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Italien: Rechte Politikerin sorgt mit Vergewaltigungsvideo für Aufregung

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Von: Vincent Büssow

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In Italien findet die Wahl zum Ministerpräsidenten statt. Die rechtsnationalistische Kandidatin Giorgia Meloni tritt für die FDP an.
In Italien findet die Wahl zum Ministerpräsidenten statt. Die rechtsnationalistische Kandidatin postete Aufnahmen einer Vergewaltigung, um offenbar ihre politische Plattform zu untermauern. (Archivbild) © Valerio Portelli/dpa/picture alliance

Im Wahlkampf in Italien steht die rechte Kandidatin Giorgia Meloni in der Kritik. So postete Aufnahmen einer Vergewaltigung, um für ihre Asylpolitik zu werben.

Rom – Die italienische Politikerin Giorgia Meloni steht in der Kritik, Aufnahmen einer Vergewaltigung für den Wahlkampf missbraucht zu haben. Die Rechtsnationalistin kandidiert für das Amt der Premierministerin, wobei ihre Chancen durchaus gut stehen. Die aktuellen Vorwürfe kommen dementsprechend auch aus der Richtung ihrer Gegenkandidat*innen.

Das Video soll zunächst auf einer italienischen Nachrichtenseite erschienen sein. Wie der britische Guardian berichtet, zeigte es die Vergewaltigung einer 55-jährigen Frau, deren Gesicht unkenntlich gemacht wurde. Ihre Schreie seien jedoch deutlich zu hören gewesen. Bei dem Täter, den die Polizei später festgenommen habe, soll es sich um einen Asylbewerber aus Guinea handeln. Meloni postete die Aufnahme später auf ihrem Twitter-Kanal.

Wahlkampf in Italien: Kritik an rechter Spitzenkandidatin Giorgia Meloni

„Man kann angesichts dieser grausamen Episode sexueller Gewalt gegen eine ukrainische Frau, die tagsüber in Piacenza von einem Asylbewerber begangen wurde, nicht schweigen“, schrieb Meloni. „Ich werde alles tun, um die Sicherheit in unseren Städten wiederherzustellen.“ Zuvor hatte die Politikerin zu einer Seeblockade von Nordafrika aufgerufen, um Migranten daran zu hindern, in See zu stechen. Dass sie das Video nun offenbar nutzte, um ihre politische Plattform zu untermauern, brachte ihr einiges an Kritik ein.

ParteiVorsitzende:r
Movimento 5 StelleGuiseppe Conte
LegaMatteo Salvini
Partido DemocraticoEnrico Letta
Forza ItaliaSilvio Berlusconi
Fratelli d'ItaliaGiorgia Meloni

Giorgia Meloni im italienischen Wahlkampf: Rechte Kandidatin verteidigt sich

So schrieb etwa der Vorsitzende der Mitte-Links-Partei Partido Democratico, Enrico Letta, dass es „unsittlich“ sei, Bilder von Vergewaltigungen für Wahlzwecke zu nutzen. Igiaba Scego, eine Autorin aus Italien, fasste ihre Gefühle angesichts der Situation folgendermaßen zusammen: „Als Clickbait-Voyeurismus genutzt, statt geschützt zu sein. Dieser Wahlkampf ist entsetzlich.“ Wie die Berliner Zeitung berichtet, wies Giorgia Meloni die Vorwürfe zurück, da das Opfer im Video nicht zu erkennen sei, und die Aufnahme von einer großen nationalen Zeitung entnommen wurde. Der Original-Tweet von Meloni ist offenbar gelöscht worden.

Erst vor Kurzem war bekannt geworden, dass der ehemalige Ministerpräsident Silvio Berlusconi erneut in Italien zur Wahl antritt. Berlusconi war während seiner Amtszeit Protagonist einer Reihe von Kontroversen und Skandalen. In Italien wird am 25. September 2022 gewählt. (vbu mit dpa)

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