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Weißhelme retten im November 2016 einen Jungen aus einem zerstörten Gebäude in Aleppo. (Archivbild)

Syrien

Israel rettet syrische Weißhelme und ihre Familien

Weißhelme in Syrien kümmern sich um die Bergung von Menschen aus zerstörten Gebäuden. Jetzt kommen sie durch das Vorrücken der Truppen von Machthaber Baschar al-Assad selbst in Not.

Israel hat in einem humanitären Schritt mehrere hundert Mitglieder einer syrischen Zivilorganisation und deren Familien aus einem Kampfgebiet im Süden Syriens gerettet. Die israelische Armee teilte am Sonntag mit, die Menschen seien in unmittelbarer Lebensgefahr gewesen. Ihre Rettung sei auf Anweisung der israelischen Regierung und auf Bitten der USA und mehrerer europäischer Länder erfolgt.

Wie der israelische Armeerundfunk am Sonntag meldete, wurden rund 800 Syrer, Mitglieder der syrischen Hilfsorganisation Weißhelme und ihre Familien, nach Israel geholt und dann nach Jordanien weitergeleitet. Jordanien erklärte unmittelbar darauf, die Menschen würden nun nach Deutschland, Kanada und Großbritannien gebracht. Die Weißhelme seien durch das Vorrücken der Truppen von Machthaber Baschar al-Assad im Süden Syriens bedroht gewesen. 

Die jordanische Nachrichtenagentur „Petra“ berichtete, es handele sich um 800 syrische Zivilisten. Jordanien habe ihre Durchreise genehmigt. Sie sollten binnen drei Monaten von Deutschland, Großbritannien und Kanada aufgenommen werden. Die Betroffenen hätten in der syrischen Zivilverteidigung gearbeitet und seien aus Gebieten geflohen, die syrische Regierungstruppen erobert hätten.

Von Exekution bedroht

Regierungstruppen hatten im Juni im Süden Syriens eine Offensive begonnen und in den vergangenen Wochen bereits zahlreiche Orte übernommen. Viele Menschen flohen in das Gebiet nahe der israelischen Grenzlinie auf den besetzten Golanhöhen. Israel hat in den vergangenen Jahren Tausende verletzter Syrier ärztlich behandelt, ist aber nicht bereit zur Aufnahme von Flüchtlingen.

Die Mitglieder der 2013 gegründeten Hilfsorganisation der syrischen Weißhelme kümmern sich im Kriegsgebiet vor allem um die Bergung von Menschen aus Gebäuden, die durch die Kampfhandlungen zerstört wurden. Sie würden von Assads Regierung mit Inhaftierung und anschließender Exekution bedroht, hieß es von israelische Seite. (dpa/afp)

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