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Wahl in Italien: Rechtsextreme Meloni lehnt Adoptionsrecht für Homosexuelle ab

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Von: Moritz Serif

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In Italien stehen die Parlamentswahlen an und der Wahlkampf wird bissiger. Die rechtsextreme Politikerin Meloni provoziert erneut mit einer Aussage. 

Rom – „Ich glaube, dass man den Kindern, die ohnehin schon Pech gehabt haben, das Bestmögliche bieten soll“, sagte Giorgia Meloni der Zeitung Corriere della Serra während des Wahlkampfs vor den italienischen Wahlen. Das „heißt einen Vater und eine Mutter zu haben, Stabilität in der Beziehung, das, das unser Gesetz vorschreibt“, so die rechtsextreme Kandidatin.

Meloni, Parteichefin der postfaschistischen Fratelli d‘Italia lehnt es somit ab, dass homosexuelle Paare Kinder adoptieren dürfen. Dass Meloni mit solchen Aussagen provoziert, ist indes nicht neu. Die Kandidatin lieferte sich außerdem ein Duell mit Enrico Letta, ihrem sozialdemokratischen Gegner. Kinder benötigten vor allem Liebe, so der Sozialdemokrat.

Giorgia Meloni, Parteichefin der postfaschistischen Fratelli d‘Italia, bei einem Wahlkampfauftritt.
Giorgia Meloni, Parteichefin der postfaschistischen Fratelli d‘Italia © IMAGO/www.imagephotoagency.it

Italien-Wahl: Meloni lehnt Adoption durch homosexuelle Paare ab

„Der Staat normt doch die Liebe nicht, Einrico Letta“, sagte die Politikerin. Laut italienischem Gesetz dürfen Lesben und Schwule keine Kinder adoptieren. Möglich ist es jedoch, dass der Partner des homosexuellen Paares das leibliche Kind des anderen adoptiert.

Falls die italienische Parlamentswahl am 25. September so ausgeht, wie das derzeit die Umfragen nahelegen, wird die 2012 von Giorgia Meloni mitbegründete und heute von ihr angeführte Rechtsaußen-Partei Fratelli d‘Italia (FDI) stärkste Kraft im Abgeordnetenhaus und im Senats. Die Institute sehen die FDI bei Werten um 24 Prozent, vor der Demokratischen Partei, der stärksten Kraft im Mitte-Links-Lager, die bei 22 Prozent liegt.

Italien-Wahl: Melonis Bündnis mit Salvini und Berlusconi

Gemeinsam mit den verbündeten Rechtsparteien Lega von Ex-Innenminister Matteo Salvini und Forza Italia des langjährigen Ministerpräsidenten Silvio Berlusconi hat Meloni gute Chancen auf eine Regierungsmehrheit. Die beiden Männer, die zu unterschiedlichen Zeitpunkten früher selbst die mächtigste Position im Mitte-Rechts-Lager innehatten, liegen weit hinter FDI. Meloni selbst könnte somit Geschichte schreiben und nach der Wahl die erste Frau an der Spitze einer italienischen Regierung werden.

Melonis Stärke liegt unter anderem darin begründet, dass die FDI als einzige größere Partei nicht zur Regierung der nationalen Einheit unter dem im Juli gestürzten Ministerpräsidenten Mario Draghi gehört hatte. „Sie ist ein Bezugspunkt für Protest und Unzufriedenheit“, sagt Sofia Ventura, Politologin an der Universität Bologna.

Meloni ist gern gesehene Gästin in italienischen Talkshows

Außerdem ist die forsch und streitlustig auftretende Meloni eine gern gesehene Gästin in italienischen Fernseh-Talkshows. Die 45-Jährige versucht seit Wochen, sich auf ihre mögliche Rolle als Regierungschefin vorzubereiten - indem sie sich bemüht, das Etikett „postfaschistisch“ loszuwerden, das ihrer Partei anhaftet. (mse/dpa/afp)

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