Juan Guaidó

IWF berät Venezuelas Zukunft

Human Rights Watch warnt vor einer Katastrophe.

Der Internationale Währungsfonds (IWF) diskutiert über eine Anerkennung des venezolanischen Oppositionsführers Juan Guaidó. Das bestätigte IWF-Chefin Christine Lagarde am Donnerstag (Ortszeit) auf der Frühjahrstagung des IWF in Washington. Man warte darauf, dass die Mitglieder entscheiden, welches Staatsoberhaupt sie anzuerkennen gedenken. „Während wir miteinander sprechen, befindet sich eine ganze Reihe Mitglieder in einem Prozess“, sagte Lagarde. Sobald der abgeschlossen sei, werde der Fonds agieren. Die Organisation Amerikanischer Staaten erkannte diese Woche Gustavo Tarre, einen Vertrauten Guaidós als legitimen Vertreter Venezuelas in der OAS an.

Der IWF hat zur Zeit 189 Mitglieder. Größter und mächtigster Anteilseigner sind die USA, die Guaidó bereits als Staatsoberhaupt anerkannt haben. Es geht unter anderem auch um Zugriff auf Geld, das beim IWF lagert. Da sich die Mitglieder in der Frage bisher nicht einig sind, kann derzeit auch kein Geld fließen – weder an die Opposition, noch an die Regierung Maduro. Ein Sprecher des Fonds bestätigte am Mittwoch die Blockade. Gleichwohl sei man „sehr, sehr besorgt über die humanitäre Krise, die in Venezuela stattfindet“, versicherte Lagarde. Und man sei auch vorbereitet, so schnell als möglich zu handeln. Das Ausmaß der humanitären und ökonomischen Krise verlange nach Anstrengungen auf mehreren Ebenen. Humans Rights Watch und Forscher der amerikanischen Johns Hopkins School of Medicine haben die Vereinten Nationen aufgefordert, Venezuela zu einer „humanitären Katastrophe“ zu erklären, die sich für die gesamte Region zu einem schwerwiegenden Risiko auswachsen könnte.

Nach Angaben der UN benötigen sieben Millionen Venezolaner Hilfe – fast ein Viertel der Bevölkerung. Der selbsternannte Interimspräsident des Landes befindet sich seit Monaten in einem Machtkampf mit dem umstrittenen linksnationalistischen Staatschef Nicolás Maduro. (dpa)

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