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Spannungen im Nahen Osten

Iran reichert Uran in Rekordtempo an - Atomprogramm kommt Nuklearwaffen einen Schritt näher

  • vonTobias Ketter
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Der Generalstabschef von Israel wendet sich mit einer klaren Botschaft an die USA und spricht mit Blick auf den Iran von Krieg. Derweil lässt die Regierung in Teheran weiter Uran anreichern.

  • Israel möchte nicht, dass die USA zum Atomabkommen mit dem Iran zurückkehrt.
  • Joe Biden befürwortet den Atomdeal jedoch, da dieser das nukleare Wettrüsten verhindern könnte.
  • Donald Trump ist im Jahre 2018 aus dem Abkommen ausgestiegen.

Update vom Freitag, 29.01.2021, 11.25 Uhr: Mohammad Bagher Qalibaf, Sprecher des iranischen Parlaments, gab in einer Fernsehansprache während eines Besuchs im Atomkraftwerk Fordow am Donnerstag (28.01.2021) bekannt, dass der Iran in weniger als einem Monat insgesamt 17 Kilogramm von 20 Prozent angereichertem Uran hergestellt habe. Das Atomprogramm des Landes ist damit dem waffenfähigen Anreicherungsniveau ein Schritt näher gekommen, wie „Al-Jazeera“ berichtet.

Weltmächte kritisieren Uran-Anreicherung im Iran

Etwa 250 Kilogramm von 20 Prozent angereichertem Uran werden benötigt, um es in 25 Kilogramm des 90 Prozent angereicherten Urans umzuwandeln, das für eine Atomwaffe benötigt wird. In seiner Rede dankte Qalibaf der Atomenergie-Organisation Irans (AEOI), die die Informationen aber bislang nicht bestätigt hat. Westliche Nationen haben die Anreicherung kritisiert und Teheran aufgefordert, sich an das Atomabkommen aus dem Jahre 2015 zwischen dem Iran und den Weltmächten zu halten.

Der ehemalige US-Präsident Donald Trump hat die Vereinigten Staaten 2018 einseitig aus dem Atomabkommen mit dem Iran zurückgezogen. US-Präsident Joe Biden, der Vizepräsident war, als das Abkommen während der Obama-Administration unterzeichnet wurde, sagte, er hoffe, die USA zu dem Abkommen zurückbringen zu können.

Der Iran erhöht die Anreicherung von Uran und kommt dem Bau einer Atombombe damit näher.

Iran reagiert auf Israels Operationspläne: „Psychologischer Krieg“

Update vom Donnerstag, 28.01.2021, 11.21 Uhr: Der Iran hat auf die Äußerungen des israelischen Generalstabschefs Aviv Kochavi reagiert, nach denen das israelische Militär eine Reihe von Operationsplänen ausarbeite, um das iranische Atomprogramm im Notfall aufhalten zu können. Wie der das arabische Nachrichtenportal Al-Jazeera meldet, bezeichnete der Stabschef des iranischen Präsidenten, Mahmoud Vaezi, diese Äußerungen als „psychologischen Krieg“. Israel habe nach seiner Einschätzung weder einen Plan noch die militärischen Kapazitäten für einen Angriff auf das iranische Atomprogramm.

In diesem Zusammenhang verwies er auf zahlreiche Militärübungen, die der Iran in den vergangenen Monaten absolviert habe. Der iranische Vizepräsident Eshaq Jahangiri reagierte auf Nachfrage von Journalisten ebenfalls auf die Äußerungen des israelischen Generalstabschefs: „Israel ist nicht auf dem Stand, den Iran zu bedrohen.“

Die Tötung von Qasem Soleimani löste im Iran heftige Proteste gegen Israel und die USA aus. (Archivbild)

Nahost: Israels Generalstabschef warnt neue US-Regierung vor Rückkehr zu Atomabkommen mit Iran

Erstmeldung vom 27. Januar 2021: Tel Aviv - Der Generalstabschefs von Israel, Aviv Kochavi, hat die US-Regierung um Präsident Joe Biden bezüglich ihrer Beziehungen zum Iran gewarnt. Er betonte, jede Rückkehr der USA zum Atomabkommen mit Teheran aus dem Jahre 2015 sei „falsch“.

