    vonLukas Rogalla
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Gegen Jared Kushner werden neue Vorwürfe laut. Der Schwiegersohn und Ex-Berater von Donald Trump sieht sich als Friedensbringer im Nahost-Konflikt.

  • Wenige Wochen vor dem Auszug von Donald Trump aus dem Weißen Haus reist Jared Kushner nach Israel.
  • Kushner, Ehemann von Ivanka Trump, feiert sich für seine Verdienste in Nahost – seine Ansichten stehen jedoch in der Kritik.
  • Trump News: Alle Nachrichten zu ehemaligen Präsidenten der USA und seinen Verbündeten finden Sie auf der FR-Themenseite.

Washington D.C. – Als dessen engster Berater und Schwiegersohn stand Jared Kushner stets an der Seite von Donald Trump. Und als damaliger Teil der Regierung im Weißen Haus war Kushner oft unterwegs – zuletzt in Israel, nur wenige Wochen vor der Amtseinführung von Trumps Nachfolger Joe Biden. Sein Besuch in der US-Botschaft in Jerusalem war für die Steuerzahlenden alles andere billig.

Jared Kushner: Schwiegersohn von Donald Trump hinterlässt Steuerzahlenden hohe Rechnung

2018 hatte Donald Trump den Standort der US-Botschaft umstrittener Weise von Tel Aviv nach Jerusalem verlegt. Mitte Dezember letzten Jahres wurde der Hinterhof dort nach Jared Kushner benannt. „Kushner-Hof, gewidmet an Jared Kushner und inspiriert von seinem unermüdlichen Streben nach Frieden“, heißt es auf einer Plakette aus Kupfer. Online sind die offiziellen Ausgaben von US-Regierungsbeamten der Kategorie „Unterkunft und Essen“ zu sehen. Die „Kushner-Reise Dezember 2020“ hat 24.335 US-Dollar gekostet.

Jared Kushner war dort, um das fünfte Friedensabkommen für Israel innerhalb von vier Monaten zu zementieren“, verteidigte ihn Jason Miller, ehemaliger Stratege und Berater von Donald Trump, gegenüber „The Daily Beast“. „Wie viel haben die Reisen von John Kerry gekostet, auf denen er gar nichts geleistet hat?“

Kritik an Israel-Besuch von Jared Kushner: Letzte Reise als Berater von US-Präsident Donald Trump

Eine Woche später hat das Immobilienunternehmen von Kushners Familie Unterlagen bei den israelischen Finanzbehörden beantragt, um 100 Millionen Dollar mit dem Verkauf von Anleihen aufbringen zu können. Zwar lasse sich kein direkter Zusammenhang zum Besuch in der Botschaft nachweisen, allerdings wurde Jared Kushner von Tag eins im Weißen Haus vorgeworfen, politische Handlungen durch geschäftlichen Interessen beeinflussen zu lassen und umgekehrt.

Während seiner Zeit im Weißen Haus häuften sich zudem die Rechnungen. Ein Wochenend-Trip mit seiner Ehefrau Ivanka Trump in die Dominikanischen Republik hat Steuerzahlende 58.000 Dollar gekostet. Es sei eine persönliche Reise gewesen, für die Kosten seien sie selber aufgekommen. Jedoch wurden für den Personenschutz des Sicherheitsdienstes öffentliche Gelder fällig.

Jared Kushner
Geburtstag10. Januar 1981
GeburtsortLivingston, New Jersey, USA
TätigkeitImmobilienunternehmer; damaliger Chefberater von US-Präsident Donald Trump
EhepartnerinIvanka Trump

Auch Ric Grenell, unter Donald Trump Direktor der nationalen Geheimdienste, verteidigte Jared Kushner und sprach auf Twitter von einem „kleinen Preis, den man für mehrere historische Friedensabkommen zahlen muss“. Dem Chefredakteur von „The Daily Beast“ warf er Einseitigkeit vor.

Jared Kushner wegen Kommentar zu Nahost-Politik in der Kritik

Passend zu den Vorwürfen in Bezug auf seine Israel-Reise wird auch Kritik an einem Kommentar über die US-Politik in Nahost laut, den Jared Kushner für das „Wall Street Journal“ verfasste. Darin spricht er von den „letzten Spuren davon, was als arabisch-israelischer Konflikt bekannt geworden ist“. Das vermeintliche Ende des Konflikts sei vor allem sein Verdienst – als einer der Wegbereiter der „Abraham Accords“, nach denen sich muslimische Länder diplomatisch an Israel annähern. Damit habe Jared Kushner ein „geopolitisches Erdbeben“ verursacht, im positiven Sinne, und aufgedeckt, dass es sich beim Konflikt zwischen Israelis und Palästinenser:innen lediglich um einen „Grundstücks-Disput“ handle.

Steven Greenhouse von der „New York Times“ äußerte jedoch scharfe Kritik an Jared Kushner und wies den Immobilienunternehmer darauf hin, dass der Palästina-Konflikt noch immer bestehe. Der damalige US-Botschafter sieht das ganz anders: „Wenn in dieser Region Frieden herrscht, werden wir auf diesen Tag zurückblicken und uns daran erinnern, dass dieser Weg zum Frieden mit einem starken Amerika begann, das die Wahrheit erkannt hat“, sagte David Friedman als die Plakette eingeweiht wurde.

Jared Kushner: Ehemaliger Berater von Donald Trump hält sich aus der Öffentlichkeit fern

Jared Kushner scheint Donald Trump derweil nicht mehr beizustehen. Seit Trumps Ausscheiden aus dem Präsidentenamt hält sich der 40-Jährige weitestgehend aus der Öffentlichkeit zurück, nachdem er den Job im Weißen Haus noch „gelebt“ hatte. Eine Person, die dort tätig war, spricht sogar von einer „180-Grad-Wende“ Kushners. (Lukas Rogalla)

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