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Nahost-Konflikt: Waffenruhe in Kraft - Israel und Islamischer Dschihad warnen sich gegenseitig

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Von: Teresa Toth, Sandra Kathe

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Nach der Einigung auf eine Waffenruhe zwischen Israel und der Palästinenserorganisation Islamischer Dschihad ist es in der Nacht zum Montag ruhig geblieben.

Update vom Montag, 08. August, 06.35 Uhr: Die nach dreitägiger Gewalteskalation vereinbarte Waffenruhe zwischen Israel und der militanten Palästinenserorganisation „Islamischer Dschihad“ im Gazastreifen hat in der Nacht zum Montag zunächst gehalten. Kurz vor Inkrafttreten der Waffenruhe am späten Sonntagabend führte die israelische Armee noch Luftangriffe auf den Gazastreifen aus, in Israel gab es erneut Luftalarm. In den Stunden nach Inkrafttreten der Vereinbarung blieb es jedoch ruhig.

Der Islamische Dschihad betonte jedoch sein Recht, auf jegliche neue „Aggression“ Israels zu reagieren. Auch die israelische Regierung warnte, Israel behalte „sich das Recht vor“, hart auf jedwede Verletzung der Vereinbarung zu reagieren.

Nahost-Konflikt: Ägypten vermittelte Waffenruhe zwischen Israel und Pälestinenserorganisation

+++22.40 Uhr: Eine von Ägypten vermittelte Waffenruhe im Gaza-Konflikt ist am Sonntagabend um 23.30 Uhr Ortszeit (22.30 Uhr MESZ) in Kraft getreten. Israel und die militante Palästinenserorganisation Islamischer Dschihad hatte die Vereinbarung zuvor separat verkündet.

+++21.11 Uhr: Der Zeitpunkt für die Waffenruhe steht nun fest. Sie soll laut Sicherheitskreisen ab 22.30 Uhr gelten.

Nahost-Konflikt: Waffenruhe vereinbart

+++ 21.01 Uhr: Die radikale Palästinenserorganisation Islamischer Dschihad hat eine Einigung mit Israel auf eine Waffenruhe bestätigt. Dies teilte die Organisation am Sonntagabend mit. Zuvor war bereits aus ägyptischen Sicherheitskreisen verlautet, dass Israel einer von Kairo vorgeschlagenen Waffenpause im Gazastreifen zugestimmt habe. 

+++18.13 Uhr: Nach dreitägigem Beschuss des Gazastreifens hat Israel offenbar einer Waffenruhe zugestimmt. Dies verlautete am Sonntag aus ägyptischen Sicherheitskreisen. Die militante Palästinenserorganisation Islamischer Dschihad bestätigte Gespräche unter der Vermittlung Ägyptens.

Nahost-Konflikt: Khaled Mansour getötet

+++ 16.15 Uhr: Ägyptischen Sicherheitskreisen zufolge haben sich Israel und die Palästinenserorganisation Islamischer Dschihad auf eine Waffenruhe geeinigt. Am Sonntagabend (07. August) soll diese in Kraft treten – das sagte ein Vertreter des ägyptischen Sicherheitsapparates gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters. Nach Angaben von Palästina werde der Waffenstillstand um 20.00 Uhr Ortszeit beginnen. 

Israel und der Islamischen Jihad bestätigten die geplante Waffenruhe zunächst nicht. Der Konflikt zwischen ihnen hat sich im Verlauf des Wochenendes weiter zugespitzt. Wie das israelische Militär am Sonntag mitteilte, tötete die Armee im Rahmen der Militäraktion „Morgengrauen“ den südlichen Kommandanten der Palästinenserorganisation Islamischer Jihad (PIJ), Khaled Mansour.

Waffenstillstand zwischen Israel und Islamischer Dschihad hält auch in der Nacht zum Montag an
Waffenstillstand zwischen Israel und Islamischer Dschihad hält an © Ashraf Amra/dpa

Nahost-Konflikt spitzt sich zu: Erstmals Raketenangriffe auf Jerusalem – Dutzende Tote

+++ 15.08 Uhr: Bei der Eskalation der Gewalt im Nahen Osten steigen die Opferzahlen auch am Sonntag weiter. Nach palästinensischen Angaben seien bei den israelischen Luftangriffen im Gazastreifen inzwischen über 30 Menschen getötet und mehr als 260 verletzt worden. Als Reaktion auf die Angriffe seien am Wochenende durch die Palästinenserorganisation Islamischer Dschihad mehr als 500 Raketen in Richtung Israel abgefeuert worden. Auch Israel meldet infolge des Raketenbeschusses inzwischen 15 Verletzte.

Als Folge der heftigen Angriffe ist im Gazastreifen das öffentliche Leben nahezu zum Erliegen gekommen. Besonders die Schließung der Grenzübergänge zu dem Palästinensergebiet von israelischer Seite führt in der Enklave zu Problemen. So musste am Samstag nach Angaben der Betreiberfirma das einzige Kraftwerk im Gazastreifen abgeschaltet werden, weil kein Diesel mehr geliefert werden konnte. Das Gesundheitsministerium in Gaza warnt, dass im Falle einer Fortsetzung der Eskalationen lebenswichtige Dienste wegen Strommangels eingestellt werden müssten.

