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Nahostkonflikt

Israel tötet Militärkommandeur des Islamischen Dschihad in Gaza

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  • Lukas Rogalla
    Lukas Rogalla
  • Sandra Kathe
    Sandra Kathe
  • Stefan Krieger
    Stefan Krieger
  • Mirko Schmid

Die Angriffe des israelischen Militärs setzen sich fort. Jetzt soll ein ranghoher Militärkommandeur des Islamischen Dschihad getötet worden sein.

Hiermit beenden wir diesen Ticker zur Eskalation der militärischen Auseinandersetzungen zwischen Israel und dem palästinensisch kontrollierten Gaza-Streifen an dieser Stelle. Alle weiteren Entwicklungen der Ereignisse finden Sie in unserem aktuellen Ticker zum Nahost-Konflikt.

+++ 13.40 Uhr: Israels Armee hat am Montag nach eigenen Angaben einen ranghohen Militärkommandeur der Palästinenserorganisation Islamischer Dschihad im Gazastreifen getötet. Der Angriff galt den Angaben zufolge Hasem Abu Harbid, Leiter des nördlichen Kommandos der militanten Organisation. Er sei für mehrere Anschläge auf israelische Zivilisten und Soldaten sowie für Raketenangriffe auf Israel verantwortlich.

Nach Medienberichten wurden bei einem anderen gezielten Luftangriff Israels auf ein Auto im Gazastreifen drei Palästinenser getötet. Ein Armeesprecher sagte, man prüfe den Bericht. Militante Palästinenser beschossen nach den beiden Zwischenfällen an den Gazastreifen grenzende Gebiete sowie die Städte Beerscheva, Aschkelon und Aschdod.

Bislang mehr als 200 Tote - Israel setzt Angriffe auf Gazastreifen fort

Update vom Montag, 17.05.2021, 06.45 Uhr: Eine Woche nach Beginn der jüngsten Eskalation im Nahost-Konflikt sind bereits mehr als 200 Menschen gestorben. Israel setzte auch in der Nacht zu Montag seine Luftangriffe im Gazastreifen fort. Die Armee erklärte, Kampfjets bombardierten dort „Terrorziele“. Die radikalislamische Palästinenserorganisation Hamas feuerte ihrerseits aus dem Küstenstreifen weiter Raketen auf Israel ab.

Dabei wurden seit dem 10. Mai zehn Israelis getötet, weitere 280 wurden verletzt. Auf palästinensischer Seiten starben mindestens 197 Menschen, darunter mindestens 58 Kinder. Mehr als 1200 Menschen wurden dort verletzt.

In der Nacht zu Montag warfen israelische Kampfjets dutzende Bomben über dem dicht besiedelten Küstenstreifen ab, berichteten AFP-Reporter. Hunderte Gebäude wurden nach Angaben der örtlichen Behörden zerstört, Angaben über Tote und Verletzte lagen zunächst nicht vor.

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Gaza: Mindestens 42 Menschen bei israelischen Angriffen getötet

+++ 23.15 Uhr: Militante Palästinenser im Gazastreifen haben nach Angaben des israelischen Militärs bislang rund 3.100 Raketen auf Israel abgefeuert. Das Abwehrsystem Eisenkuppel („Iron Dome“) fing etwa 1.210 Raketen ab, wie die Armee am Sonntagabend bei Twitter mitteilte. Rund 450 der abgefeuerten Raketen seien noch im Gazastreifen selbst niedergegangen. Laut Al Jazeera soll es sich um den bislang tödlichsten Tag seit Montag (10.5.2021) gehandelt haben. Mindestens 42 Palästinenser wurden bei den heutigen Angriffen durch Israel getötet, dutzende weitere verletzt. Zwei Wohnhochhäuser wurden demnach zerstört.

Gaza: Mindestens 40 Palästinenser an einem Tag getötet

+++ 16.40 Uhr: Bei Angriffen Israels im Gazastreifen sind am Sonntag mindestens 40 Palästinenser getötet worden. Nach Angaben des dort ansässigen Gesundheitsministeriums sei es die bisher höchste Opferzahl binnen eines Tages. Demnach wurden allein bei einem Angriff in einem Viertel in Gaza-Stadt acht Kinder getötet. Seit dem Aufflammen der Gewalt am Montag (10.5.2021) werden im Gazastreifen 188 Todesopfer gezählt, darunter 55 Kinder. Verletzt wurden 1.230 weitere Palästinenser.