Kochavi äußerte sich am Dienstag (26.01.2021) in einer Ansprache an das Institut für nationale Sicherheitsstudien der Universität Tel Aviv. Er erklärte, dass man derzeit eine Reihe von Operationsplänen gegen den Iran ausarbeite. Dieser Schritt sei gemacht worden, nachdem der Iran in den vergangenen Monaten begonnen habe, sein Atomprogramm wieder aufzunehmen.

Israel: Zusätzlich Operationspläne gegen Iran werden ausgearbeitet

„Angesichts der grundlegenden Analyse habe ich die israelischen Verteidigungskräfte angewiesen, zusätzlich zu den bereits bestehenden eine Reihe von weiteren Operationsplänen auszuarbeiten“, sagte der Generalstabschef von Israel. „Natürlich liegt es an der politischen Führung, über die Umsetzung zu entscheiden, aber diese Pläne müssen auf dem Tisch liegen.“

Die Äußerungen von Aviv Kochavi seien als ein klares Signal an US-Präsident Joe Biden zu verstehen, der bei jeder diplomatischen Auseinandersetzung mit dem Iran vorsichtig sein müsse, wie der Nachrichtensender „Al Jazeera“ berichtet. „Eine Rückkehr zum Nuklearabkommen von 2015 oder selbst wenn es ein ähnliches Abkommen mit mehreren Verbesserungen wäre, ist aus operativer und strategischer Sicht schlecht und falsch“, so Kochavi. Bidens Vorgänger Donald Trump kündigte 2018 das Atomabkommen. Ein Schritt, den der israelische Ministerpräsident Benjamin Netanjahu begrüßte.

Aviv Kochavi, Generalstabschef der israelischen Streitkräfte, hat eine klare Warnung in Richtung Joe Biden ausgesprochen.

Seit Washington sich aus dem Deal mit dem Iran zurückgezogen hat, hat die Regierung in Teheran ihre Vorräte an schwach angereichertem Uran angehäuft. Trita Parsi, eine Analystin des „Quincy Institute“, sagte, Kochavis Bemerkungen seien eine klare Botschaft an Biden, nachdem Trump, der ein überzeugter Verbündeter von Netanjahu ist, vergangene Woche aus seinem Amt als US-Präsident ausgeschieden war. „Sogar bevor Biden den Amtseid ablegte, ging die Regierung von Netanjahu extrem aggressiv auf ihn zu, um Biden zu drängen, nicht zum Atomdeal zurückzukehren“, so Parsi gegenüber „Al Jazeera“.

Joe Biden: Rückkehr zum Atomabkommen verhindert nukleares Wettrüsten

Ein Minister von Netanjahus Regierung erklärte kürzlich, dass Israel in den Krieg ziehen würde, wenn die Vereinigten Staaten dem Atomabkommen wieder beitreten. Im Dezember des vergangenen Jahres sagte Biden in einem Interview, die Rückkehr zum Atomabkommen mit dem Iran von 2015 sei der beste Weg, um ein nukleares Wettrüsten im Nahen Osten zu verhindern. Der Iran hat seine Bereitschaft bekundet, das Abkommen wieder zu beleben. Die Regierung erklärte, dass das Land zu seinen Verpflichtungen zurückkehren werde, wenn der US-Präsident die Sanktionen aufhebe.

Nachdem sich Trump im Jahre 2018 aus dem Atomdeal mit dem Iran zurückgezogen hatte, eskalierten die Spannungen im Nahen Osten nach einer Reihe von Angriffen und militärischen Zwischenfällen. Die USA verhängte Sanktionen, die die iranische Wirtschaft lahmlegten.

Iranischer Offizier durch US-Luftangriff getötet

Im vergangenen Januar wurde Qassem Soleimani bei einem US-Luftangriff in der Nähe des internationalen Flughafens von Bagdad ermordet. Dieser Vorfall brachte die beiden Länder an den Rand des Krieges. Im November kam Irans Top-Atomwissenschaftler Mohsen Fakhrizadeh bei einem Angriff außerhalb von Teheran ums Leben, als er in seinem Auto fuhr. Der Iran beschuldigte daraufhin Israel, für diese Tötung verantwortlich zu sein. (Tobias Ketter)

Rubriklistenbild: © Islamic Republic Iran Broadcasting/dpa

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