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Giorgio Napolitano (r.) zusammen mit der südkoreanischen Präsidentin Park Geun-hye im Oktober in Rom.
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Giorgio Napolitano (r.) zusammen mit der südkoreanischen Präsidentin Park Geun-hye im Oktober in Rom.

Mafia-Prozess

Italiens Staatschef drei Stunden befragt

Italiens Staatschef als Zeuge in einem Mafia-Prozess: Giorgio Napolitano wurde zu angeblichen Absprachen zwischen Politik und Mafia befragt. Im Anschluss gab es viel Lob für den 89-Jährigen.

Italiens Staatspräsident Giorgio Napolitano hat am Dienstag drei Stunden als Zeuge in einem Mafia-Prozess ausgesagt. Die Richter und Anwälte befragten den 89-Jährigen im Quirinalpalast in Rom, dem Sitz des Präsidenten. Es geht in dem seit Monaten laufenden Verfahren um einen mutmaßlichen «Nichtangriffspakt» zwischen hochrangigen Politikern und Mafia-Bossen in den 1990er Jahren. Die Staatsanwälte vermuten, dass die Behörden in dem Versuch, weitere Mafia-Morde zu verhindern, Haftbedingungen für mehr als 300 Mafiosi erleichterten.

Napolitano, der seit 2006 Staatspräsident ist, war von 1992 bis 1994 Präsident des Abgeordnetenhauses und wurde am Dienstag nur als Zeuge befragt. Das Staatsoberhaupt sagte laut einem beteiligten Anwalt aus, er habe nichts von möglichen Absprachen gewusst. Der 89-Jährige habe alle Fragen «mit größter Transparenz und Ruhe» beantwortet, teilte sein Amt anschließend mit. Er habe das Gericht um eine Abschrift seiner Aussage gebeten, um sie rasch veröffentlichen zu können.

Ein beteiligter Staatsanwalt sagte der Nachrichtenagentur Ansa, Napolitano habe ein großes Maß an Kooperation gezeigt und alle Fragen ausführlich beantwortet. Aus fast allen politischen Lagern kam Lob für den Staatschef. Nicht so von der populistischen Fünf-Sterne-Bewegung (M5S) des früheren Komikers Beppe Grillo. Napolitanos Priorität sei nicht die Suche nach der Wahrheit, hieß es laut Ansa in einer Mitteilung.

Wegen seines Amtes wurde Napolitano hinter verschlossenen Türen in Rom und nicht im Gerichtssaal in Palermo befragt, wo der Prozess eigentlich angesiedelt ist. Er sollte zu einem Brief eines früheren Beraters aussagen, in dem es um die Absprachen gegangen sein könnte. Angeklagt sind in dem Prozess unter anderem mehrere Mafia-Bosse und frühere Polizeichefs, der ehemalige italienische Innenminister Nicola Mancino und Marcello Dell'Utri, ein früherer Vertrauter von Ex-Regierungschef Silvio Berlusconi, der bereits wegen Mafia-Verwicklungen verurteilt worden ist. (dpa)

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