Die israelische Armee griff nach eigenen Angaben in den vergangenen 24 Stunden 90 Ziele der radikal-islamischen Hamas und des Islamischen Dschihad im Gazastreifen an. Sie reagierte damit auf den massiven Raketenbeschuss durch militante Palästinenser. Seit Wochenbeginn feuerten diese demnach rund 3000 Raketen in Richtung Israel. Laut einem israelischen General handelt es sich um den intensivsten Beschuss in der Geschichte des Landes. Zahlreiche Geschosse wurden vom israelischen Abwehrsystem allerdings abgefangen. Durch den Beschuss starben seit Montag zehn Israelis, darunter ein Soldat und ein Kind. 282 Menschen wurden verletzt.

Die Zahl der seit Montag (10.5.2021) getöteten Palästinenser im Gazastreifen steigt auf 188.

Hochhaus mit Medienbüros in Gaza zerstört: Schwere Vorwürfe gegen Israel

+++ 13.50 Uhr: Auch die Organisation „Reporter ohne Grenzen“ hat nun gegen die Zerstörung eines Hochhauses in Gaza-Stadt protestiert, in dem sich auch die Büros internationaler Medien befanden. „Reporter ohne Grenzen ist empört darüber, dass die israelische Armee dieses Hochhaus offenbar gezielt zerstört hat“, erklärte Geschäftsführer Christian Mihr. Die Medienschaffenden seien etwa eine Stunde vor dem Angriff gewarnt worden und konnten das Gebäude verlassen, nicht jedoch ihre Technik sichern.

Medieninfrastrukturen seien immer zivile Objekte und müssten geschützt werden, erklärte Mihr. „Egal, ob das Gebäude von der Hamas oder irgendeiner anderen Kriegspartei als Schutzschild für geheimdienstliche Büros missbraucht worden ist oder nicht, rechtfertigt das keinen Angriff. Medienbüros zu Kriegszielen zu erklären ist ein Kriegsverbrechen.“

Rauch und Flammen steigen aus einem Gebäude auf, in dem verschiedene internationale Medien untergebracht sind.

+++ 13.05 Uhr: Der Journalistenverband Foreign Press Association (FPA) in Israel und den Palästinensergebieten erhebt nach der Zerstörung eines Hochhauses mit Medienbüros im Gazastreifen (siehe Update von heute, 6.15 Uhr) schwere Vorwürfe gegen Israel. Die Entscheidung, das Gebäude zu zerstören, werfe die Frage auf, ob Israel bereit sei, die Pressefreiheit zu beeinträchtigen. „Wir stellen fest, dass Israel keine Beweise vorgelegt hat, um seine Behauptung zu untermauern, dass das Gebäude von der Hamas genutzt wurde“, hieß es in einem Schreiben des Verbands von Sonntag. Man habe wegen des Vorfalls um ein Treffen mit israelischen Beamten gebeten. Die FPA hat nach eigenen Angaben 480 Mitglieder, die für internationale Medien arbeiten.

+++ 09.15 Uhr: Israels Luftwaffe hat das Haus des Hamas-Chefs Jihia al-Sinwar beschossen. Das Gebäude in Chan Junis habe als „militärische Infrastruktur der Terrororganisation Hamas“ gedient, teilte die israelische Armee mit. Auch das Haus von Al-Sinwars Bruder Mohammed, ebenfalls ein ranghohes Hamas-Mitglied, sei angegriffen worden. Nach Angaben der Armee wurden weitere Büros und Häuser wichtiger Hamas-Mitglieder attackiert.

Als Teil der fortwährenden Angriffe auf das unterirdische Tunnelnetzwerk der Hamas seien 30 weitere Ziele bombardiert worden. Außerdem habe die Luftwaffe Dutzende Waffenlager und Raketenabschussrampen beschossen. Binnen 24 Stunden habe die Luftwaffe 90 Ziele militanter Palästinenser angegriffen. Nach palästinensischen Angaben waren es die bisher schwersten Luftangriffe im Gazastreifen.

