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40 Jahre Haft für Karadzic

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Radovan Karadzic im Gerichtssaal in Den Haag.
Radovan Karadzic im Gerichtssaal in Den Haag. © dpa

Radovan Karadzic ist laut dem UN-Tribunal verantwortlich für das Massaker von Srebenica und für weitere Verbrechen gegen die Menschlichkeit. Das Gericht verurteilt den ehemaligen bosnischen Serbenführer zu 40 Jahren Haft.

Das UN-Kriegsverbrechertribunal in Den Haag hat den früheren bosnische Serbenführer Radovan Karadzic zu 40 Jahren Haft veruteilt. Es befand ihn des Völkermordes im Zusammenhang mit dem Massaker von Srebrenica mit 8000 Toten für schuldig. Auch in neun weiteren von insgesamt elf Anklagepunkten sprachen ihn die UN-Richter am Donnerstag unter anderem wegen Kriegsverbrechen und Verbrechen gegen die Menschlichkeit für schuldig. Es wird damit gerechnet, dass der 70-Jährige in Berufung geht.

Unter Karadzics Oberbefehl stürmten serbische Truppen 1995 zudem die UN-Schutzzone im bosnischen Srebrenica und ermordeten 8000 muslimische Jungen und Männer. Das Massaker von Srebrenica gilt als schlimmstes Kriegsverbrechen in Europa seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs. Insgesamt wurden 100.000 Menschen im Bosnienkrieg von 1992 bis 1995 getötet.

Auch bei der Belagerung Sarajewos hat Karadzic Kriegsverbrechen begangen. Zudem habe er Verbrechen gegen die Menschlichkeit in Teilen Bosniens begangen, urteilten die UN-Richter am Donnerstag. Dem heute 70-Jährigen wurde die jahrelange Belagerung der bosnischen Hauptstadt Sarajewo und eine Kampagne zur Vertreibung bosnischer Muslime und Kroaten aus den Städten des Landes zur Last gelegt.

Unter Karadzics Oberbefehl stürmten serbische Truppen 1995 zudem die UN-Schutzzone im bosnischen Srebrenica und ermordeten 8000 muslimische Jungen und Männer. Das Massaker von Srebrenica gilt als schlimmstes Kriegsverbrechen in Europa seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs. Insgesamt wurden 100.000 Menschen im Bosnienkrieg von 1992 bis 1995 getötet. 2008 war Karadzic nach elf Jahren auf der Flucht festgenommen worden.

Trotz 100 000 Toten, noch viel mehr Vertriebenen und den schlimmsten Verbrechen seit dem Zweiten Weltkrieg in Europa hat sich der bosnische Serbenführer im Bürgerkrieg (1992-1995), Radovan Karadzic, keiner Schuld bewusst gezeigt. „Radovan bereut nichts“, sagte dessen Nachfolgerin an der Spitze des serbischen Teilstaates, Biljana Plavsic, am Donnerstag der größten serbischen Zeitung „Blic“.

Der Schaffung eines großserbischen Staates auf dem Gebiet des früheren Jugoslawien hat der heute 70-Jährige alles untergeordnet. Und so sind für ihn die Kriegsgräuel zu akzeptierende „Kollateralschäden“ geblieben.

Auch heute sieht Karadzic die Serben als von Gott erwähltes „himmlisches Volk“, das den muslimischen Bosniaken zivilisatorisch überlegen ist.

Nach der serbischen Niederlage musste er 1996 auf Druck der USA abtreten. Seiner späteren Festnahme entging er zwölf Jahre lang mit Hilfe des serbischen Geheimdienstes durch seine Metamorphose zum Wunderheiler Dr. Dabic.

Der von heimischen Psychologen als Narzisst beschriebene mutmaßliche Kriegsverbrecher lebte mit schlohweißem Rauschbart und mächtigem Haarknoten unbehelligt öffentlich in Belgrad. Vor dem UN-Tribunal in Belgrad hat er sich selbst verteidigt. (FR/reuters/dpa)

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