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Jan Böhmermann findet „Olaf Schulz“ gar nicht gut.

SPD-Vorsitz

„Nicht um den heißen Brei herumreden“: Jan Böhmermann arbeitet sich an der SPD ab

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Heiko Maas und Martin Schulz unterstützen das Duo Geywitz/Scholz im Rennen um den SPD-Vorsitz. Das bringt Jan Böhmermann auf die Palme.

Update, 5.11.: Jan Böhmermann arbeitet sich weiter an der SPD ab. Gestern (4.11.) gab’s bei ihm sogar mal wieder Happy Hour in Sachen Sozialdemokratie. Die Zeit also für ihn, sich auf Twitter mit der Partei auseinanderzusetzen, deren Vorsitz er ja eigentlich gerne übernehmen würde.

Auslöser seiner Tirade war die Aussage von Außenminister Heiko Maas, der in der Stichwahl um den SPD-Vorsitz das Bewerberduo Klara Geywitz und Bundesfinanzminister Olaf Scholz unterstützen wird, wie er beim „Berliner Salon“ des Redaktionsnetzwerks Deutschland erzählte. „Als Außenminister und Regierungsmitglied sollte man sich zurückhalten“, sagte er dann noch, als einfaches SPD-Mitglied aber habe er „keine Lust, um den heißen Brei herumzureden“.

Das war natürlich eine Steilvorlage für Böhmermann, der sich auf Twitter gleich mehrere führende SPDler auf einmal vornahm, denn kurz zuvor hatte schon Martin Schulz für Scholz geworben: „Es wäre blöd, um den heißen Brei herumzureden. Wenn Olaf Schulz SPD Vorsitzender wird, ist die SPD weg vom Fenster. Aus, finito, zu Ende.“ Und schickte dann gleich noch einen weiteren Tweet hinterher: „IDEE: Olaf Schulz kann doch einfach eine eigene Partei gründen mit Klara Gleiwitz und Co. und dann können Martin Scholz und Heiko Maas da auch mitmachen und dann kann ja der Wähler entscheiden. Die sollen aber bitte bitte die deutsche Sozialdemokratie in Ruhe lassen allmählich!“

Noch aber steht nicht fest, wer den SPD-Vorsitz übernehmen wird. Vom 19. bis 29. November können rund 425.000 SPD-Mitglieder noch einmal abstimmen, wer ihre Partei künftig führen soll. Klara Geywitz/Olaf Scholz oder Saskia Esken/Norbert Walter-Borjans. 

Jan Böhmermann steht zwar selbst nicht mehr zur Verfügung, per Montagsrede will er trotzdem Einfluss nehmen auf die Rettung der deutschen Sozialdemokratie.

Jan Böhmermann will Rettung der SPD aus dem Untergrund fortsetzen

Update, 27.10.: Jan Böhmermann will nicht mehr SPD-Chef werden. Das teilt er den Genoss*innen auf Twitter mit. Er stehe nach Verkündung des Ergebnisses der Mitgliederbefragung „nicht mehr länger als Kandidat für den SPD-Vorsitz zur Verfügung“, schrieb er in einem auf Twitter veröffentlichten Brief an die SPD-Mitglieder. Das Ergebnis mache ihn und sein Team betroffen: „Wir sind superenttäuscht und wütend!“

Böhmermann begründete seine Kehrtwende unter anderem mit der geringen Beteiligung der Mitglieder an der Befragung und damit, dass dann auch noch das Duo Scholz/Geywitz die meisten Stimmen erhalten habe - wobei er die Partnerin von Scholz allerdings als „Katja Gleiwitz“ bezeichnete.

Jan Böhmermann wirbt um Nominierung auf Parteitag

Update, 21.10.:

Jan Böhmermann hat weiter große Ziele. „Ich möchte auf dem Parteitag Anfang Dezember von 50 Delegierten zum Kandidaten für den SPD-Vorsitz aufgestellt und gewählt werden“, schrieb Böhmermann in einem offenen Brief an die SPD-Mitglieder, den er auf Twitter veröffentlichte.