In der Stadt Gaza wurden nach Augenzeugenberichten fünf Häuser zerstört. Man befürchte viele Tote und Verschüttete unter den Trümmern. Das Gesundheitsministerium in Gaza teilte mit, in der Stadt seien über Nacht acht Menschen getötet und 45 verletzt worden. Unter den Toten sei auch ein Arzt vom Schiffa-Krankenhaus, der größten Klinik in Gaza.

Israels Luftwaffe zerstört im Gazastreifen Hochhaus mit Medienbüros

Update vom Sonntag, 16.05.2021, 06.15 Uhr: In der Nacht zu Sonntag feuerte die Palästinenserorganisation Hamas nach Angaben des israelischen Militärs weitere Raketen auf Israel ab. Ein „schwerer Hagel von Raketen“ sei vom Gazastreifen aus auf die Mitte und den Süden Israels abgeschossen worden, twitterte die Armee. Am Samstag hatten militante Palästinenser im Gazastreifen bereits drei Mal kurz hintereinander Raketen auf die Küstenmetropole Tel Aviv geschossen. In der Nachbarstadt Ramat Gan starb nach Angaben von Sanitätern ein etwa 50 Jahre alter Mann beim Einschlag einer Rakete. Nach Angaben der österreichischen Botschafterin in Israel, Hannah Liko, schlug die Rakete unweit der diplomatischen Vertretung ein.

Rauch steigt aus einem Gebäude auf, in dem verschiedene internationale Medien untergebracht sind, darunter auch die Associated Press, nach einem israelischen Luftangriff.

Israel droht Hamas-Führung mit gezielter Tötung

+++ 22.59 Uhr: Die Lage im Nahen Osten droht weiter zu eskalieren. Das israelische Militär hat der Führung der im Gaza-Streifen herrschenden palästinensischen Organisation Hamas nun mit gezielter Tötung gedroht. Im israelischen Fernsehen sagte Armeesprecher Hidai Zilberman, dass in der Nacht erneut „wichtige Einrichtungen der Hamas und des islamischen Dschihads“ Ziel von militärischen Operationen sein würden. Gleiches gelte für die höchste Führungsriege der Hamas. Die Hamas ihrerseits kündigte weitere Raketensalven auf Tel Aviv an.

Unterdessen hat sich der Iran hinter die Palästinenser im Gaza-Streifen gestellt und der Hamas in Person von General Ismaeil Ghani, Kommandeur der Al-Kuds Brigade der iranischen Revolutionsgarden, seine „uneingeschränkte Solidarität“ versichert. Bereits zuvor hatte der iranische Außenminister Mohammed Dschawad Sarif einen geplanten Staatsbesuch in Österreich abgesagt, in dessen Verlauf Gespräche zu den in Wien laufenden Verhandlungen zur Erneuerung des Atomabkommens von 2015 geplant waren. Grund dafür seien israelische Flaggen, welche die österreichische Regierung auf ihren Gebäuden gehisst hatte.

Rakteten auf Tel Aviv: Auch für heute Nacht hat die Hamas wieder eine Bombardierung der Großstadt an der Ostküste Israels angekündigt.

Gaza: Hochhaus mit Medienbüros durch Luftangriff von Israel zerstört

+++ 15.33 Uhr: Die israelische Armee teilte bei Twitter mit, Kampfjets hätten ein Hochhaus angegriffen, in dem der Militärgeheimdienst der islamistischen Hamas über „militärische Ressourcen“ verfügt habe. „In dem Gebäude liegen Büros ziviler Medien, hinter denen die Terrororganisation Hamas sich versteckt und die es als menschliche Schutzschilde missbraucht.“ Die Hamas positioniere ihre militärischen Mittel absichtlich im Herzen dicht besiedelter Wohngebiete im Gazastreifen.

Ein Sprecher des militärischen Hamas-Arms sagte nach der Zerstörung des Gebäudes, Tel Aviv solle sich auf eine „Antwort vorbereiten, die die Erde erschüttern lässt“. Militante Palästinenser hatten die Küstenmetropole zuvor am Samstag bereits drei Mal mit Raketen angegriffen. Dabei wurde in dem Tel Aviver Vorort ein Mensch getötet, es gab beträchtlichen Sachschaden. Es waren die bisher intensivsten Angriffe auf den Großraum Tel Aviv.

