Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Atomunglück in Japan

Pazifik-Verschmutzung befürchtet: Aufbereitetes Wasser aus Fukushima soll per Tunnel ins Meer

  • Sandra Kathe
    VonSandra Kathe
    schließen

Die Havarie des japanischen Atomkraftwerks Fukushima liegt über zehn Jahre zurück. Nun soll das aufbereitete Wasser aus der Anlage in den Pazifik abgelassen werden.

Tokio - Mehr als eine Million Tonnen aufbereitetes Wasser aus dem havarierten japanischen Atomkraftwerk Fukushima sollen über eine unterirdische Leitung in den Pazifik geleitet werden. Das teilte die Betreiberfirma der Anlage am Mittwoch mit. Auf dem Reaktorgelände werden in zahlreichen riesigen Wassertanks derzeit rund 1,27 Millionen Tonnen Wasser gelagert und aufbereitet. Die Betreiberfirma rechnet damit, dass die Lagerkapazitäten ab Herbst 2022 ausgeschöpft sein werden.

Durch eine etwa ein Kilometer lange Leitung soll das aufbereitete Wasser dann ins Meer geleitet werden, und zwar so weit von der Küste entfernt, dass es nicht Richtung Land zurückgespült werden könne. Mit dem Bau des Tunnels will die Betreiberfirma Tepco eigenen Angaben nach bis Frühjahr 2022 beginnen. Vorher soll es noch Machbarkeitsstudien zum Bauprojekt geben - auch eine Genehmigung der Regierung steht noch aus.

Japaner:innen demonstrieren gegen die Entscheidung der Regierung, das Wasser aus Fukushima in den Pazifik zu leiten.

Havariertes Atomkraftwerk: Regierung beschloss im Frühjahr Ablassen von Fukushima-Wasser

Diese hatte sich bereits im April dafür ausgesprochen, das aufbereitete Wasser innerhalb von zwei Jahren abzulassen. Dazu gehört nach Angaben der Nachrichtenagentur AFP neben Wasser, das nach dem Atomunfall zum Kühlen der Atomanlage benötigt wurde, auch das Regen- und Grundwasser von dem radioaktiv verseuchten Gelände. Die Regierung in Tokio argumentiert, dass das Ablassen des Wassers in den Pazifik sicher sei, weil so gut wie alle radioaktiven Elemente herausgefiltert worden seien.

Anrainerstaaten und Fischereiverbände rechnen jedoch mit beträchtlichen Umweltschäden, die die kontaminierten Wassermassen im Pazifik anrichten können. Auch wirtschaftliche folgen würden erwartet: So fürchten regionale Fischer, dass sie ihren Fang nach Inbetriebnahme des Abwassertunnels nicht mehr oder nur noch zu schlechten Preisen loswerden. Tepco verpflichtete sich, gegebenenfalls Entschädigungen für Umweltschäden zu zahlen. Auch die Regierung in Tokio kündigte laut Berichten der Nachrichtenplattform Sumikai an, im Fall von Preiseinbrüchen in die Bresche zu springen und den Fischern ihren Fang abzukaufen.

Vor zehn Jahren: Atomunglück von Fukushima sorgt für beträchtliche Schäden in Japan

Das am Meer gelegene Atomkraftwerk Fukushima war kurz nach einem schweren Erdbeben am 11. März 2011 von einer fast 15 Meter hohen Tsunami-Wasserwand getroffen worden. Das Kühlsystem des Kraftwerks fiel aus, in drei der sechs Reaktoren kam es zur Kernschmelze. Die Katastrophe verwandelte umliegende Orte in Geisterstädte. Es war das schlimmste Atomunglück seit der Tschernobyl-Katastrophe von 1986. (ska/AFP)

Rubriklistenbild: © Du Xiaoyi/dpa

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare