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Italien-Wahl: Sea Watch kündigt wegen Meloni-Sieg Reaktion an

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Von: Moritz Serif

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Sea-Watch
Die Besatzung der Sea-Watch 3 verteilt Rettungswesten an Menschen in einem Schlauchboot, mit dem sie versuchten nach Europa zu gelangen. © Nora Boerding/Sea-Watch via AP/dpa

Nachdem das rechtsradikale Bündnis um Giorgia Meloni die Italien-Wahl gewinnen konnte, kündigt Sea Watch eine Reaktion an. Nachdem das rechtsradikale Bündnis um Giorgia Meloni die Italien-Wahl gewinnen konnte, kündigt Sea Watch ein neues Rettungsschiff an. 

Rom – Die deutsche Hilfsorganisation Sea Watch hat angekündigt, ein neues Rettungsschiff ins zentrale Mittelmeer entsenden zu wollen. Die „Sea Watch 5“ sei „schneller, größer und effizienter als ihre Vorgängerinnen“, hieß es am Montag (26. September) in einer Mitteilung. Damit reagierte die Organisation nach eigenen Angaben auch auf den Rechtsruck bei der Parlamentswahl in Italien am Sonntag (25. September).

„Statt ‚Mutter, Italienerin, Christin‘ sagen wir ‚Seenotrettung, Menschenrechte, Sea-Watch 5‘“, erklärte Sea-Watch-Vorstand Johannes Bayer mit Verweis auf die Selbstbezeichnung der Rechtsaußen-Wahlsiegerin Giorgia Meloni. Die Hilfsorganisation nannte das neue Schiff eine „Kampfansage an den Rechtsruck in Italien“.

Italien-Wahl: Sea Watch meldet sich zu Wort

Stimmen für Melonis Partei Fratelli d‘Italia (FDI) und ihr Bündnis seien auch Stimmen „für eine illegitime Einschränkung des Rechts auf Asyl und Migration“ gewesen, hieß es in der Mitteilung. Das neue Schiff, das bisher unter dem Namen „Ocean Don“ gefahren sei, habe eine Länge von 58 Metern und sei „besser gerüstet“ gegen „Abschreckungsversuche“ als seine Vorgängerinnen.

Als finanzielle Unterstützer wurde neben zahlreichen Privatpersonen auch das Bündnis „United4Rescue“ genannt. Die stellvertretende Vorsitzende Liza Pflaum erklärte, dass mit dem neuen Bündnisschiff „der tödlichen Abschottungspolitik der EU-Staaten ein starkes Zeichen der Solidarität und Mitmenschlichkeit“ entgegengesetzt werde.

Sea Watch schätzt Zahl der Toten ein – Italien-Wahl löst Besorgnis aus

Die Internationale Organisation für Migration (IOM) schätzte im August die Zahl der Toten und Vermissten auf der Fluchtroute über das Mittelmeer seit Jahresbeginn auf mehr als 1100 Menschen, davon mehr als 900 im zentralen Mittelmeer. Diese Route von Nordafrika nach Europa gilt als gefährlichste Migrationsroute der Welt.

Der deutliche Sieg des rechten Lagers bei der Parlamentswahl in Italien hat viel Besorgnis über den künftigen Kurs des Landes in Europa ausgelöst. Der stellvertretende Vorsitzende der SPD-Bundestagsfraktion, Achim Post, sprach am Montag von einem „bitteren Tag für alle, die ein starkes und demokratisches Europa wollen“. Grünen-Chef Omid Nouripour schloss eine Schwächung der EU-Sanktionspolitik gegenüber Russland im Ukraine-Konflikt nicht aus. Einzig die AfD begrüßte den Wahlsieg der Rechten. (mse/afp)

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