+++ 14.55 Uhr: Laut Medienberichten hat die israelische Luftwaffe ein 14-stöckiges Hochhaus im Gaza-Streifen unter Beschuss genommen, in dem diverse Medienunternehmen untergebracht waren, darunter Associated Press und Al-Jazeera. Zuvor wurde den Angestellten der TV-Studios eine Stunde Zeit eingeräumt, das Gebäude zu verlassen. Wie Linah Alsaafin, Produzentin bei Al-Jazeera, berichtet, hatte Israel die Bitte ihres Arbeitgebers ausgeschlagen, den Medien mehr Zeit zur Evakuierung einzuräumen, um deren Ausrüstung aus dem Gebäude zu bringen.

Nächtliche Militäroffensive von Israel – Hamas antworten mit Raketen

+++ 12.00 Uhr: Seit Montag (10.05.2021) wurden mehr als 2000 Raketen aus dem Gazastreifen auf Israel abgefeuert. Dabei wurden laut Behördenangaben neun Menschen getötet. Die israelische Armee hat seitdem als Gegenschläge fast 800 Ziele angegriffen, wobei insgesamt 126 Menschen ums Leben kamen. Die Bombardierungen forderten zudem unzählige Verletzte.

Die Vereinten Nationen schätzen, dass aufgrund der andauernden Feindseligkeiten bereits rund 10.000 Palästinenserinnen und Palästinenser ihr Zuhause im Gazastreifen verloren haben. Palästinenser und Palästinenserinnen sind nach UN-Angaben aus Angst vor einer Bodenoffensive aus ihren Häusern im Gazastreifen nahe der israelischen Grenze geflohen. „Sie suchen Schutz in Schulen, Moscheen und anderen Orten während einer globalen Corona-Pandemie und bei begrenztem Zugang zu Wasser, Nahrung, Hygiene und Gesundheitsversorgung“, sagte die UN-Koordinatorin für humanitäre Hilfe in den besetzten Gebieten, Lynn Hastings.

Update vom Samstag, 15.05.2021, 06.45 Uhr: Militante Palästinenser im Gazastreifen haben auch am Samstag ihre Raketenangriffe auf israelische Städte fortgesetzt. In der Wüstenstadt Beerscheva im Süden Israels sowie in Grenzorten zum Gazastreifen heulten am Morgen die Warnsirenen, wie das israelische Militär mitteilte. Die israelische Armee griff den Angaben zufolge weiter Ziele in dem Palästinensergebiet an. Die Luftwaffe habe mehrere Raketenabschussrampen und zwei Kampfeinheiten der im Gazastreifen herrschenden islamistischen Hamas beschossen, hieß es in der Mitteilung.

Die amtliche palästinensische Nachrichtenagentur Wafa teilte am Samstag mit, in dem Flüchtlingslager Schati im Westen von Gaza sei ein Haus getroffen worden. Es seien dabei zehn Mitglieder einer palästinensischen Familie getötet worden, darunter auch Kinder. Auch in Beit Lahia im Norden des Küstenstreifens sowie an anderen Orten seien Zivilisten getötet worden. Eine israelische Armeesprecherin sagte, man prüfe die Berichte. Nach Angaben von Wafa wurden seit der Eskalation der Gewalt am Montag 136 Palästinenser im Gazastreifen getötet.

In der israelischen Stadt Beerscheva wurde nach Polizeiangaben ein Haus durch Raketensplitter getroffen. Es gebe Sachschaden, aber keine Verletzten, hieß es. Auch die israelischen Küstenstädte Aschkelon und Aschdod wurden erneut angegriffen. Wie Israels Armee mitteilte, kamen in Israel durch den Raketenbeschuss der vergangenen Tage acht Menschen ums Leben.

Israel-Palästina-Konflikt eskaliert nun auch im Westjordanland – Viele Tote gemeldet

+++ 20.09 Uhr: Der eskalierende Konflikt zwischen Israel und Palästina hat sich auf das Westjordanland ausgeweitet. In dem von Israel besetzten Gebiet kam es am Freitag zu den heftigsten Zusammenstößen seit 20 Jahren. Laut einer Bilanz des palästinensischen Gesundheitsministeriums wurden zehn Palästinenser im Westjordanland durch israelische Streitkräfte getötet. Zuvor hatte das Ministerium die Zahl der Toten noch mit sieben angegeben. Rund 150 weitere Menschen wurden bei den Zusammenstößen im Westjordanland verletzt.