In seinem Brief erinnert Böhmermann unter anderem an den Willy Brandt, der vor 50 Jahren zum Bundeskanzler gewählt wurde. Der Satiriker fragt, ob die SPD „nur noch eine müffelnde, randvolle Wertstofftonne“ sei und kündigt eine Reihe von Reden an, die von anonymen Autoren verfasst würden.

Eine letzte Möglichkeit zur Kandidatur ist nun laut SPD-Geschäftsordnung noch eine Initiativbewerbung direkt auf dem Parteitag. Dazu ist die Unterstützung von 50 Delegierten aus fünf Bezirken nötig. In der Parteispitze gilt die Bewerbung des TV-Satirikers als wenig aussichtsreich.

Jan Böhmermann hat noch die Chance auf eine Kandidatur für den SPD-Vorsitz

Update, 2.10.: Nun ist es also soweit: Jan Böhmermann ist offiziell in die SPD aufgenommen worden. Der SPD-Kreisverband Anhalt-Bitterfeld hat jetzt einen Beschluss des Kreisvorstands bekanntgemacht, den Satiriker offiziell dem Ortsverein Köthen zuzuordnen. Dieser hatte den Kölner zwar bereits aufgenommen - das bedurfte aber nach der Bestätigung der Kölner SPD auch noch der des Kreisverbands.

In einer Mitteilung wies der Kreisverbandsvorsitzende Ronald Mormann allerdings auch auf Bedenken von Sozialdemokraten gegen die Mitgliedschaft wegen früherer Äußerungen Böhmermanns über die SPD hin. „Aber Satire darf vieles, und das hält Deutschlands älteste Partei sehr wohl aus“, sagte er. „Die deutsche Sozialdemokratie hat 156 Jahre lang dafür gekämpft, dass Menschen ihre Meinung frei sagen dürfen.“ Mormann fügte jedoch auch hinzu: „Aber wir sind eine Partei und keine Satireveranstaltung.“

SPD-Generalsekretär Lars Klingbeil begrüßte Böhmermann auf Twitter: „Herzlich willkommen in der SPD, lieber Genosse @janboehm“, schrieb er. Und wies dann auf all die mühseligen Aufgaben für SPD-Mitglieder hin, die manche Böhmermann wohl nicht recht zutrauen: „Jetzt geht's los! Infostände, Hausbesuche, Bürgergespräche, Plakate kleben. Wir freuen uns sehr, dass du jetzt an unserer Seite für eine starke Sozialdemokratie kämpfst!“

Und was ist Böhmermanns Ziel? Noch immer das gleiche wie Ende August: Er will an die Parteispitze. Gemäß SPD-Organisationsstatut werde er „gemeinsam mit vier durchgeknallten SPD Ortvereinen“ seine Bewerbung für den SPD-Vorsitz „offiziell und fristgerecht zum Parteitag einreichen, damit die Delegierten entscheiden können“, kündigte er auf Twitter an.

Rein formal hat Böhmermann offenbar noch die Möglichkeit, auf dem SPD-Parteitag vom 6. bis 8. Dezember in Berlin für den Parteivorsitz zu kandidieren. So könnte er wie auch andere mögliche Anwärter mit Unterstützung von drei Ortsverbänden bis zu zwei Monate vor dem Parteitag seinen Hut in den Ring werfen, sagte ein Parteisprecher am Mittwoch in Berlin. Im Fall einer Initiativbewerbung könnte er auch auch noch mit der Unterstützung von 50 Delegierten aus fünf Bezirken direkt auf dem Parteitag antreten.

SPD-Vorsitz: Wird Böhmermann in die SPD aufgenommen?

Update vom 9. September: Jan Böhmermann will offenbar hoch hinaus – zumindest in der SPD. In seiner Sendung „Neo Magazin Royal“ vom 29. August hat er ja verkündet, dass er neuer SPD-Chef werden wolle. Dafür reicht es nun zwar vorerst nicht mehr, die Bewerbungsfrist konnte er nicht einhalten. Doch er kann wohl erst mal SPD-Mitglied werden.

