Wurde er umgebracht?

„Weißhelm“-Gründer Le Mesurier stirbt in Istanbul: Myteriöser Tod wirft Fragen auf - war er ein britischer Agent?

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  • Alexander Kaindl
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Die Rettungsorganisation „Weißhelme“ bewahrte im Syrien Krieg mehr als 100.000 Menschen vor dem Tod. Jetzt ist deren Gründer plötzlich verstorben. Aber warum?

  • James Le Mesurier gründete 2013 die Rettungsorganisation „Weißhelme“.
  • Dank der Organisation wurden im syrischen Bürgerkrieg wohl über 100.000 Menschenleben gerettet.
  • Nun ist der britische Gründet tot - sein Ableben gibt Rätsel auf.

Update vom 12. November, 8.41 Uhr:

Der aus Großbritannien stammende Gründer der syrischen Rettungsorganisation Weißhelme ist in Istanbul tot aufgefunden worden. Die Polizei vermutet, dass der 48-Jährige aus großer Höhe stürzte. Seine Frau habe bei der Polizei ausgesagt, er habe in letzter Zeit „extremen Stress“ gehabt und deshalb Schlafmittel und andere Medikamente eingenommen, berichtete Anadolou. 

Wie die Bild zudem berichtet, soll Le Mesuriers Frau angegeben haben, dass ihr Mann Psychopharmaka genommen habe. Wenige Tage vor seinem Tod habe sich sein Zustand zudem verschlechtert.

Das Paar soll demnach bis in den frühen morgen gemeinsam wach gewesen sein und dann gemeinsam ein Schlafmittel eingenommen haben. Die Frau sei dann erst durch die Klingel geweckt worden - ihr Mann lag nicht mehr neben ihr. Beim Blickm aus dem Fenster des dritten Stocks habe sie ihren Mann dann bereits am Boden liegen sehen. 

Das Haus des Paares sei zudem durch einen Fingerprint-Türöffner gesichert gewesen, so dass niemand außer den beiden hineingelangen hätte können. 

Dennoch gibt es Zweifel an der offiziellen Darstellung. „Weißhelm“-Vertreter vermuteten gegenüber der BBC, dass es sich um einen gewaltsamen Tod gehandelt haben könnte. Sie vermuten eine staatliche Aktion. Wie die Bild zudem berichtet erklärte das russische Außenministeriumn nur drei Tage vor seinem Tod, dass Le Mesurier ein Ex-Agent des britischen Geheimdienstes MI6 sei.

Der türkische Präsident Erdogan reist nun nach Washington zu Donald Trump, um über den Konflikt in Nordsyrien zu beraten.

Seine Organisation rettete tausende Leben - Weißhelme-Gründer stirbt unter mysteriösen Umständen

Istanbul/Damaskus - Der aus Großbritannien stammende Gründer der syrischen Rettungsorganisation Weißhelme ist in Istanbul ums Leben gekommen. Das bestätigte deren Leiter Raid al-Salih der Deutschen Presse-Agentur am Montag - allerdings ohne Details zur Todesursache zu nennen. „James Le Mesurier ist am Montag in Istanbul gestorben und der Fall ist jetzt in den Händen der türkischen Polizei“, sagte Salih.

Doch warum musste Le Mesurier sterben? Nach Informationen der Bild ist der Tod durchaus mysteriös. Le Mesurier soll am Montagmorgen unterhalb seiner Wohnung in Istanbul leblos gefunden worden sein. Offenbar war er vom Balkon gestürzt - oder gestürzt worden?

James Le Mesurier: Weißhelme-Gründer plötzlich tot - wurde er ermordet?

Der BBC-Journalist Mark Urban twitterte, dass es gut möglich sei, dass es sich um Mord handele. Dahinter könne ein Staat stecken, spekuliert Urban. Oder war es doch Selbstmord? In türkischen Medien heißt es, dass Le Mesurier und seine Gattin offenbar Schlaftabletten genommen hätten.

Die Weißhelme wurden durch ihren Einsatz im syrischen Bürgerkrieg bekannt, vor allem im Osten der lange Zeit heftig umkämpften Stadt Aleppo. Sie waren nach Bombenangriffen oft unter den ersten Helfern vor Ort. 

Weißhelme: Le Mesuriers Organisation rettete Tausende Leben

In den vergangenen acht Jahren retteten sie nach US-Angaben mehr als 115.000 Menschen. 2016 wurde die Organisation mit dem Alternativen Nobelpreis ausgezeichnet. Eine Kurz-Dokumentation über sie wurde außerdem mit einem Oscar ausgezeichnet.

Die Weißhelme sind offiziell als Syrischer Zivilschutz (SCD) bekannt. Der frühere britische Armee-Offizier James Le Mesurier gilt als treibende Kraft bei der Gründung der Organisation im Jahr 2013. Die Arbeit der rund 3000 Freiwilligen wird mitunter durch Spenden aus dem Ausland möglich gemacht. Die Bundesregierung unterstützt die Weißhelme schon seit längerem, die US-Regierung hatte erst vor drei Wochen Hilfen in Höhe von 4,5 Millionen Dollar zugesagt.

Währenddessen eskalieren in Hongkong weiterhin die Proteste. Außerdem bestätigte die Bundesregierung, dass die Türkei Abschiebungen nach Deutschland plant

akl/dpa

Rubriklistenbild: © dpa / Uncredited

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