Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Nahost-Konflikt

Israel greift erneut Ziele im Gazastreifen an

  • VonDavid Suárez Caspar
    schließen

Erst fliegen Brandballons in Richtung Israel, dann folgen Luftangriffe auf den Gazastreifen. Der Nahost-Konflikt droht erneut zu eskalieren. Der News-Ticker.

  • Die Genehmigung vom „Flaggenmarsch“ droht den Nahost-Konflikt erneut zu eskalieren
  • Der Marsch fand am Dienstag (15.06.2021) in Jerusalem statt
  • Die neue Regierung um Ministerpräsidenten Naftali Bennett steht unter Druck.

Update vom Mittwoch, 16.06.2021, 8.15 Uhr: Nachdem im Mai eine Waffenruhe mit der Hamas ausgehandelt wurde, bombardieren israelische Kampfflugzeuge wieder militärische Einrichtungen der Palästinenserorganisation im Gazastreifen. Die Luftangriffe in der Nacht auf Mittwoch seien nach Angaben der israelischen Armee eine Reaktion auf den Abschuss von Brandballons aus dem Küstenstreifen auf israelisches Gebiet gewesen. Verletzt wurde demnach niemand. Bei der Bombardierung von zwei Militärposten der Hamas sei jedoch großer Schaden entstanden.

Bei Protesten gegen den sogenannten Flaggenmarsch in Jerusalem hatten Demonstrant:innen am Dienstag (15.06.2021) an Ballons befestigte Brandsätze in den Süden Israels fliegen lassen, die dort nach Angaben der israelischen Feuerwehr mindestens 20 Brände verursachten. Als „Vergeltung“ antwortete die israelische Luftwaffe mit Bombardements im Gazastreifen, wie die Armee in einer Erklärung bestätigte. Ziele der Luftangriffe waren demnach Standorte der Hamas, die die radikalislamische Palästinenserorganation vor allem für „Versammlungen“ genutzt haben soll.

Nach Angaben aus palästinensischen Sicherheitskreisen und von Augenzeug:innen wurde bei den Luftangriffen mindestens ein Ziel in der Stadt Chan Junis im Gazastreifen beschossen. Ein Fotograf der Nachrichtenagentur AFP sah in Chan Junis mehrere Explosionen.

Ein palästinensischer Demonstrant wirft als Protest gegen den nationalistischen Flaggenmarsch ein brennendes Projektil in Richtung der israelischen Streitkräfte. Die israelische Luftwaffe bombardierte in der Nacht zum Mittwoch Militärposten der Hamas.

Israel: Flaggenmarsch schürt neue Gewalt - 17 Palästinenser festgenommen

+++ 22.00 Uhr: Tausende Nationalisten sind bei einem umstrittenen Flaggenmarsch durch Jerusalem gezogen. 5.000 Teilnehmer schwenkten bei der Veranstaltung am Dienstag Israelflaggen. Bei Zusammenstößen mit der Polizei in der Nähe der Jerusalemer Altstadt waren vor dem Marsch 27 Palästinenser verletzt worden, wie der palästinensische Rettungsdienst Roter Halbmond mitteilte. Insgesamt 17 Palästinenser wurden bei Konfrontationen mit den Sicherheitskräften festgenommen, wie die Times of Israel unter Berufung auf die Polizei mitteilte.

+++ 16:38 Uhr: Schon vor dem Flaggenmarsch jüdischer Israelis ist es am Damaskustor zur Jerusalemer Altstadt zu Zusammenstößen zwischen israelischen Polizisten und palästinensischen Jugendlichen gekommen. In Gaza nahe der Sperranlage zu Israel wurde ein Palästinenser verletzt, als israelische Soldaten unter anderem mit Tränengas gegen Dutzende Demonstranten vorging, wie örtliche Medien berichteten.

