Jared Kushner, Schwiegersohn und Berater von US-Präsident Donald Trump, im Weißen Haus.
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Jared Kushner, Schwiegersohn und Berater von US-Präsident Donald Trump, im Weißen Haus.

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Jared Kushner: Unternehmen des Trump-Schwiegersohns nutzt die Corona-Pandemie aus

  • Lukas Rogalla
    vonLukas Rogalla
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Das Immobilienunternehmen von Trump-Schwiegersohn und Berater Jared Kushner will von der Corona-Pandemie profitieren. Ganz legal ist sein Handeln wohl nicht.

  • Jared Kushner ist Teilhaber und Co-Gründer eines Immobilienunternehmens für Reiche.
  • Das Unternehmen will in der Corona-Pandemie große Gewinne erzielen.
  • Seine Geschäfte stehen im Konflikt mit seiner Tätigkeit als Berater von US-Präsident Donald Trump.

New York - Die USA sind schwer von der Corona-Pandemie getroffen. Mehr als 7,4 Menschen haben sich mit dem Virus infiziert, rund 209.000 Menschen starben bereits an den Folgen. Auch wirtschaftlich hat die Krise fatale Auswirkungen. Im zweiten Quartal 2020 ist das BIP um 32,9 Prozent eingebrochen. Etwa 14 Millionen Amerikaner wurden arbeitslos. Doch nicht jeden betrifft die Pandemie negativ. Ein Immobilienunternehmen will die Gunst der Stunde nutzen und große Gewinne einfahren - Teilhaber der Firma: Trump-Berater und Schwiegersohn Jared Kushner.

Schwiegersohn von Donald Trump: Jared Kushner profitiert von der Corona-Pandemie

2014 gründeten Jared Kushner, sein Bruder Joshua und Ryan Williams das Immobilien-Unternehmen „Cadre“. Ziel des Unternehmens ist, Superreiche und Investoren unmittelbar mit lukrativen Deals zu verbinden. Man wolle den gängigen Immobilienfonds eine Alternative bieten, indem man den Immobilienmarkt mehr wie einen Aktienmarkt aussehen lässt, beschreibt „Business Insider“ das Unternehmen. Es werden nur Investoren mit einem Einkommen von mindestens 200.000 Dollar (oder 300.000 Dollar pro Haushalt) akzeptiert. Kushners Anteil an Cadre soll zwischen 25 Millionen und 50 Millionen Dollar wert sein, wie das Magazin „Mother Jones“ berichtet.

Jared Kushner und Donald Trump

Das Geschäftsmagazin „Bloomberg“ berichtete im Mai, dass Cadre plante, einen neuen Reserve im Wert von mehreren Hundert Millionen Dollar anzulegen. Damit wolle man die Gelegenheiten, die in der Corona-Krise entstehen, nutzen und gewinnbringende Deals sichern. Vor allem Hotels habe man zu Beginn der Pandemie als Schwachstelle identifiziert. „Diese Gelegenheiten sind noch drei bis sechs Monate davon entfernt, bis man die Zwangsverkäufe sehen kann“, sagte Investmentdirektor von Cadre, Dan Rosenbloom, einem Investment-Magazin im Mai.

Jared Kushner: Unternehmen „Cadre“ will bei geschwächter Hotel-Industrie zuschlagen

Das „tiefe Elend“ der Wirtschaft werde noch nie dagewesene Möglichkeiten präsentieren, erklärte Cadre-Präsident Allen Smith. „Später 2020 und 2021 werden Nachsichts-Abkommen ablaufen. Dann wird es ein größeres Aufkommen an Forderungsverkäufen, Zwangsvollstreckungen und Besitzern geben, die Rettungskapital aufsuchen, um überstrapazierte Strukturen zu reparieren.“

Die US-amerikanische Hotelindustrie war schwer von der Corona-Pandemie getroffen. Der Verband der Hotelbesitzer forderte finanzielle Erleichterungen. Wenn die Politik „nichts hinkriegt, dann werden wir ein ernstes Problem haben“, erklärte Chip Rogers, Geschäftsführer des Verbandes. Doch weder der Senat, noch das Weiße Haus unter US-Präsident Donald Trump haben für finanzielle Entlastung des Gewerbes gesorgt.

Mit seiner Rolle im Weißen Haus und als Teilhaber von Cadre stellt sich bei Jared Kushner die Frage eines Interessenkonflikts. Kushner wäre nämlich an einer Diskussion um mögliche Entlastungen beteiligt. Schon als er als Berater im Weißen Haus begann, versäumte er, sein Verhältnis zu Cadre bekanntzugeben. Die Objektivität in seinen Entscheidungen sei erheblich beeinflusst, wurde damals bereits von Ethik-Experten kritisiert.

Jared Kushner: Tätigkeit im Immobiliengeschäft und im Weißen Haus könnte kriminell sein

Sein Mitwirken wäre kriminell, wenn Jared Kushner aktiv an der Beratung zu einem Thema beteiligt ist, das ihn selber betrifft - nämlich zur Hotelindustrie - und wenn er davon profitieren könnte, behauptet Rechtsprofessorin Kathleen Clark gegenüber „Mother Jones“. Deshalb solle er seine Rechte in der Firma abtreten oder sich als Berater aus dem Weißen Haus zurückziehen. Das seien seine einzigen zwei Optionen, erklärt sie. Auf Nachfragen des Magazins hatten weder Kushners Anwalt, noch das Weiße Haus, noch Cadre geantwortet.

Zu Beginn der Corona-Pandemie hatte Jared Kushner noch die Theorie verbreitet, dass die Medien die Gefahr des Coronavirus hochspielen würden. Als den Krankenhäusern medizinisches Equipment fehlte, soll Kushner bei einem Meeting im Weißen Haus gesagt haben, dass das die Aufgabe des freien Marktes sei und nicht der Regierung.

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