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Ivanka Trumps Kontakte zur Deutschen Bank

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Von: Max Schäfer

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Ivanka Trump hält eine Rede.
Ivanka Trump soll für die Trump Organization die Finanzierung von Immobilien verhandelt haben, unter anderem auch mit der Deutschen Bank. © Alessandro della Valle/dpa

Die Staatsanwaltschaft New York ermittelt gegen die Trump Organization. Auch Ivanka Trump und die Deutsche Bank stehen dabei im Fokus.

New York – Die Staatsanwaltschaft des US-Bundesstaates New York intensiviert ihre Ermittlungen gegen die Trump Organization und hat Dienstagnacht (18.01.2022) bei einem Gericht die Vorladung für Donald Trump, seinen ältesten Sohn Donald Trump Jr. und auch Ivanka Trump beantragt. Sie sollen unter Eid zu den Vorwürfen aussagen, jahrelang betrügerische Bewertungen ihres Vermögens verwendet zu haben, um wirtschaftliche Vorteile zu erzielen.

Bei der Ermittlungen rückt dabei auch Ivanka Trump in den Fokus, die vor ihrer Beratertätigkeit im Weißen Haus, Executive Vice President für Entwicklung und Akquise der Trump Organization war. In ihrem 115-seitigen Antrag wirft Letita James, Generalstaatsanwältin von New York, Ivanka Trump vor, gegenüber der Deutschen Bank und der US-Regierung irreführende Angaben zur finanziellen Situation des Unternehmens gemacht zu haben.

Ivanka Trump soll der Deutschen Bank irreführende Bilanzen vorgelegt haben

Ivanka Trump war laut Staatsanwaltschaft in alle Bereiche der Hotel- und Immobilienverwaltung der Trump Organization eingebunden und war dabei aktiv an der Bewertung, Planung, Finanzierung, dem Verkauf und dem Marketing beteiligt. Sie soll außerdem die Finanzierung und Versicherung von Immobilien verhandelt haben. Im Rahmen dieser Tätigkeit habe sie mit dem Finanzvorstand Allen Weisselberg zusammengearbeitet, der bereits wegen Steuerbetrugs angeklagt ist.

„Bis 2017 war Frau Trump eine Ansprechpartnerin für den größten Geldgeber der Trump Organization, die Deutsche Bank. Im Zusammenhang mit dieser Arbeit veranlasste Frau Trump, dass der Deutschen Bank und der Bundesregierung irreführende Bilanzen vorgelegt wurden“, heißt es im Antrag der Generalstaatsanwältin. Drei Immobilien stehen dabei im Fokus der Ermittlungsbehörden

Ivanka Trump spielte zentrale Rolle bei Immobiliengeschäften von Donald Trump

Ivanka Trump soll mit US-Bundesbehörden die Pacht des alten Postamtes in Washington D.C. verhandelt haben, das zum Trump International Hotel umgebaut wurde. Das Angebot habe Stellungnahmen zur finanziellen Situation Donald Trumps enthalten. Im Rahmen der weiteren Finanzierung habe Ivanka Trump mehrere Anfragen an die Deutsche Bank gestellt, so die Staatsanwaltschaft New York.

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Im Rahmen der Finanzierung des Trump National Doral Golfressorts in Miami und dem Trump Tower in Chicago verhandelte Ivanka laut Staatsanwaltschaft mit der Deutschen Bank und war dabei für die Schließung der Darlehensbedingungen verantwortlich. Dabei habe sie auch Angaben zur Bürgschaft Donald Trumps gemacht. Es soll sich um „besondere“ Kredite gehandelt haben und die Auszahlung werde wegen des finanziellen Profils Trumps empfohlen, heißt es im Bericht der Staatsanwaltschaft, die sich auf interne Dokumente der Deutschen Bank stützt.

Trump Organization soll Immobilien zu hoch bewertet haben

Auch ein von Ivanka Trump gemietetes Appartment an der Trump Park Avenue in New York City ist in den Fokus der Generalstaatsanwältin Letitia James geraten. Im Mietvertrag soll es eine Kaufoption für 8,5 Millionen Dollar gegeben haben. In den Finanzberichten der Trump Organization von 2011 und 2012 sei das Appartment jedoch mit einem Wert von 20,8 Millionen Dollar angegeben worden, im Jahr 2013 sogar mit 25 Millionen Dollar.

Ivanka Trump hält sich seit Ende der Präsidentschaft ihres Vaters Donald Trump, den sie im Weißen Haus beraten hatte, bedeckt. Am Dienstag (18.01.2022) veröffentlichte sie Fotos von einem Wohltätigkeitsevent, das laut dem Boulevardblatt New York Post am Freitag (14.01.2022) in Rochester (New York) stattgefunden haben soll. (ms)

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