Jared Kushner, Schwiegersohn und Berater von US-Präsident Donald Trump.
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Jared Kushner, Schwiegersohn und Berater von US-Präsident Donald Trump.

Familie Trump

Jared Kushner: Donald Trumps Schwiegersohn für alle Fälle

  • Daniel Dillmann
    vonDaniel Dillmann
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Jared Kushner, Schwiegersohn und Berater von Donald Trump, gilt als die Stimme der Vernunft im Weißen Haus. Seine Stimme aber hört man selten.

  • Jared Kushner ist Sohn des millionenschweren Immobilienmoguls Charles Kushner
  • Er ist verheiratet mit Ivanka Trump, Tochter von US-Präsident Donald Trump
  • Jared Kushner und seine Geschwister stammen aus einer orthodox-jüdischen Familie

Ivanka Trumps Ehemann Jared Kushner war wie seine Frau schon bei der Geburt reich. Unglaublich reich, um genau zu sein. Geboren wurde Jared 1981 in Livingston, einem 2.000 Einwohner kleinen Dorf im Bundesstaat New Jersey. Sein Vater, Charles Kushner, ist ein millionenschwerer Immobilienmogul, der 2005 wegen illegaler Parteispenden, Steuerbetrug und Einschüchterung von Zeugen zu zwei Jahren Gefängnisstrafe verurteilt wurde, von denen er 14 Monate im geschlossenen Vollzug verbrachte.

Jared Kushner: Seine Familie floh einst vor dem Holocaust

Jared Kushner und seine zwei Geschwister entstammen einer orthodox-jüdischen Familie. Ihre Großeltern emigrierten als Überlebende des Holocausts 1949 nach New York. Jared galt als mäßiger Schüler, studierte aber dennoch an der Ivy League Universität in Harvard – kurz nachdem seine Eltern der Hochschule 2,5 Millionen Dollar gespendet hatten. Dort beschäftigte sich Jared Kushner mit Soziologie, später dann an der Universität in New York mit Jura und Betriebswirtschaftslehre. Auch die New Yorker Uni durfte sich über eine Millionenspende der Familie Kushner freuen.

Jared Kushner: Auf den Spuren des Vaters im Immobiliengeschäft

Im Anschluss folgte Jared den Spuren seines Vaters und stieg ins Immobiliengeschäft ein. Nachdem der im Gefängnis gelandet war, leitete Jared das Familienunternehmen. Mit gerade einmal 26 Jahren wickelte Jared Kushner einen historischen Immobiliendeal ab. Für 1,8 Milliarden Dollar kaufte er einen Wolkenkratzer in New York – mehr Geld hatte niemand jemals für ein einziges Gebäude ausgegeben.

Jared Kushner und Ivanka Trump: Hochzeit im Jahr 2009

Im Jahr 2009 heiratete Jared Kushner Ivanka Trump, die vor der Hochzeit für die Ehe zum Judentum konvertiert war. Das Paar bezog eine Wohnung in der Park Avenue in New York und hat drei gemeinsame Kinder. Ihr Vermögen soll sich auf etwa 740 Millionen Dollar belaufen.

Jared Kushner: Wahlkampfmanager für Donald Trump

Während Trumps Präsidentschaftswahlkampf in den Jahren 2015 und 2016 arbeitete Kushner als Wahlkampfmanager seines Schwiegervaters. Kaum war Donald Trump US-Präsident geworden, wurde auch Jared Kushner mit einem Amt im Weißen Haus ausgestattet. Ab sofort durfte Jared sich als Chefberater des US-Präsidenten bezeichnen. Dafür erhielt er die höchste Sicherheitsfreigabe, was zu einer Untersuchung des US-Kongresses gegen Kushner führte. Im Februar 2018 entzog der damalige Stabschef des Weißen Hauses Kushner diese Freigabe wieder.

Jared Kushner: Seine Aufgaben im Weißen Haus

Donald Trump jedoch scheint von den Fähigkeiten seines Schwiegersohns weiter viel zu halten, und so wurden Jared Kushner gleich eine ganze Reihe an Aufgaben zugeteilt:

  • Er organisiert Staatsbesuche und plant deren Abläufe, wie zum Beispiel den des chinesischen Staatspräsidenten Xi Jinping im Jahr 2017.
  • Jared Kushner soll das Strafrechtssystem der USA reformieren.
  • Jared Kushner leitet das 2017 gegründete „Büro für amerikanische Innovation“, das den Präsidenten beraten soll, wie das Regieren optimiert werden kann.
  • Er soll die Kriegsversehrtenrente der USA reformieren.
  • Er ist damit betraut, die Opiumkrise der USA zu bekämpfen.
  • Er soll die Struktur der gesamten Bundesregierung des Landes neu gestalten.
  • Jared Kushner soll das Einwanderungssystem der USA überarbeiten und reformieren.
  • Und wenn dann noch Zeit ist, soll er dem Nahen Osten Frieden bringen.

