Janine Wissler ist bisher Fraktionschefin der Linken im hessischen Landtag.
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Janine Wissler ist bisher Fraktionschefin der Linken im hessischen Landtag.

Politikerin aus Frankfurt

Janine Wissler will Bundesvorsitzende der Linken werden

  • Pitt v. Bebenburg
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Janine Wissler kandidiert für den Parteivorsitz der Linken. Die Politikerin aus Frankfurt bewirbt sich damit um die Nachfolge von Katja Kipping und Bernd Riexinger.

  • Janine Wissler kandidiert für den Bundesvorsitz der Linken
  • Wissler hat sich im hessischen Landtag ein hohes Ansehen erarbeitet
  • Wahrscheinlich kandidiert Wissler 2021 für den Bundestag

Irgendwie hat es Janine Wissler in dieser Woche auch noch geschafft, im hessischen Landtag zu reden. Die Corona-Krise treffe alle, sagte Wissler also, aber sie treffe eben nicht alle gleich hart. Solche Situationen erforderten Solidarität, also eine gerechte Verteilung der Hilfen und auch der Kosten für diese Krise, damit die soziale Ungleichheit in diesem Land nicht immer weiter wachse, argumentierte sie am Donnerstag.

Es war wohl die leichteste Aufgabe, die die routinierte Landtagsabgeordnete in diesen Tagen zu bewältigen hatte. Sie musste nicht nur die Entscheidung treffen, als Bundesvorsitzende der Linken zu kandidieren. Wissler muss auch damit leben, dass immer wieder widerwärtige Drohschreiben des rechtsextremen „NSU 2.0 bei ihr eintreffen. Zudem muss sie privat eine „familiäre Notsituation“ bewältigen. Das ist der Grund, weshalb Wissler ihre politische Lebensentscheidung am Freitag nur über soziale Netzwerke verbreitete und nicht persönlich vor den Kameras.

Linken-Vorsitz: Janine Wissler ist auf dem Sprung nach Berlin

Die Frankfurterin geht nach Berlin. Zunächst will sie eine der Bundesvorsitzenden der Linken werden, voraussichtlich gemeinsam mit der Thüringerin Susanne Hennig-Wellsow. Wenn sie gewählt wird, dürfte 2021 der Weg in den Deutschen Bundestag folgen.

„Wir brauchen eine starke Linke, die verankert ist in Gewerkschaften und sozialen Bewegungen, die innerhalb und außerhalb der Parlamente für soziale Gerechtigkeit, ökologischen Umbau, Antirassismus, mehr Demokratie und konsequente Friedenspolitik eintritt, die konkrete Kämpfe unterstütz und eine antikapitalistische Perspektive aufzeigt“, schrieb Wissler in einer Erklärung, die sie am Freitagmittag auf Twitter veröffentlichte.

Janine Wissler hat sich in Hessen viel Ansehen erarbeitet

Monatelang hat Wissler mit der Entscheidung gezögert. In Hessen ist sie unangefochten. Sie zählt zu den besten Rednerinnen des Landtags, ist schlagfertig und in allen politischen Sachfragen sattelfest. Zudem ist sie mehrfach das Zugpferd der Linken im Wahlkampf gewesen und hat entscheidend dazu beigetragen, dass die Partei seit 2008 immer wieder in den Landtag in Wiesbaden einzog – wenn auch mehrfach nur hauchdünn. Dort hat sich die Linke Ansehen erarbeitet, etwa durch ihren unermüdlichen Beitrag, rechten Terror aufzuarbeiten.

Für den Landtag wird Wisslers Abgang ein schwerer Verlust, wenn sie bei der Bundestagswahl 2021 politisch ganz nach Berlin geht. Wie stark sie auch bundesweit der Linken ihren Stempel aufdrücken kann, muss die 39-jährige Politikwissenschaftlerin noch zeigen.

Janine Wissler: Erfahrungen mit rot-grün-roten Verhandlungen

Janine Wissler gilt als knallharte Oppositionspolitikerin, die keinerlei Drang verspürt, in eine Regierung zu gehen. Sperren würde sie sich aber sicher nicht. Erfahrungen mit rot-grün-roten Verhandlungen bringt sie jedenfalls mit. Das war gleich am Anfang ihrer parlamentarischen Karriere, 2008, als die Linke in Hessen sich bereit zeigte, eine rot-grüne Landesregierung unter Andrea Ypsilanti zu tolerieren. Doch das Projekt scheiterte an vier Abweichlern aus der SPD. Auch nach der Landtagswahl 2013 lotete Wissler mit SPD und Grünen die Möglichkeit eines linken Dreierbündnisses aus. Doch die Grünen entschieden sich dafür, mit der CDU zu koalieren – Schwarz-Grün hält bis zum heutigen Tage.

Angesichts der aktuellen Umfrage sieht es für die Linke auch im Bundestag weiter nach Opposition aus. Damit hat Wissler reichlich Erfahrung gesammelt und sich als scharfe Widersacherin der CDU-geführten Landesregierung profiliert. Eine Erfahrung, die hilfreich für Berlin sein dürfte. (Pitt von Bebenburg)

Die Linke sucht ein neues Führungsduo. Es müsste für ein konstruktives politisches Klima in der Partei sorgen. Der Leitartikel zum Führungswechsel bei der Linken.

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