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Atomwaffenkonflikt

Mossad soll für Ermordung eines iranischen Atomwissenschaftlers verantwortlich sein

Die jüdische Zeitung „Jewish Chronical“ berichtet davon, dass der israelische Geheimdienst Mossad den Atomwissenschaftler Mohsen Fakhrizadeh ermordet hätte. Israel äußert sich nicht.

  • Ende November 2020 ist auf Mohsen Fakhrizadeh in der Nähe von Teheran im Iran geschossen worden.
  • Die Ermordung des Atomwissenschaftlers sei vom israelischen Geheimdienst Mossad geplant gewesen.
  • Laut Bericht des „Jewish Chronical“ seien 20 Agenten beteiligt gewesen.

Der iranische Atomwissenschaftler Mohsen Fakhrizadeh ist im November 2020 nahe Teheran getötet worden. Es soll sich bei der Tat um einen Einsatz des israelischen Geheimdienstes Mossad gehandelt haben. Laut „Jewish Chronical“, einer jüdischen Wochenzeitung aus Großbritannien, hätten 20 Agenten den Iraner mit einer Ein-Tonnen-Waffe getötet, die in Einzelteilen über die iranische Grenze gebracht worden sein soll. Iranische Medien hatten berichtet, der 59-jährige Fakhrizadeh sei am 27. November im Krankenhaus gestorben, nachdem bewaffnete Angreifer ihn in seinem Auto niedergeschossen hätten.

Die Zeitung bezieht seine Informationen über den Anschlag aus Geheimdienstquellen. Es habe sich um ein Team mit israelischen und iranischen Staatsangehörigen gehandelt, das den Atomwissenschaftler zuvor über acht Monate hinweg überwacht habe. Im Gespräch mit dem Staatsfernsehen bestätigte der Geheimdienstminister des Iran Mahmoud Alavi am Montag (08.02.2021), ein Mitglied der iranischen Streitkräfte sei an der Ermordung beteiligt gewesen.

Die älteste kontinuierlich erscheinende jüdische Zeitung der Welt nennt keine Details zu ihrer Quelle. Laut ihren Informationen habe der Mossad die automatische Waffe auf einem Nissan-Pick-up montiert und „die maßgeschneiderte Waffe, die von Agenten am Boden ferngesteuert wurde, während sie das Ziel beobachteten, war so schwer, weil sie eine Bombe enthielt, die die Beweise nach der Tötung zerstörte“. Außerdem heißt es, die Tat Ende November sei „von Israel allein, ohne amerikanische Beteiligung“ vollzogen worden. US-Beamte seien jedoch im Vorhinein in Kenntnis gesetzt worden.

Iraner gehen am Ende 2020 in der Hauptstadt Teheran an Plakaten vorbei, die den verstorbenen Kommandeur der Revolutionsgarden Qasem Soleimani (rechts) und den ermordeten Atomwissenschaftler Mohsen Fakhrizadeh zeigen.

Ermordung eines Atomwissenschaftlers des Iran: Israel schweigt zu Bericht über Beteiligung des Mossad

Mohsen Fakhrizadeh sei von westlichen und israelischen Geheimdiensten seit Jahren als Leiter eines verdeckten Atombombenprogramms beschrieben worden, berichtet der arabische Nachrichtensender Al Jazeera. Das Projekt sei 2003 beendet worden. Allerdings würden Israel und die Vereinigten Staaten Teheran vorwerfen, es wieder aufnehmen zu wollen.

In dem Bericht des Jewish Chronicle wird auf die Bedeutung des Todes von Mohsen Fakhrizadeh für die Atomwissenschaft im Iran eingegangen. Die Quellen sprechen davon, dass der Iran davon ausgehe, dass es sechs Jahre brauche, bis ein Ersatz für Fakhrizadeh „voll einsatzfähig“ sei. Der Tod des Wissenschaftlers habe „die Zeitspanne, die der Iran brauchen würde, um eine Bombe zu bauen, von etwa dreieinhalb Monaten auf zwei Jahre verlängert“.

Vonseiten des Iran sind schon länger Stimmen zu hören, die Israel für die Ermordung von Mohsen Fakhrizadeh verantwortlich machen. Außenminister Mohammad Javad Zarif schrieb bereits kurz nach der Tat auf Twitter von „ernsthaften Hinweisen auf (eine) israelische Rolle“. Israel hat am Mittwoch (10.02.2021) erstmalig über das Thema gesprochen. Auf die neusten Erkenntnisse angesprochen, sagte am Mittwoch ein Sprecher der israelischen Regierung: „Wir kommentieren niemals solche Angelegenheiten. Es hat keine Änderung unserer Position gegeben.“ (Theresa Ricke)

Rubriklistenbild: © Atta Kenare/afp

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