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Italien-Wahl: Manfred Weber (CSU) unterstützt Berlusconi – und erntet Kritik

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Von: Moritz Serif

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Manfred-Weber
Wahlkampfhilfe für Berlusconi: CSU-Politiker Weber erntet Kritik. © IMAGO/Mateusz Wlodarczyk

Erneut ruft CSU-Politiker Manfred Weber zur Unterstützung von Silvio Berlusconi bei den italienischen Parlamentswahlen auf. Manche finden das befremdlich.

Straßburg - „Mit Berlusconi wird die Koalition pro-europäisch sein“, sagte Manfred Weber, CSU-Politiker im Europaparlament. Führende Europapolitiker:innen von SPD, Grünen und FDP üben scharfe Kritik an dieser Unterstützung. Mit seinem Wahlkampf für das von Berlusconi angestrebte Rechtsbündnis stärke Weber antieuropäische Kräfte, sagte die Vizepräsidentin des EU-Parlaments, Katarina Barley (SPD). Für den eigenen Machterhalt kooperiere Weber werde mit „Antidemokraten“

Berlusconi sei „ein zwielichtiger Politiker, der sich schon mehrfach wegen Korruption und anderer Affären verantworten musste“, sagte Rasmus Andresen, Sprecher der deutschen Grünen im Parlament. Es sei befremdlich, dass Weber Berlusconi so offen unterstütze.

Italien-Wahl: Manfred Weber unterstützt Berlusconi – und erntet Kritik

FDP-Politikerin Nicola Beer kommentierte, dass Berlusconi „nicht unterstützenswert“ sei. Weber hatte zuletzt unter anderem im Gespräch mit Medien für den 85 Jahre alten Berlusconi und dessen Partei Forza Italia geworben. Diese gehört zur größten europäischen Parteienfamilie EVP, deren Vorsitzender Weber seit einigen Monaten ist.

Berlusconis Forza Italia könnte nach derzeitigen Umfragen bei der Italien-Wahl am 25. September als Teil eines Dreierbündnisses zu den Gewinnern gehören. Favoritin auf das Amt der Regierungschefin ist Giorgia Meloni von der rechtsextremen und nationalistischen Partei Fratelli d‘Italia (Brüder Italiens).

Umfragen zur Italien-Wahl: Ultrarechte liegen aktuell vorne

Zudem gilt die rechtspopulistischen Lega mit Matteo Salvini als möglicher Teil eine Regierungsmehrheit. Berlusconi selbst kandidiert für den Senat, die kleine der zwei Parlamentskammern. Umstritten ist Berlusconi unter anderem wegen seines unklaren Verhältnisses zu Kremlchef Wladimir Putin und früherer Skandale.

So läuft gegen ihn noch immer ein Korruptionsprozess um sogenannte „Bunga-Bunga-Partys“ mit minderjährigen Frauen. In bisherigen Prozessen rund um die Partys war er wegen Amtsmissbrauch und Förderung von Prostitution Minderjähriger aus Mangel an Beweisen freigesprochen worden.

Weber über Berlusconi: Klar europäisch

Die italienische Tageszeitung Corriere della Sera zitierte Weber zuletzt mit den Worten, jeder, der wolle, dass die künftige Mitte-Rechts-Mehrheit in Italien pro-europäisch sein werde, müsse für Berlusconi und dessen Parteifreund Antonio Tajani stimmen. Weber spielte damit darauf an, dass Berlusconi und Tajani im Gegensatz zu Salvini und Meloni als klar pro-europäisch gelten. (mse/dpa)

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