Der Geschäftsführer der Kölner SPD, Frank Mederlet, teilte der Deutschen Presse-Agentur mit, dass Böhmermann Mitglied des SPD-Ortsvereins Köthen in Sachsen-Anhalt werden könne. Normalerweise wird man zwar dort Mitglied, wo man wohnt. Doch die Kölner SPD habe nun beschlossen, Böhmermann eine Ausnahmegenehmigung zu erteilen. So kann er in Köthen SPD-Mitglied werden. 

Mederlet erklärte, ob Böhmermann nun SPD-Mitglied werden könne, liege beim Kreisverband Anhalt-Bitterfeld. Das hat auch Böhmermann schon mitbekommen. Auf Twitter schreibt er: „Jetzt kommt es – wieder einmal in der deutschen Geschichte – auf Sachsen-Anhalt an.“

SPD-Vorsitz: Jan Böhmermann will SPD-Chef werden

Erstmeldung vom 30. August: Meint er es ernst oder ist das alles nur ein ganz großer Gag? Bei Jan Böhmermann weiß man ja nie so genau. Jetzt jedenfalls will der Satiriker SPD-Chef werden. Das kündigte Böhmermann in seiner Show „Neo Magazin Royale“ vom 29. August an. Willy Brandt sei ihm im Traum erschienen und habe ihm gesagt: „Du musst es machen, der Olaf (Scholz) ist 'ne Pfeife.“

An die Adresse der Parteimitglieder sagte der Entertainer: „Ich bin bereit, die SPD zu retten, wenn Ihr mir dabei helft.“ Der Entertainer hat nach eigenen Worten bisher noch kein SPD-Parteibuch. Er beteuerte, die Aktion sei kein Witz. Bei „Neo Magazin Royale“ ist Ironie allerdings fester Bestandteil der Show.

„Ich möchte einmal in aller Deutlichkeit sagen: Es geht um die SPD, nicht um mich!“ So startete der ZDF-Satiriker Jan Böhmermann unter dem Twitter-Hashtag „neustart19“ seine Bewerbung um den SPD-Vorsitz. Neben seinem Konterfei, halb verdeckt von einer sorgenvollen Hand. Meint er es ernst? Manche Kommentare nehmen seine Vorsitzkandidatur bierernst, andere machen sich einen Spaß – und schlagen Heidi Klum als Co-Vorsitzende vor.

Fünf SPD-Unterbezirke braucht Böhmermann für eine Kandidatur. Angeblich hat er schon vier hinter sich – und offenbar auch die Jusos. Aber das Partei-Establishment rümpft seine kollektive Nase. Die für die Kandidatur notwendige Parteimitgliedschaft will man ihm verweigern. 

SPD-Vorsitz: Jan Böhmermann startet Kampagne

Seine Kampagne hat den Hashtag #neustart19, die Website den Namen neustart19.de. Jedoch müsse er noch drei Herausforderungen bewältigen, wie der 38-Jährige auf der Website schreibt: „1. Formell muss die Kandidatur für den Parteivorsitz bis Sonntag um 18 Uhr eingereicht sein. 2. Ich brauche bis dahin die Unterstützung von fünf SPD-Unterbezirken, einem Bezirk oder einem Landesverband. 3. Ich brauche bis dahin eine gültige Mitgliedschaft in der SPD.“

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„Wenn die Sozialdemokratische Partei Deutschlands tatsächlich die effiziente Demokratiemaschine ist, für die ich sie halte, muss es doch möglich sein, die Formalitäten für meine Kandidatur innerhalb von drei Tagen zu erledigen“, frohlockte der Entertainer auf seiner Kampagnen-Website. In der ZDFneo-Sendung zeigte sich Böhmermann aber etwas zurückhaltender: „Ich weiß nicht, ob es klappt. Wir haben jetzt nur noch 70 Stunden Zeit“, sagte er zu seinem Studiogast Aurel Mertz. Die Bewerbungsfrist für die Nachfolge von Andrea Nahles als Parteivorsitzende läuft am 1. September ab. (mit dpa)

Am Samstagabend (26.10) gibt die SPD bekannt, welches Duo die Patei künftig führen wird oder welche Duos in die Stichwahl gehen.

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