Ein israelischer Soldat hatte nach Angaben der Armee im Westjordanland auf einen Angreifer geschossen und ihn dabei getötet. Der Mann habe versucht, auf den Soldaten an einem Militärposten einzustechen.

Die traditionellen Freitagsproteste gegen die israelische Siedlungspolitik hatten sich nach Angaben eines palästinensischen Sicherheitsvertreters zu den heftigsten Konfrontationen „seit der zweiten Intifada“ entwickelt, die im Jahr 2000 begonnen hatte.

Israel greift Tunnelsystem im Gazastreifen an – Raketen-Angriffe „wie im Horrorfilm“

+++ 14.00 Uhr: Wie die israelische Armee mitteilt, sei es anders als bei früheren Luftangriffen, in der Nacht auf Freitag (14.05.2021) nicht „umsetzbar“ gewesen, Zivilisten frühzeitig vor den bevorstehenden Angriffen zu warnen. Sie setzte eigenen Angaben zufolge unter anderem Kampfjets ein, um gegen ein Tunnel-Netz der radikalislamischen Hamas im Gazastreifen vorzugehen.  Mit der Folge, dass im Nordosten des Gazastreifens wegen des israelischen Beschusses hunderte Menschen fluchtartig ihre Häuser verlassen mussten.

Über der dicht besiedelten Stadt Gaza seien in der Nacht „Feuerbälle“ aufgestiegen, wie AFP-Reporter berichteten. Mehrere Häuser wurden zerstört oder schwer beschädigt. Der 16-jährige Muhammad Nadschib aus dem Viertel Rimal sprach von Szenen wie in einem „Horrorfilm“. Die Angriffe überschatteten den Beginn des Eid-al-Fitr-Festes zum Abschluss des islamischen Fastenmonats.

+++ 11.25 Uhr: Im eskalierenden Konflikt zwischen Israel und den Palästinensern steigt die Zahl der Toten weiter. Seit Beginn des massiven Raketenbeschusses auf Israel aus dem Gazastreifen am Montag und den israelischen Vergeltungsangriffen starben nach Angaben beider Seiten 127 Menschen. Durch die israelischen Luftangriffe seien 119 Palästinenser getötet worden, darunter 31 Kinder, teilte das von der radikalislamischen Hamas geführte Gesundheitsministerium im Gazastreifen mit. In Israel stieg die Zahl der Toten auf acht.

Bei dem achten Todesopfer in Israel handelte es sich um eine Seniorin, die in der Nacht zum Freitag schweren Verletzungen erlag, die sie sich auf dem Weg zu einem Schutzraum während eines Raketenbeschusses zugezogen hatte. Unter den israelischen Todesopfern sind außerdem ein sechsjähriger Junge und ein Soldat.

Israel greift Tunnelsystem im Gazastreifen an – Mehr als 100 Tote in Gaza

+++ 08.00 Uhr: Israels Armee hat nach eigenen Angaben bei einem komplexen Angriff ein Tunnelsystem der islamistischen Hamas im Gazastreifen beschossen. Daran beteiligt seien 160 „Luftfahrzeuge“ gewesen, sagte Armeesprecher Jonathan Conricus am Freitagmorgen. Unterstützung hätten sie von israelischer Seite unter anderem von Panzern erhalten. Ihr Einsatz dauerte demnach rund 40 Minuten.

Ziel sei ein Tunnelsystem der Hamas in dem Küstengebiet gewesen. Es werde „Metro“ genannt, sagte Conricus. Dabei handele es sich um eine Art „Stadt unter der Stadt“. Die Hamas habe Jahre in den Bau des Tunnelsystems investiert. Der Grad der Zerstörung sei noch unklar. Zur Unterstützung feuerten unter anderem Panzer von israelischer Seite auf Ziele im Gazastreifen. Conricus betonte, kein israelischer Soldat habe den Gazastreifen betreten.

