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Mittelmeer

Italien: Tausende Geflüchtete erreichen Lampedusa per Boot

Zwischen Nordafrika und Sizilien nimmt die Zahl der per Boot Geflüchteten stark zu. Private Seenotretter:innen werden von Rom trotzdem weiter ausgebremst.

Rom – Die Zahl der in Italien ankommenden Geflüchteten hat sich im Vergleich zum Vorjahr verdreifacht. Innerhalb kurzer Zeit erreichten mehr als 200 Bootsmigrant:innen die italienische Mittelmeerinsel Lampedusa zwischen Nordafrika und Sizilien. Seenotretter:innen erwarteten weitere Boote. Das berichtet die Nachrichtenagentur Ansa. Rechte Parteien, darunter die mitregierende Lega von Ex-Innenminister Matteo Salvini, warnten am Wochenende vor „Tausenden illegalen Einwanderern“.

Schon in der Nacht waren einige Boote an der Küste angekommen, mehrere hundert Menschen wurden von Patrouillenschiffen aufgenommen und an Land gebracht. Damit sei die Zahl der Männer, Frauen und Kinder, die auf der Insel innerhalb von 24 Stunden bei 20 Anlandungen registriert wurden, auf 2128 gestiegen.

Seit Beginn des Jahres kamen laut Innenministerium in Rom bis Montagmorgen insgesamt fast 12.900 Geflüchtete nach Italien. 2020 lag die Zahl im gleichen Zeitraum bei etwa 41.800. Viele Geflüchtete stammen aus Tunesien, Libyen, der Elfenbeinküste oder Bangladesch. In den vergangenen Wochen hatten Menschen für die gefährliche Überfahrt vermehrt Schlauchboote und kleine Holzschiffe genutzt. Angeblich sei das gute Maiwetter mit oft ruhiger See ein Grund dafür.

Die Zahl der in Italien ankommenden Geflüchteten hat sich verdreifacht. Seenotretter berichten wieder vermehrt von Schlauchbooten und kleinen Holzschiffen.

Rom behindert Seenotrettung von Geflüchteten in Italien

Der sizilianische Regionalpräsident Nello Musumeci bezeichnete die Situation als ungelöstes, menschliches „Drama der Migranten im Mittelmeerraum“. Jedem sei klar, dass in den kommenden Wochen viele Geflüchtete auf der Route sterben würden. „Aber niemand rührt einen Finger, weder in Rom noch in Brüssel“, schrieb er auf Facebook. Laut Angaben der Vereinten Nationen starben allein 2021 etwas mehr als 500 Geflüchtete im zentralen Mittelmeer. Erst im Januar waren 200 Geflüchtete auf dem Weg nach Italien ertrunken.

Die privaten Seenotretter von Sea-Watch berichteten, eine Behörden-Anordnung könne ihr Schiff Sea-Watch 4 länger im Hafen der sizilianischen Stadt Trapani festhalten, wo in der Vorwoche 450 Geflüchtete gerettet worden waren.

Zwar ist Rom bemüht, Bootsmigrant:innen schnell in andere EU-Länder zu verteilen, allerdings weigern sich viele, die Menschen aufzunehmen. Salvini erklärte am Sonntagabend, er und Innenministerin Luciana Lamorgese werden gemeinsam nach Lösungen suchen. Aufgrund der steigenden Anzahl der Geflüchteten stand Lamorgese bereits in Kontakt mit Ministerpräsident Mario Draghi.(Tanja Koch/dpa)

Rubriklistenbild: © Friedrich Bungert/dpa

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