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Italien-Wahl: Umfrage – Ultrarechte FDI liegt vor Demokratischer Partei

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Von: Moritz Serif

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In Italien findet die Wahl zum Ministerpräsidenten statt. Die rechtsnationalistische Kandidatin Giorgia Meloni tritt für die FDP an.
In Italien findet die Wahl zum Ministerpräsidenten statt. Die rechtsnationalistische Kandidatin postete Aufnahmen einer Vergewaltigung, um offenbar ihre politische Plattform zu untermauern. (Archivbild) © Valerio Portelli/dpa/picture alliance

Am 25. September finden die Parlamentswahlen in Italien statt. Die Ultrarechten liegen in Umfragen knapp vor den Demokraten.

Rom – Falls die italienische Parlamentswahl am 25. September so ausgeht, wie das derzeit die Umfragen nahelegen, wird die 2012 von Giorgia Meloni mitbegründete und heute von ihr angeführte Rechtsaußen-Partei Fratelli d‘Italia (FDI) stärkste Kraft im Abgeordnetenhaus und im Senats. Die Institute sehen die FDI bei Werten um 24 Prozent, vor der Demokratischen Partei, der stärksten Kraft im Mitte-Links-Lager, die bei 22 Prozent liegt.

Gemeinsam mit den verbündeten Rechtsparteien Lega von Ex-Innenminister Matteo Salvini und Forza Italia des langjährigen Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi hat Meloni gute Chancen auf eine Regierungsmehrheit. Die beiden Männer, die zu unterschiedlichen Zeitpunkten früher selbst die mächtigste Position im Mitte-Rechts-Lager innehatten, liegen weit hinter FDI. Meloni selbst könnte somit Geschichte schreiben und nach der Wahl die erste Frau an der Spitze einer italienischen Regierung werden.

Italien-Wahl: Ultrarechte FDI liegt vorne

Ihre derzeitige Stärke liegt unter anderem darin begründet, dass die FDI als einzige größere Partei nicht zur Regierung der nationalen Einheit unter dem im Juli gestürzten Ministerpräsidenten Mario Draghi gehört hatte. „Sie ist ein Bezugspunkt für Protest und Unzufriedenheit“, sagt Sofia Ventura, Politologin an der Universität Bologna.

Außerdem ist die forsch und streitlustig auftretende Meloni ein gern gesehener Gast in italienischen Fernseh-Talkshows. Die 45-Jährige versucht seit Wochen, sich auf ihre mögliche Rolle als Regierungschefin vorzubereiten - indem sie sich bemüht, das Etikett „postfaschistisch“ loszuwerden, das ihrer Partei anhaftet.

Ultrarechte FDI: Erbin der Post-Mussolini-Partei MSI

Es ist ein Etikett, das in der Tradition der Partei begründet liegt: Die FDI tritt das Erbe der rechtsradikalen Movimento Sociale Italiano (MSI) an, die in den Jahrzehnten nach dem Zweiten Weltkrieg ein Sammelbecken für Nostalgiker der faschistischen Gewaltherrschaft unter Diktator Benito Mussolini war.

Auch Meloni selbst hat ihre Karriere weit Rechtsaußen begonnen: 1996 wurde sie als 19-Jährige zur Chefin der Azione Studentesca, deren Emblem das von Rechtsextremen in ganz Europa verwendete Keltenkreuz ist. In einem Interview mit dem französischen Fernsehsender France 3 sagt Meloni damals, Mussolini sei ein „guter Politiker“ gewesen.

Italien-Wahl: Das ist der Werdegang von Giorgia Meloni

Zehn Jahre später, bei der Parlamentswahl 2006, zog Meloni für die gemäßigte Rechtspartei Nationale Allianz (AN) ins Abgeordnetenhaus ein. 2008 wurde sie zur Jugendministerin in der bisher letzten Regierung Berlusconi ernannt und damit zur jüngsten Ministerin der Nachkriegsgeschichte. Meloni begann wegen der faschistischen Vergangenheit Italiens andere Töne anzuschlagen. (mse/afp)

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