Israel setzt gegen Hamas erstmals auch Bodentruppen gegen Ziele in Gaza ein

Update, 14.05.2021, 6.30 Uhr: Der Gaza-Konflikt spitzt sich weiter zu. Nach fortwährenden Raketenangriffen militanter Palästinenser hat Israels Armee in der Nacht zum Freitag (14.05.2021) ihre Angriffe auf den Gazastreifen verstärkt. „Luft- und Bodentruppen greifen gegenwärtig im Gazastreifen an“, teilte die israelische Armee bei Twitter mit. Es befanden sich aber noch keine Bodentruppen in dem Küstenstreifen, wie die Armee laut Tagesschau klarstellte. Das israelische Fernsehen berichtete von massiven Angriffen der Luftwaffe sowie der Artillerie und Panzertruppen auf den Küstenstreifen.

Israel: Nach weiteren Raketenangriffen der Hamas - Israel verstärkt Angriffe durch Bodenoffensive

Der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu sagte zu den Angriffen: „Ich habe gesagt, dass Hamas einen sehr hohen Preis zahlen wird.“ Man werde die Angriffe „mit großer Intensität fortsetzen“, sagte er in einer Videobotschaft. „Das letzte Wort ist noch nicht gesprochen und diese Operation wird so lange wie nötig weitergehen.“

Verteidigungsminister Benny Gantz hatte zuvor angesichts der Eskalation die Mobilisierung von weiteren 9000 Reservisten genehmigt. Vor zwei Tagen hatte die Armee bereits 5000 Reservisten mobilisiert. Nach Medienberichten bereitete sich die Armee auf eine mögliche Bodenoffensive vor.

Militante Palästinenser setzen heftige Raketenangriffe fort - Israel plant Bodenoffensive

+++ 20.45 Uhr: Nach der Eskalation im Gaza-Konflikt zeichnet sich vorerst kaum Beruhigung ab. Militante Palästinenser im Gazastreifen setzten auch drei Tage nach Beginn der Raketenangriffe den Beschuss Israels fort. Im Großraum Tel Aviv, dem am dichtesten besiedelten Gebiet Israels, heulten die zweite Nacht in Folge Warnsirenen. Das israelische Militär setzte am Donnerstag seine massiven Angriffe auf das Küstengebiet fort. Einem Armeesprecher zufolge wurden in Israel bislang sieben Menschen durch Beschuss getötet. Im Gazastreifen starben nach Angaben des Gesundheitsministeriums 87 Menschen seit der Eskalation der Gewalt.

Nach Angaben der Armee wurden seit Montagabend rund 1750 Raketen auf Israel abgefeuert. Rund 300 davon seien noch in dem Küstengebiet niedergegangen. Nach Ansicht des Militärs könnte dies Opfer zur Folge haben. Die Erfolgsquote des Abfangsystems Eisenkuppel („Iron Dome“) betrage weiterhin im Schnitt rund 90 Prozent.

Mehr als 1600 Raketen aus Gazastreifen abgefeuert 

+++ 10.45 Uhr: Militante Palästinenser im Gazastreifen haben nach Angaben des israelischen Militärs bislang insgesamt mehr als 1600 Raketen auf Israel abgefeuert. Rund 400 davon seien noch in dem Küstengebiet niedergegangen, sagte Sprecher Jonathan Conricus am Donnerstagmorgen. Die Erfolgsquote des Abfangsystems Eisenkuppel („Iron Dome“) betrage weiterhin im Schnitt rund 90 Prozent.

Conricus sagte, das israelische Militär habe bislang rund 600 Ziele in dem Gazastreifen beschossen, darunter Stätten zur Produktion von Raketen und Lagerräume. Angegriffen worden sei zuletzt auch ein Tunnel, der Kämpfern unter anderem als Versteck gedient habe. Dieser sei unter einer Schule in besiedeltem Gebiet gegraben worden.

Zur Größe des Raketenarsenals der militanten Palästinenser äußerte sich der Sprecher nicht konkret. Sie hätten einen sehr großen Bestand gehabt. Noch immer verfügten sie über eine beträchtliche Menge.
 