Israelische Streitkräfte wehren mit der Raketenabwehr „Iron Dome“ hunderte Raketenangriffe vonseiten des Palästinenserorganisation Islamischer Dschihad ab.
Israelische Streitkräfte wehren mit der Raketenabwehr „Iron Dome“ hunderte Raketenangriffe vonseiten des Palästinenserorganisation Islamischer Dschihad ab. © Ariel Schalit/AFP

Raketenbeschuss im Nahost-Konflikt: Berichte von Explosionen im Raum Jerusalem

Update vom Sonntag, 07. August, 08.02 Uhr: Die Gewalteskalationen im Nahen Osten gehen weiter. Am Sonntag hat es erstmals auch in Jerusalem Raketenalarm gegeben – Einwohner:innen berichten von mehreren Explosionen. Religiöse Juden und Jüdinnen feiern am Sonntag den Fasten- und Trauertag Tischa BeAv, an dem die Zerstörung der beiden antiken Tempel in Jerusalem bedauert wird. Die islamistische Hamas-Organisation hatte dazu aufgerufen, die Al-Aksa-Moschee auf dem Tempelberg – der drittheiligste Stätte im Islam – „zu verteidigen und sich den israelischen Übergriffen auf die heilige Stätte entgegenzustellen“.

Nach israelischen Militärangaben wurden seit Freitag (05. August) mehr als 400 Raketen auf Israel abgefeuert. Palästinensischen Angabe zufolge ist die Zahl der Todesopfer seit Freitag (05. August) auf 29 gestiegen – darunter sechs Kinder. Etwa 253  Menschen sollen seit den Angriffen verletzt worden sein. Die israelischen Behörden bestritten die Zahl der Todesopfer. Demnach seien die Kinder bei einem fehlgeschlagenen Raketenangriff der militanten Palästinenserorganisation Islamischer Dschihad ums Leben gekommen.

Nach Tötung von militantem Palästinenserführer: Angriffe auf dem Gazastreifen dauern an

Update vom Samstag, 06. August, 13.12 Uhr: Nach der Tötung eines eines militanten Palästinenserführers durch israelische Streitkräfte dauern die Angriffe auf den Gazastreifen an. „Das Militär ist auf eine einwöchige operative Tätigkeit vorbereitet, entsprechend der Anweisung der politischen Ebene und des Generalstabschefs“, so das israelische Militär am Samstag (06. August).

Nach Militärangaben seien zwei Mitglieder des Islamischen Dschihads (PIJ) abgeschossen worden, da diese Mörser auf israelisches Gebiet abfeuern wollten. Indes sagte der Anführer des Islamischen Dschihads, Siad al-Nachala, gegenüber dem Fernsehsender Al-Majadin, dass es im Kampf gegen Israel werde es „keine roten Linien“ geben werde. Israel müsse mit „ununterbrochenen“ Angriffen rechnen.

Militärangaben zufolge wurden seit Freitag (05. August) rund 400 Raketen auf Israel abgefeuert.
Militärangaben zufolge wurden seit Freitag (05. August) rund 400 Raketen auf Israel abgefeuert. © Mohammed Talatene/dpa

Nach Tötung von Militärchef: Militante Palästinenser greifen Israel mit Raketen an

Erstmeldung vom Samstag, 06. August 2022: Tel Aviv – In Israel sind Dutzende Raketen eingeschlagen. Israelischen Medienberichten zufolge gingen die Raketen am Freitagabend (05. August) in mehreren Städten bis zum südlichen Rand der Küstenstadt Tel Aviv nieder. Dort sollen sie auf offenem Gelände eingeschlagen oder vom Raketenabwehrsystem Iron Dome abgefangen worden sein.

Israel hatte zuvor Taisir al-Dschabari, den Militärchef der militanten Palästinenserorganisation Islamischer Dschihad (PIJ), im Gazastreifen getötet. Laut dem israelischen Militär war der Palästinenserführer für mehrere Raketenangriffe aus dem Gazastreifen verantwortlich. Die EU und die USA stufen den Islamischen Dschihad als Terrororganisation ein.

Israel: „Wir greifen Tel Aviv und die Städte des Zentrums mit mehr als 100 Raketen an“

Palästinensischen Angaben zufolge kam bei der gezielten Tötung des militanten Kommandeurs mindestens neun weitere Menschen ums Leben – darunter auch ein fünfjähriges Kind und weitere PIJ-Mitglieder. Nach aktuellem Stand seien insgesamt 75 Menschen bei der israelischen Militäroperation verletzt worden. Die Raketenangriffe der Palästinenserorganisation seien nun die Antwort auf die israelische Militäraktion.

„Wir greifen Tel Aviv und die Städte des Zentrums und der Umgebung mit mehr als 100 Raketen an“, so der militärische Arm der Organisation am späten Freitagabend. Laut israelischen Medienberichten erreichten bis Mitternacht mehr als 60 Raketen das Land. Die israelische Regierung betonte indes, dass sie es Terrororganisationen nicht erlaube, die Agenda in den Ortschaften am Rande des Gazastreifens zu bestimmen und israelische Bürger zu bedrohen.

Israel: Verteidigungsminister Benny Gantz genehmigt Mobilisierung Tausender Reservisten

„Israel ist nicht an einer breiten Operation im Gazastreifen interessiert, hat aber auch keine Angst vor ihr“, so Israels Ministerpräsident Jair Lapid. „Wer Israel angreifen will, muss wissen, dass wir zu ihm gelangen werden.“ Der israelische Verteidigungsminister Benny Gantz genehmigte am Abend die Mobilisierung von 25.000 Reservisten.

Der Eskalation voran gegangen war die Festnahme eines Anführers des Islamischen Dschihads im besetzten Westjordanland, Bassem Saadi, bei einem israelischen Anti-Terror-Einsatzes am Montag (01. August). Aus Angst vor Vergeltungsangriffen sperrte das israelische Militär über mehrere Tage hinweg Gebiete am Rande des Küstenstreifens ab und erhöhte die Alarmbereitschaft. (tt/dpa)

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