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Lage eskaliert

Jerusalem: Hunderte Verletzte bei Zusammenstößen - weitere Eskalation befürchtet

  • Daniel Dillmann
    VonDaniel Dillmann
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Nach erneuten Zusammenstößen zwischen Palästinensern und israelischen Sicherheitskräften in Jerusalem wächst die Sorge vor einem größeren Konflikt. 

Update vom Montag, 10.05.2021, 12.00 Uhr: Erneut ist es in Ost-Jerusalem zu schweren Zusammenstößen zwischen israelischen Sicherheitskräften und Palästinensern gekommen. Videos im Internet zeigten, wie Hunderte Palästinenser:innen in der Nähe der Al-Aksa-Moschee die dort positionierten Polizistinnen und Polzisten mit Gegenständen bewarfen. Die Polizei setzten daraufhin Blendgranaten, Gummigeschossen und Tränengas ein.

Nach Angaben des Palästinensischen Roten Halbmondes wurden 215 Menschen verletzt, vier davon schwer. Etwas mehr als 150 Menschen seien in Krankenhäuser gebracht worden. Der Polizei zufolge wurden neun Beamte verletzt. Die Zahl der Verletzten könnte sich noch erhöhen.

Israel: Auseinandersetzungen in Jerusalem eskalieren erneut

Die Auseinandersetzungen ereigneten sich wenige Stunden vor einem für Montagnachmittag (15.00 Uhr MESZ) geplanten Marsch von Juden zur Erinnerung an die israelische Besetzung von Ost-Jerusalem in Sechs-Tage-Krieg 1967. Aus Sorge vor Gewalt hatte die israelische Polizei Juden am Montag verboten, bei geplanten Flaggenmärschen durch die Altstadt auch den Tempelberg zu besuchen. Die Palästinenser sehen Ost-Jerusalem als Hauptstadt eines künftigen eigenen Staates.

Auf einer Straße am Rande der Altstadt von Jerusalem kam es am Vormittag zu einem Zwischenfall: Ein israelischer Autofahrer rammte mit seinem Auto einen Palästinenser, nachdem sein Fahrzeug von einer Gruppe von Palästinensern mit Steinen beworfen worden war. Die israelische Polizei teilte mit, der Mann habe die Kontrolle über das Auto verloren. Anschließend wurde der Fahrer von einer Menge attackiert. Ein israelischer Polizist schoss in die Luft und zwang die Palästinenser, von ihm abzulassen.

Palästinenser suchen Schutz vor Tränengas.

Israel: Unruhen in Jerusalem - Erdogan spricht von „Angriff auf uns alle“

Update, 13.13 Uhr: Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan hat den Staat Israel wegen der Unruhen in Jerusalem schwere Vorwürfe gemacht. „Wir verstehen jeden Angriff [auf] die Muslime als einen Angriff auf uns alle“, schrieb der Vorsitzende der AKP auf Twitter. Am Samstag hatte Erdogan mit Blick nach Jerusalem Israel als einen Terrorstaat“ bezeichnet: „Der Terrorstaat Israel greift gnadenlos und unmoralisch Mulsime in Jerusalem an.“

In der Türkei kam es infolge der Unruhen in Jerusalem an mehreren Orten zu Demonstrationen gegen Israel. In Ankara demonstrierten hunderte Menschen vor der israelischen Botschaft. In Istanbul protestierten Demonstrierende vor dem israelischen Konsulat gegen den Einsatz israelischer Sicherheitskräfte im Jerusalemer Viertel Scheich Jarrah.

Israel: 200 Verletzte bei Unruhen in Jerusalem

Erstmeldung: Jerusalem - In der zweiten Nacht in Folge ist es in Jerusalem zu gewaltsamen Auseinandersetzungen zwischen dem Sicherheitspersonal und zumeist palästinensischen Gläubigen gekommen. Rund um den Tempelberg sollen mehr als 200 Menschen verletzt worden sein. Die Polizei wurde laut israelischen Medienberichten mit Steinen beworfen und setzte Gummigeschosse, Tränengas und Blendgranaten ein.

Laut der israelischen Zeitung Haaretz war die Lage im Herzen von Jersualem bereits am Abend eskaliert. Zehntausende gläubige Muslime waren zusammengekommen, um in der Al-Aksa-Moschee auf dem Tempelberg das Ende des Fastenmonats Ramadan zu feiern. Palästinensische Jugendliche hatten laut der Nachrichtenagentur Aljazeera die Sicherheitskräfte mit Steinen beworfen und Barrikaden an den Durchgängen in der alten Stadtmauer in Brand gesetzt.

Israel: Ausschreitungen in Jerusalem - viele Kinder unter den Verletzten

Laut dem palästinensischen Rettungsdienst Roter Halbmond seien 64 Palästinenser - darunter mehrere Kinder - durch Polizeigewalt verletzt worden, hieß es bei „Haaretz“. In Ost-Jerusalem kam es den Berichten zufolge zu ähnlichen Zusammenstößen. Auch hier wurden Barrikaden und Wachposten der israelischen Einsatzkräfte attackiert und in Brand gesetzt.

Unruhen in Jerusalem: Israelische Sicherheitskräfte liefern sich Straßenschlachte mit Palästinensern.

Die USA, Russland, die EU und die Vereinten Nationen zeigten sich allesamt „tief besorgt“ über die „täglichen Auseinandersetzungen und Gewaltakte“ in Jerusalem. Ned Price, ein Sprecher des US-Außenministeriums unter Präsident Joe Biden rief die beteiligten Parteien bereits am Freitag zur Zurückhaltung auf.

Bereits am Vorabend war die Lage in der Altstadt und im Viertel Scheich Dscharrah eskaliert. Insgesamt seien laut mehreren Medien mehr als 200 Personen verletzt worden. Die Polizei sprach von 20 verletzten Sicherheitskräften.

Lage in Israel seit Beginn des Ramadas angespannt

Der Tempelberg mit dem Felsendom und der Al-Aksa-Moschee ist die drittheiligste Stätte im Islam und auch im Judentum von größter Bedeutung. Die dort befindliche Klagemauer ist ein Überrest eines zerstörten Tempels und die heiligste Stätte der Juden.

Die Lage im Westjordanland und im Ostteil Jerusalems ist seit Beginn des Fastenmonats Ramadan angespannt. Etliche Bereiche der Altstadt sind abgesperrt. Doch der wieder aufflammende Konflikt beschränkt sich nicht nur auf Jerusalem. Am Samstagabend wurde eine Rakete aus dem Gazastreifen über die Grenze nach Israel geschossen. Die israelische Luftwaffe antwortete nach eigenen Angaben mit einem Luftangriff auf einen Posten der radikal-islamistischen Hamas.

Die angespannte Lage in Israel fällt in eine Zeit der politischen Unsicherheit. Nach der vierten Parlamentswahl innerhalb von zwei Jahren herrscht eine Pattsituation. Regierungschef Benjamin Netanjahu scheiterte mit dem Versuch einer Regierungsbildung. Doch auch die Opposition tut sich schwer eine Mehrheit gegen den amtierenden Regierungschef zu organisieren. (Daniel Dillmann mit dpa)

Rubriklistenbild: © EMMANUEL DUNAND

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