Eskalation in Israel und Gaza: Sicherheitskabinett beschließt Ausweitung der Gaza-Angriffe

Update vom Donnerstag, 13.05.2021, 06.40 Uhr: Nach massiven Raketenangriffen militanter Palästinenser im Gazastreifen hat Israels Sicherheitskabinett eine Ausweitung des Militäreinsatzes gegen die dort herrschende Hamas beschlossen. Die Armee solle gezielt «Symbole der Hamas-Herrschaft» in dem Palästinensergebiet angreifen, berichtete der Sender Kanal 12 am Mittwochabend. Medienberichten zufolge wurden das Finanzministerium im Herzen der Stadt Gaza sowie eine Bank der Hamas zerstört. Das Militär teilte mit, Kampfflugzeuge hätten eine Reihe strategisch wichtiger Gebäude sowie ein Marinekommando der Hamas angegriffen. Die Angriffe auf Terrorziele würden fortgesetzt.

Kurz darauf wurde in Tel Aviv am frühen Donnerstagmorgen erneut Raketenalarm ausgelöst. Nach Angaben einer dpa-Reporterin war mindestens eine Explosion zu hören. Medienberichten zufolge gab es auch im Norden des Landes Raketenalarm.

Israel: Rakete tötet sechsjähriges Kind - Hamas spricht von Vergeltung

+++ 22.10 Uhr: In mehreren Städten in Israel ist es am Mittwoch (12.05.2021) zwischen jüdischen und arabischen Israelis zu schweren Konfrontationen gekommen. Trotz einer Ausgangssperre flammten Unruhen in der Stadt Lod in der Nähe von Tel Aviv erneut auf. Ein Polizeifahrzeug ist dabei in Brand gesetzt worden, wie mehrere Medien berichteten. In Akko im Norden des Landes wurde nach Angaben des israelischen Fernsehens ein jüdischer Einwohner von arabischen Demonstranten lebensgefährlich verletzt.

Ultrarechte Juden sollen in Bat Jam südlich von Tel Aviv arabische Geschäfte angegriffen haben, unter anderem wurde ein arabischer Einwohner brutal mit Knüppeln angegriffen. In Haifa bewarfen jüdische Demonstranten nach Angaben der „Times of Israel“ einen arabischen Autofahrer mit Steinen. Er habe daraufhin einen der Angreifer angefahren und verletzt. Auch in Tiberias wurde ein arabischer Fahrer bei Auseinandersetzungen mit jüdischen Demonstranten mit Steinen angegriffen und dabei verletzt.

Israels Militär: Militante Palästinenser feuern über 1.000 Raketen aus Gazastreifen ab

Update vom Mittwoch, 12.05.2021, 07.30 Uhr: Militante Palästinenser im Gazastreifen haben nach Angaben der israelischen Armee bislang mehr als 1000 Raketen auf Israel abgefeuert. Rund 850 Raketen seien abgefangen worden oder in Israel niedergegangen, etwa 200 weitere seien noch im Gazastreifen niedergegangen, sagte Militärsprecher Jonathan Conricus am Mittwochmorgen. Nach seinen Angaben starben in Israel bislang fünf Menschen durch Raketenbeschuss. Mehr als 200 weitere seien verletzt worden.

Israel: Hamas schießt hunderte Raketen ab - Armee attackiert 130 Ziele in Gaza

+++ 08.23 Uhr: Die Reaktion von Israel auf den stundenlangen Raketenbeschuss aus dem Gazastreifen kommt prompt. Nachdem die israelische Armee in der Nacht auf Twitter von einem „zehn Stunden“ langen Raketenbeschuss gesprochen hatte, reagierte sie nun ihrerseits mit einem Angriff. Eigenen Angaben zufolge sollen 130 militärische Ziele in dem Küstenstreifen mit Raketen beschossen worden sein. Bei dem Angriff von Israel seien 15 Mitglieder militanter Palästinensergruppen getötet worden, so der Armeesprecher Jonathan Conricus. Insgesamt sollen mehr als 250 Raketen auf Israel abgeschossen worden sein.

Conricus betonte gegenüber Journalisten: „Wir befinden uns in der Anfangsphase unserer Reaktion gegen militärische Ziele im Gazastreifen“. „Wir sind bereit für eine Eskalation.“ Der Raketenbeschuss aus dem Palästinensergebiet habe eine „Aggression“ dargestellt, auf die die Armee habe reagieren müssen.

Hamas-Kommandeur und Kinder sollen bei Vergeltungsschlag gestorben sein

+++ 20.02 Uhr: Die israelische Luftwaffe nimmt den Raketenbeschuss durch die Hamas zum Anlass, Stellungen der militanten palästinensischen Gruppierung unter Beschuss zu nehmen. Armeesprecher Jonathan Conricus betont, dass die Luftangriffe als „Reaktion“ auf den Raketenbeschuss zu verstehen seien. Insgesamt soll die Hamas rund 45 Raketen auf Israel abgeschossen haben, sieben davon in Richtung des Großraumes Jerusalem.

Im Zuge der israelischen Vergeltungsschläge sollen laut der Behörden im Gazastreifen neun Menschen getötet worden sein. Unter ihnen angeblich ein hochrangiger Kommandeur der Hamas und drei Kinder. Zuvor war von Großbränden auf dem Tempelberg in Jerusalem berichtet worden. Diese sollen sich im Zuge weiterer Auseinandersetzungen zwischen israelischen Sicherheitskräften und palästinensischen Kämpfern ereignet haben. Insgesamt seien im Zuge dieser Auseinandersetzung mehr als 300 Menschen verletzt worden.

Unruhen in Jerusalem: Hamas stellt Israel ein Ultimatum

Update vom 10.05.2021, 16.45 Uhr: Nach den heftigen Zusammenstößen in Jerusalem hat der militärische Flügel der islamistischen Palästinenserorganisation Hamas Israel am Montag (10.05.2021) ein Ultimatum gestellt. Ein Sprecher der Organisation in Gaza forderte, Israel müsse bis 18.00 Uhr Ortszeit (17.00 MEZ) alle Polizisten und Siedler vom Tempelberg (Al-Haram al-Scharif/Das edle Heiligtum) sowie aus dem Viertel Scheich Dscharrah in Ost-Jerusalem abziehen. Außerdem müssten alle im Rahmen der jüngsten Konfrontationen festgenommenen Palästinenser freigelassen werden. Es handele sich um eine Warnung. 

Israel: Blendgranaten und Steinwürfe - Lage in Ost-Jerusalem eskaliert

Erstmeldung: Jerusalem/Istanbul – Nach erneuten Zusammenstößen zwischen Palästinensern und israelischen Sicherheitskräften in Jerusalem wächst die Sorge vor einem größeren Konflikt. Auf dem Tempelberg in der Altstadt kam es am Morgen des 10. Mai zu schweren Auseinandersetzungen. Videos im Internet zeigten, wie Polizisten vor der Al-Aksa-Moschee Blendgranaten, Tränengas und Gummigeschosse gegen Steine werfende Palästinenser einsetzten. 

Die Auseinandersetzungen ereigneten sich wenige Stunden vor dem für den Nachmittag geplanten Marsch zum Jerusalem-Tag. Das Land feiert damit die Eroberung des arabischen Ostteils von Jerusalem einschließlich der Altstadt während des Sechstagekriegs 1967. Aus Sorge vor Gewalt verbot die israelische Polizei Juden, am Montag bei geplanten Flaggenmärschen durch die Altstadt auch den Tempelberg zu besuchen. Die Palästinenser sehen Ost-Jerusalem als Hauptstadt eines künftigen eigenen Staates.

Die Lage im Westjordanland und im arabisch geprägten Ostteil Jerusalems ist seit Beginn des Fastenmonats Ramadan angespannt. Bei heftigen Zusammenstößen waren in Jerusalem seit Freitag bereits rund 300 Palästinenser und rund 20 Polizisten verletzt worden. Viele Palästinenser sind zornig, weil die Polizei Bereiche der Altstadt abgesperrt hatte, um Versammlungen zu verhindern. Außerdem drohen einigen palästinensischen Familien im Stadtteil Scheich Dscharrah Wohnungsräumungen durch israelische Behörden. (Autoren mit Agenturen)

Hinweis der Redaktion: Wir haben in einer vorherigen Version dieses Artikels von „Hamas-Aktivisten“ geschrieben. Wir haben das Wort durch „Kämpfer“ ersetzt. Wir bitten die falsche Wortwahl zu entschuldigen.

Rubriklistenbild: © Mohammed Talatene /dpa

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