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Schüsse nahe der Klagemauer: Acht Verletzte in Jerusalem

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Von: Jan Oeftger

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In der Nähe der Altstadt Jerusalems wurden einige Menschen bei Schüssen verletzt.
In der Nähe der Altstadt Jerusalems wurden einige Menschen bei Schüssen verletzt. © Maya Alleruzzo/dpa

Bei Schüssen in Jerusalem verletzte der Täter acht Menschen. Beim festgenommenen Tatverdächtigen handelt es sich um einen Palästinenser.

Jerusalem – Bei Schüssen nahe der Klagemauer wurden mindestens acht Menschen verletzt. Manche von ihnen erlitten schwere Verletzungen. Rettungsdienst Magen David Adom erklärte auf Twitter, dass es zu den Vorfällen an zwei verschiedenen Stellen in Jerusalem, der Hauptstadt Israels, gekommen sei.

An zwei Orten habe es Schüsse gegeben, schrieb er in der Nacht von Samstag auf Sonntag (14. August). Eigenen Angaben zufolge konnte die Polizei einen palästinensischen Tatverdächtigen bereits festnehmen. Er lieferte sich den Beamten Stunden nach der Tat selbst aus. Mit den Schüssen hatte der Täter auf einen Bus in der Altstadt und auf einen Parkplatz nahe dem Davidsgrab gezielt.

Jerusalem: Beschossener Bus kam von der Klagemauer

In dem beschossenen Bus seien Gläubige von der Klagemauer in Richtung Stadt unterwegs gewesen, wie ein Rettungssanitäter berichtet. „Laut einem Passanten begann ein Terrorist, wahllos auf den Bus zu schießen“, sagte der Sanitäter der Jerusalem Post. Am Tatort habe es große Aufregung gegeben als der Rettungsdienst eintraf. Unter den Verletzten war auch eine hochschwangere Frau. Das Kind wurde sofort per Notkaiserschnitt geholt. Sowohl Mutter als auch Kind sind schwerverletzt.

Israels Regierungschef Jair Lapid versprach: „Die Sicherheitskräfte arbeiten an der Festnahme des Terroristen und werden nicht ruhen, bis er gefangen ist.“ Zudem fügte er an, dass wer Zivilisten Schaden zufüge, dafür einen Preis zahlen werde.

Jerusalem: Andauernde Spannungen im Nahostkonflikt zwischen Juden und Muslimen

Ein Sprecher der Palästinenserorganisation Hamas hieß den Angriff hingegen gut. Es sei eine „natürliche Reaktion auf die Arroganz der Besatzungssoldaten und zionistischen Siedler und ihre täglichen Verbrechen gegen unser Volk, unser Land und unsere islamischen und christlichen heiligen Stätten“. In dem Zusammenhang ärgerte er sich über Israels andauerndes Eindringen in die Al-Aksa-Moschee.

Der Tempelberg (Al-Haram al-Scharif) mit dem Felsendom und der Al-Aksa-Moschee ist sowohl Gläubigen des Islam als auch Juden heilig. Für Muslime ist es sogar die drittheiligste Stätte. Zwischen beiden Glaubensgemeinschaften kommt es dort im Nahostkonflikt immer wieder zu Auseinandersetzungen. Muslime verwalten den Tempelberg, Israel soll jedoch für die Sicherheit sorgen. Die Palästinenser wollen einen eigenen Staat haben und fordern dafür auch das Westjordanland und Ost-Jerusalem. Diese Gebiete hatte Israel während des Sechs-Tage-Krieges 1967 erobert. (jo)

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