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Protest im Gasastreifen an der israelischen Grenze.

Jerusalemkrise

Israel schließt Grenze zum Gazasteifen

Nach Raketenbeschuss aus dem Gazastreifen schließt Israel die Grenzübergänge zum Palästinensergebiet. US-Vizepräsident Mike Pence verschiebt seinen Israel-Besuch.

Israel hat als Reaktion auf wiederholten Raketenbeschuss aus dem Gazastreifen die beiden Grenzübergänge zu dem Palästinensergebiet geschlossen. US-Vizepräsident Mike Pence hat seinen geplanten Besuch im Nahen Osten verschoben, allerdings nicht wegen der Jerusalemkrise, sondern weil das Ringen um die Steuerreform im US-Kongress weitergeht.

Wie lange die Übergänge zum Palästinensergebiet gesperrt bleiben sollen, teilte das israelische Militär am Donnerstag nicht mit. In der Nacht waren erneut Raketen aus dem Gazastreifen nach Israel abgeschossen worden. Zwei Flugkörper wurden vom Raketenabwehrsystem Eiserne Kuppel abgefangen, eine Rakete schlug auf unbewohntem Gelände ein. Die israelische Luftwaffe flog daraufhin nach eigenen Angaben Angriffe auf drei Einrichtungen der radikalislamischen Palästinenserorganisation Hamas. Es seien Trainings- und Waffenlager der Hamas getroffen worden. Menschen kamen bei den Angriffen beiderseits der Grenze nach bisherigen Informationen nicht zu Schaden.

Seit der umstrittenen Anerkennung Jerusalems als Hauptstadt Israels durch US-Präsident Donald Trump am 6. Dezember wurden 15 Raketen aus dem Palästinensergebiet auf Israel abgefeuert. Keine richtete größeren Schaden an.

Inmitten der Jerusalemkrise hat der US-Vizepräsident  Pence seinen geplanten Besuch im Nahen Osten verschoben. Pences für Montag angesetzte Rede im israelischen Parlament sei um ein paar
Tage verschoben worden, erklärte ein Sprecher der Knesset am Donnerstag.

Die "Jerusalem Post" schrieb, Hintergrund der Verschiebung sei das Ringen um die Steuerreform im US-Kongress. Zuvor hatten mehrere Gesprächspartner ihre Treffen mit Pence wegen der Anerkennung Jerusalems als israelische Hauptstadt durch den US-Präsidenten Donald Trump abgelehnt.

Pence sollte nach Medienberichten unter anderem von Sonntag bis Dienstag nach Israel reisen. Palästinenserpräsident Mahmud Abbas hatte ein Treffen mit ihm in Bethlehem wegen Trumps
Jerusalem-Erklärung abgelehnt und erklärt, die USA könnten kein Vermittler in dem Konflikt mehr sein. Auch Vertreter der Kopten und der Großimam der Al-Azhar in Kairo sagten Treffen mit Pence ab. Die Organisation für Islamische Zusammenarbeit (OIC) erkannte als Reaktion auf Trump demonstrativ Ost-Jerusalem als Hauptstadt eines Staates Palästina an. (rtr/dpa)
 

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