Israel: Vor dem Faggenmarsch - Im Süden brennen Felder

Update 15.06.2021, 13.10 Uhr: Im Süden Israels sind vor dem geplanten Flaggenmarsch von Nationalisten mehrere Felder niedergebrannt worden. Die israelische Feuerwehr äußerte am Dienstag (15.06.2021) die Vermutung, dass die Feuer durch sogenannte Brandballons von militanten Palästinensern aus dem Gazastreifen ausgelöst wurden. Auf Videoaufnahmen war großflächig verbranntes Gras zu sehen. Medien berichteten von rund einem Dutzend Feuer. Am Grenzzaun zum Gazastreifen kam es nach Angaben der Armee zu Konfrontationen zwischen Soldaten und etwa 30 Palästinensern.  

Israel: Flaggenmarsch in Jerusalem schürt Sorgen vor erneutem Gewaltausbruch

Erstmeldung: Jerusalem - Die israelische Polizei bereitet sich mit einem massiven Aufgebot von 2000 Sicherheitskräften auf einen geplanten „Flaggenmarsch“ von rund 5000 rechten israelischen Nationalist:innen in der Altstadt von Jerusalem vor. Der Flaggenmarsch soll am Dienstag (15.06.2021) gegen 16.30 Uhr stattfinden und durch das besetzte Gebiet von Ost-Jerusalem führen. Der kontroverse Marsch wurde nur wenige Stunden nach Formierung der neuen israelischen Regierung genehmigt, obwohl dies den fragilen Waffenstillstand zwischen Israel und der radikalislamischen palästinensischen Organisationen belasten könnte.

Israelische Nationalist:innen nehmen an dem Jerusalemtag am 10. Mai teil. Am Dienstag (15.06.2021) soll Flaggenmarsch in Jerusalem stattfinden.

Palästinenser:innen empfinden den Marsch, der auch durch das von Israel besetzte muslimische Viertel der Altstadt führen soll, als Provokation. Die beiden größten Palästinenserorganisationen Fatah und Hamas haben zu einem „Tag des Zorns“ aufgerufen. Die israelische Armee hat laut einem Bericht der Jerusalem Post zusätzliche Kräfte ins Westjordanland verlegt.

Jerusalem: Flaggenmarsch könnte für erneute Eskalation des Konflikts sorgen

Unterstützer:innen von Ex-Ministerpräsident Benjamin Netanjahu haben den Flaggenmarsch der Nationalist:innen organisiert. Dieser setzt die neue Regierung von Regierungschef Naftali Bennett von der ultrarechten Jamina-Partei unter Druck. Die Acht-Parteien-Regierung war am Sonntagabend mit nur einer Stimme Vorsprung im Parlament bestätigt worden. Dies beschließt ein vorläufiges Ende der Ära von Netanjahu, der seit 2009 durchgehend im Amt war.

Der Marsch schürt die Sorge vor einer erneuten Eskalation der Lage. Der letzte Marsch am Jerusalem-Tag am 10. Mai wurde wegen Raketenangriffen der im Gazastreifen herrschenden Hamas abgebrochen. Hamas bezeichnete den Angriff auf Jerusalem als eine Reaktion auf Israels Vorgehen, bei der bewaffnete Sicherheitskräfte die Al-Aqsa-Moschee stürmten und die Häuser von palästinensische Familien im Viertel Scheich Dscharrah zwangsräumten. Die von EU, USA und Israel als Terrororganisation eingestufte islamistische Gruppierung hatte im Fall neuer „Verstöße“ Israels mit neuen Angriffen gedroht.

Newsletter: Alle wichtigen Politik-News direkt in Ihr Mail-Postfach

Mit dem Politik-Newsletter der FR verpassen Sie keine wichtigen Nachrichten mehr und sind immer top informiert

Beim letzten Aufflammen des Konflikts zwischen Israel und militanten Palästinenserorganisationen wurden im Mai im Gazastreifen 255 Menschen getötet, darunter 66 Kinder. In Israel starben 13 Menschen an den Folgen. Israel hatte den arabisch geprägten Ostteil Jerusalems 1967 erobert. International wird Ostjerusalem mehrheitlich als von Israel besetztes Gebiet anerkannt. Zunächst war der Flaggenmarsch für vergangenen Donnerstag geplant. Angesichts der explosiven Lage wurde er dann jedoch bis nach der Vereidigung der neuen Regierung verschoben. (David Suárez Caspar mit dpa)

Rubriklistenbild: © MAHMUD HAMS/afp

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare