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Benjamin Netanjahu: Polizei in Israel hackt unerlaubt Handy eines wichtigen Zeugen 

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Von: Marvin Ziegele

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Israels ehemaliger Premierminister Benjamin Netanjahu während einer Sitzung im Knesset.
Israels ehemaliger Premierminister Benjamin Netanjahu während einer Sitzung im Knesset. © imago

Israels Ex-Premierminister Benjamin Netanjahu steht weiterhin vor Gericht. Die Polizei soll illegal Informationen gesammelt haben. 

Jerusalem – In Israel soll die Polizei einen wichtigen Zeugen im Prozess gegen den ehemaligen Ministerpräsidenten Benjamin Netanjahu ausspioniert haben. Darüber berichteten mehrere hebräische Medien am Mittwochabend (02.02.2022).

Laut der Berichte soll die Cyber-Einheit der Polizei in Israel ohne gerichtliche Genehmigung das Mobiltelefon eines Zeugen im Korruptionsprozess gegen Benjamin Netanjahu gehackt haben. Die Polizei soll die dadurch erlangten Informationen nicht an die polizeiliche Ermittlungsabteilung oder die Staatsanwaltschaft in Israel weitergegeben haben. Bei dem Zeugen handelt es sich um Schlomo Filber, einem ehemaligen Vertrauten von Benjamin Netanjahu.

„Erdbeben“ in Israel: Netanjahu droht mit „enormen Konsequenzen“

Die Jerusalem Post berichtet, dass die Polizei in Israel möglicherweise illegale Cyber-Tools verwendet hat, um Informationen über eine Person zu sammeln, die im Zentrum des Netanjahu-Prozesses steht.

Netanjahu selbst bezeichnete die Berichte in Israel als „Erdbeben“. Polizeiermittler hätten „sich illegal in Telefone gehackt, um einen mächtigen rechtsgerichteten Ministerpräsidenten zu stürzen“, twitterte er. Die Polizei wird beschuldigt, den „Ermittlungsprozess zu beschmutzen“, es werde „enorme Konsequenzen“ geben. Die israelische Polizei teilte mit, sie werde „vollständig und transparent“ mit einer vom Generalstaatsanwalt eingesetzten Ermittlungsgruppe zusammenarbeiten, die den möglichen Missbrauch von Spionagesoftware durch die Polizei untersucht.

Israel: Polizei soll illegal Daten von Handy gesammelt haben

In der Vergangenheit leugnete die Polizei in Israel, dass die Überwachungssoftware Pegasus des israelischen Unternehmens NSO genutzt würde. Israelische Medien berichteten zuletzt, dass Netanjahu mit dem Generalstaatsanwalt über einen Deal verhandelt, der das Eingeständnis einer „moralischen Verwerflichkeit“ beinhaltet. Ein solches Vergehen würde ein siebenjähriges Verbot der politischen Tätigkeit nach sich ziehen. Netanjahu dementierte die Berichte jedoch.

Israels Ex-Premier steht wegen des Vorwurfs des Betrugs, der Untreue und der Bestechlichkeit vor Gericht. Der Korruptionsprozess gegen in könnte in Israel jedoch noch Jahre dauern. (Marvin Ziegele)

Zuletzt warf Amnesty International Israel in einem Bericht Apartheid vor. Gegen die Anschuldigungen regt sich Widerstand.

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