1. Startseite
  2. Politik

Istanbul: Stau im Bosporus - Getreidefrachter aus der Ukraine stecken fest

Erstellt:

Von: Kira Müller

Kommentare

Über 100 Frachter mit Getreide warten im Marmarameer auf ihre Weiterfahrt
Über 100 Frachter mit Getreide warten im Marmarameer auf ihre Weiterfahrt © Yasin Akgul/afp

Vor der türkischen Küste warten derzeit mehr als 100 Frachter – beladen mit Getreide aus der Ukraine. Der Stau könnte zu Nahrungsmittelengpässen führen.

Istanbul – Ein Abkommen für die Regelung von Getreideexporten aus der Ukraine hatten Russland und die Ukraine bereits im Juli dieses Jahres unterschrieben. Vor dieser Regelung hingen Millionen Tonnen Getreide wegen des russischen Angriffskriegs in der Ukraine fest – mit Konsequenzen weltweit. So sollte die Einigung zwischen Moskau und Kiew eigentlich eine weltweite Lebensmittelkrise verhindern, doch stattdessen steigt die Not durch den Stau nun vor allem in ärmeren Ländern des globalen Südens.

Grund für den Stau ist fehlendes Personal, das die Frachten der Schiffe ausgiebig kontrollieren soll. Die Frachter stecken teilweise schon seit September im Marmarameer fest.  

70 Prozent der Frachter aus der Ukraine warten auf Weiterfahrt

Amir Abdullah, UN-Koordinator der „Schwarzmeer-Getreide-Initiative“ sagt dazu: „Ich schlage vor, dass wir die Art verändern, wie wir inspizieren. Vielleicht über Stichproben oder indem nur gezielte Schiffe untersucht werden. Eine andere Option wäre es, die Anzahl der Teams zu erhöhen.“

Laut der Nachrichtenagentur Reuters warten etwa 70 Prozent der Schiffe, die die Ukraine nach dem 21. September verlassen haben, noch immer im türkischen Binnenmeer auf ihre Weiterfahrt. Trotzdem: Seit der Eröffnung des Seekorridors sind bereits knapp sieben Millionen Tonnen Getreide in andere Länder exportiert worden. Das entspricht etwa einem Drittel der Lagerbestände der Ukraine.

Video: Halbe Million Tonnen Getreide exportiert

Gespräche zwischen Putin und Erdogan: „Dem Blutvergießen ein Ende bereiten“

Das Nato-Land Türkei pflegt gute Beziehungen zu Moskau, aber auch zur Ukraine. Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hatte bereits in den vergangenen Monaten öffentlich gemacht, dass er als Vermittler zwischen den beiden Kriegsparteien agieren wolle.

So wollen sich Kreml-Chef Wladimir Putin und Erdogan am heutigen Donnerstag (13. Oktober) in der kasachischen Hauptstadt Astana zu Gesprächen treffen. Dabei gehe es vor allem darum, „dem Blutvergießen so schnell wie möglich ein Ende zu bereiten“, zitierte das Kommunikationsministerium Erdogan vor dem Treffen. (Kira Müller)

Auch interessant

Kommentare