Jared Kushner: Die leise Stimme der Vernunft oder doch nur ein Hochstapler?

Jared gilt wie Ivanka vielen seiner Fans vor allem aus den konservativen US-Medien als Stimme der Vernunft im Weißen Haus, auch wenn man diese, seine Stimme, in der Öffentlichkeit nur selten zu hören bekommt. Nach seinem Einzug ins Weiße Haus dauerte es fünf Monate, bis er sich erstmals mit einem Statement an die Öffentlichkeit wandte. Seine Zurückhaltung lieferte US-Comedian John Oliver eine Steilvorlage für Witze darüber, wie er wohl klingen mag, wenn er denn mal spricht.

Jared Kushner: Seine Rolle in den Russland-Ermittlungen

In den Russland-Ermittlungen des FBI-Sonderermittlers Robert Mueller spielte Jared Kushner eine zentrale Rolle. Kushner soll mehrfach Kontakte mit russischen Stellen gehabt haben und war nachweislich bei einem Treffen von Paul Manafort, einem ehemaligen und mittlerweile verurteilten Wahlkampfmanager Trumps, und russischen Vertretern im Trump Tower in New York dabei. An dem Treffen soll auch Donald Trump Junior teilgenommen haben. Zudem wurde gegen Kushner und die Deutsche Bank wegen des Verdachts auf Geldwäsche ermittelt.

Ivanka Trump, die Tochter von US-Präsident Donald Trump

Jared Kushner und seine Wohnanlagen in Baltimore - nur ein „Rattenloch“?

Als Donald Trump dann im Juli 2019 Baltimore als „Rattenloch“ bezeichnete, rückte der Fokus auf dortige Wohnanlagen im Besitz von Jared Kushner. Von 899 Wohneinheiten, die Kushner dort betreibt, bestanden mehr als 200 die jährlichen Inspektionen nicht. Wegen Schimmel- und Nagerbefalls musste Kushners lokale Immobilienfirma mehrere Tausend Dollar Strafe zahlen.

Jared Kushner: Anekdoten aus dem Weißen Haus - „das ist alles so kompliziert“

Eine besonders schöne Anekdote Kushners aus seiner Zeit im Weißen Haus stammt aus dem Buch „Border Wars“ der Autoren Julie Hirschfeld und Mike Shear. Der Präsidenten-Schwiegersohn soll gegenüber Einwanderungsexperten zugegeben haben, dass er eigentlich keine Ahnung von Immigration habe. Als man versucht habe, ihm die grundlegenden Mechanismen zu erklären, soll Kushner gerufen haben: „Verdammt noch mal, ist das kompliziert“. An anderer Stelle bemerkte Kushner, dass Einwanderungspolitik „mehr Landminen als Afghanistan habe“, die Sache also viel komplizierter ist, als einfach nur eine Mauer zu bauen, wie sein Schwiegervater dies gerne tun würde.

Jared Kushner und der Nahe Osten: 50 Milliarden für den Frieden

Auf großer Mission war Jared Kushner im Juli 2019 im Nahen Osten unterwegs. Immerhin gehört es zu seinen Aufgaben, die Gegend nach fast 60 Jahren Krieg und Konflikt zu befrieden.

Das will der 38-jährige Geschäftsmann vor allem mit viel Geld erreichen. 50 Milliarden US-Dollar benötigt er, und um die zu bekommen, reiste Kushner durch Israel, Jordanien, Saudi-Arabien, Ägypten, die Vereinigten Arabischen Emirate und Katar. Private und öffentliche Investitionen sollen aus dem Gazastreifen und der Westbank „eine Art Singapur oder Dubai am Mittelmeer“ machen. 

Weder weiß irgendwer, woher das Geld kommen soll, noch hat Kushner offenbar Antworten für die drängendsten Fragen: Bekommen die Palästinenser einen eigenen Staat? Was wird aus Jerusalem oder den besetzten Gebieten? Doch in der Welt der Trumps - und Kushners - gibt es kein Problem, das 50 Milliarden US-Dollar nicht regeln können.

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