+
Jacques Chirac war französischer Premierminister (1974-1976 und 1986-1988) und Staatspräsident (1995-2007). (Archivbild)

Französischer Politiker

Jacques Chirac ist tot – Steinmeier: „Deutschland hat ihm viel zu verdanken“

Der frühere französische Präsident Jacques Chirac ist tot. Der 86-Jährige starb im Kreise seiner Angehörigen. Politiker aus der ganzen Welt würdigen ihn als großen Politiker.

Update vom Freitag, 27.09.2019, 7.29 Uhr: Der frühere französische Staatschef François Hollande hat den verstorbenen Amtsvorgänger Jacques Chirac als einen großen Vertreter Frankreichs gewürdigt. „Er war ein Kämpfer“, erklärte Hollande, der von 2012 bis 2017 im Élyséepalast regierte, via Twitter. „Die Franzosen, gleich welcher Auffassung, verlieren heute einen Staatsmann, aber auch einen Freund“, schrieb der Sozialist. Auch der russische Präsident Wladimir Putin hat Chirac als weisen und weitsichtigen Staatsmann gewürdigt. Eine ganze Ära in der Geschichte Frankreichs sei mit seinem Namen verbunden, heißt es in einem Beileidsschreiben, das der Kreml am Donnerstag in Moskau veröffentlichte. 

Putin habe den früheren Präsidenten für seinen Verstand, sein großes Wissen und die Fähigkeit bewundert, fundierte Entscheidungen selbst in den schwierigsten Situationen zu treffen. Zugleich erinnerte der Kremlchef daran, dass Chirac persönlich einen großen Beitrag geleistet habe, damit sich die Beziehungen zwischen Frankreich und Russland weiter entwickelten.

Bundespräsident Steinmeier: Deutschland hat Jacques Chirac viel zu verdanken

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat das politische Engagement Chiracs gewürdigt. „Jacques Chirac hatte den Anspruch, Politik und Zukunft seines Landes und Europas zu gestalten - und auch den Mut, sich der Geschichte des eigenen Landes kritisch zu stellen“, schrieb Steinmeier am Donnerstag in einem Beileidsschreiben an den französischen Präsidenten Emmanuel Macron.

Als Premierminister und Staatspräsident Frankreichs habe Chirac die Geschichte und das politische Leben der Französischen Republik über Jahrzehnte mitgeprägt. „Die Nachricht vom Tod von Jacques Chirac erfüllt mich mit tiefer Trauer“, schrieb Steinmeier weiter. Deutschland habe ihm viel zu verdanken.

Update, 19.40 Uhr: Mit einer eintägigen Staatstrauer würdigt Frankreich am Montag, dem 30.9.,  den verstorbenen Ex-Präsidenten Jacques Chirac. Wie das Büro von Präsident Emmanuel Macron mitteilte, wird es einen Trauergottesdienst in der Kirche Saint-Sulpice in Paris geben. Trauernde können bereits ab Donnerstagabend bis Sonntag im Elysée-Palast kondolieren. 

Update, 18.05 Uhr: In Gedenken an Frankreichs früheren Staatspräsidenten Jacques Chirac bleibt die traditionelle Nachtbeleuchtung des Eiffelturms am Donnerstagabend aus. Die Lichter sollten ab 21 Uhr ausgeschaltet werden, bestätigte die Betreibergesellschaft des Pariser Wahrzeichens. Außerdem sollte der Turm früher schließen als normalerweise. 

Update, 14.05 Uhr: Auch Angela Merkel hat sich inzwischen zum Tod von Jacques Chirac geäußert. Die Kanzlerin würdigte den verstorbenen früheren französischen Präsidenten als „herausragenden Partner und Freund“. Sie trauere mit seiner Familie und mit dem französischen Volk um einen großen Staatsmann und Europäer, erklärte Merkel nach Angaben von Regierungssprecher Steffen Seibert in Berlin. Merkel äußerte sich demnach auch persönlich „sehr traurig über die Nachricht vom Tod Jacques Chiracs“.

Gerhard Schröder würdigt Jacques Chirac als großen Europäer

Update, 13.25 Uhr: Der frühere Bundeskanzler Gerhard Schröder würdigt den verstorbenen französischen Ex-Staatschef Jacques Chirac als großen Europäer. „Ihm war klar, dass Europa nur gut funktionieren kann, wenn Deutschland und Frankreich sich einig sind“, sagte Schröder am Donnerstag in Berlin. „Die symbolisch wichtigste Geste zeigte er am 60. Jahrestag des „D-Day“ im Jahr 2004, als er mich als Vertreter Deutschlands zur Gedenkveranstaltung in der Normandie einlud“, sagte Schröder. „Er war ein erfahrener Politiker, ein geschichtsbewusster Europäer, ein charmanter Mensch. (...) Ich werde einen Mann vermissen, der mir zum Freund geworden ist.“

Update, 12.35 Uhr: EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker würdigt die Verdienste von Jacques Chirac. Der Präsident verliere einen engen persönlichen Freund, sagte Junckers Sprecherin Mina Andreeva in Brüssel. „Der Präsident findet keine Worte, seine Trauer auszudrücken“, sagte sie. Chiracs politisches Erbe für Frankreich und Europa werde ewig Bestand haben.

Jacques Chirac mit 86 Jahren gestorben

Erstmeldung, 26.9., 12.10 Uhr: Der frühere französische Präsident Jacques Chirac ist tot. Er starb am Donnerstag im Alter von 86 Jahren, wie sein Schwiegersohn Frédéric Salat-Baroux der Nachrichtenagentur AFP sagte. Chirac sei am Morgen im Kreis seiner Angehörigen gestorben.

Im Laufe seine langen politischen Karriere war Chirac mehrfach Minister, zweimal Premierminister (1974-1976 und 1986-1988) und zwölf Jahre lang, von 1995 bis 2007, Präsident Frankreichs.

Der konservative Politiker prägte wie kaum ein anderer Politiker über Jahrzehnte das Bild Frankreichs und war bei seinen Landsleuten wegen seiner Volksnähe populär.

Jacques Chirac: In der Außenpolitik in der Tradition von de Gaulle

In der Außenpolitik sah sich Jacques Chirac in der Tradition von Republikgründer Charles de Gaulle und vertrat den Kurs eines außenpolitisch unabhängigen Frankreichs, insbesondere auch im Verhältnis zu Washington. 

Chirac wurde rechtskräftig wegen Veruntreuung öffentlicher Gelder verurteilt. Seit langem war der konservative Politiker gesundheitlich schwer angeschlagen. (afp/dpa/FR)

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion