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Italien warnt: Russland könnte Atomwaffen einsetzen

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Von: Karolin Schäfer

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Zwar sei Russlands Einsatz von Atomwaffen im Ukraine-Krieg „unwahrscheinlich“, die Gefahr bestehe aber dennoch, warnte der italienische Verteidigungsminister.

Rom/Moskau – Russland warnte in der Vergangenheit bereits mehrfach vor dem Einsatz nuklearer Waffen im Ukraine-Krieg. Bundeskanzler Olaf Scholz sah zuletzt die Gefahr eines atomaren Angriffs gesunken. „Russland hat aufgehört, mit dem Einsatz von Atomwaffen zu drohen“, sagte der SPD-Politiker Anfang Dezember.

Zu dem Thema hat sich nun auch der italienische Verteidigungsminister Guido Crosetto im Kabinett Meloni geäußert. Medienberichten zufolge soll Crosetto in einem Interview vor dem Einsatz taktischer Nuklearwaffen im Ukraine-Konflikt gewarnt haben.

Die Raketen eines Mehrfachraketenwerfersystems: Mit der Zunahme der Kämpfe im Donbass nimmt auch der Einsatz von Artillerie zu. (Archivbild)
Die Raketen eines Mehrfachraketenwerfersystems: Mit der Zunahme der Kämpfe im Donbass nimmt auch der Einsatz von Artillerie zu. (Archivbild) © Madeleine Kelly/imago

News zum Ukraine-Krieg: Gefahr von Atomwaffen-Einsatz „besteht potenziell“

Die italienische Zeitung il Fatto Quotidiano berichtete am Mittwoch (28. Dezember) über die Äußerungen Crosettos. „Es ist für uns und für Moskau undenkbar, wenn der Punkt, an dem es kein Zurück mehr gibt, überschritten wird, wenn sie eine Niederlage riskieren. Kurz gesagt, die Gefahr besteht potenziell, auch wenn sie sehr unwahrscheinlich ist“, zitierte Newsweek den Minister.

Russland äußerte seit Beginn des Ukraine-Krieges immer wieder nukleare Drohgebärden. Zum Schutz des Landes und des Volkes werde die Föderation „alle zur Verfügung stehenden Mittel nutzen“, sagte Kremlchef Wladimir Putin noch im September. Das sei „kein Bluff“. Im Dezember deutete ein russischer Kommandeur den Einsatz von Atomwaffen als einzige Möglichkeit für Russlands Sieg in der Ukraine an.

Die Meinungen, ob Putin seine nukleare Drohungen wahr machen könnte, gehen auseinander. Putin mache damit „keinen Scherz“, betonte US-Präsident Joe Biden im Oktober laut Newsweek. Das US-amerikanische Institute for the Study of War (ISW) hingegen geht davon aus, dass der „Kreml mit seinen Drohungen die Ukraine zu Verhandlungen drängen und die Unterstützung des Westens für Kiew verringern wollte.“ Russlands Taktik funktioniere allerdings nicht, weshalb es in den vergangenen Wochen weniger Drohungen gegeben hätte. (kas)

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