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Brasilien-Wahl: Politiker wirft Handgranate auf Polizisten – „Guter Freund“ von Bolsonaro

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Jair Bolsonaro
Während der Wahl in Brasilien kommt es immer wieder zu politisch motivierter Gewalt. Präsident Jair Bolsonaro bestreitet jetzt seine Freundschaft zu einem Politiker, der zwei Polizisten mit einer Granate verletzt hat. (Archivbild) © Eraldo Peres/dpa

In Brasilien verletzt ein Politiker zwei Polizisten mit einer Granate. Präsident Jair Bolsonaro bringt der Vorfall mitten im Wahlkampf in Bedrängnis.

Rio de Janeiro – Ein rechtsgerichteter Politiker und Unterstützer des brasilianischen Präsidenten Jair Bolsonaro hat sich seiner Festnahme durch die Polizei mit Gewalt widersetzt. Dabei verletzte er eine Woche vor der Stichwahl in Brasilien zwei Beamte mit einer Granate. Der frühere Abgeordnete Roberto Jefferson sollte von Polizisten aus seinem Haus in der Stadt Levy Gasparian im Bundesstaat Rio de Janeiro abgeführt werden, als er die Granaten abfeuerte, wie die Behörden am Sonntag mitteilten.

Jeffersons Überweisung ins Gefängnis war vom Obersten Gericht in Brasilien angeordnet worden, weil dieser gegen die Auflagen seines Hausarrests verstoßen haben soll. Der Hausarrest gegen den Ex-Abgeordneten war verhängt worden, weil dieser eine Richterin in den Onlinenetzwerken unflätig beschimpft hatte.

Brasilien-Wahl: Bolsonaro bestreitet Freundschaft mit verhaftetem Politiker

Der Politiker verschanzte sich nach Angaben der Polizei acht Stunden lang vor den Beamten in seinem Haus. Dabei habe er in seinem Widerstand gegen die Festnahme „Schusswaffen und Sprengstoff“ eingesetzt. Nach „intensiven Verhandlungen“ sei Jefferson schließlich festgenommen worden. Er muss sich nun auch wegen des Vorwurfs eines versuchten Tötungsdelikts verantworten.

Bolsonaro verurteilte unverzüglich den Gewaltakt des Ex-Abgeordneten. „Jede Person, die auf einen Polizisten schießt, muss wie ein Bandit behandelt werden“, schrieb der rechtsradikale Präsident im Onlinedienst Twitter. Bolsonaro bekundete seine Solidarität mit den verletzten Polizisten.

Brasilien-Wahl: Festgenommener Politiker ist „guter Freund“ von Jair Bolsonaro

Die beiden Beamten wurden nach Angaben der Polizei nicht schwer verletzt. Sie seien nach ihrer medizinischen Versorgung bei guter Gesundheit, hieß es.

Jefferson hatte sich vor zwei Jahren als „guten Freund“ Bolsonaros bezeichnet. Der Präsident bestritt am Sonntag (23. Oktober) jedoch, persönliche Verbindungen zu dem Ex-Abgeordneten zu unterhalten. Brasilianische Medien veröffentlichten allerdings mehrere Fotos aus der Zeit seit Bolsonaros Amtsantritt im Jahr 2019, die den Staatschef zusammen mit Jefferson zeigen.

Wahl in Brasilien: Politisch motivierte Gewalt im Wahlkampf

Bolsonaro tritt am kommenden Sonntag bei der Stichwahl in Brasilien an. Es geht um das höchste Staatsamt. Bolsonaro tritt gegen den linksgerichteten Ex-Präsidenten Luiz Inácio Lula da Silva an. Im ersten Wahlgang am 2. Oktober konnte Lula zwar mehr Stimmen als Bolsonaro erreichen, seine Überlegenheit von 48 zu 43 Prozent reichte allerdings nicht für den Sieg.

Das politische Klima im größten lateinamerikanischen Land ist extrem polarisiert, der Wahlkampf wird mit sehr harten Bandagen geführt. Bereits mehrfach kam es vor dem Hintergrund des Wahlkampfs zu politisch motivierten Gewaltakten. (AFP)

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