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Der Öltanker „Mercer Street“, hier im Hafen von Rotterdam 2017. Jetzt wurde es im Indischen Ozean angegriffen. Israel beschuldigt den Iran.
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Der Öltanker „Mercer Street“, hier im Hafen von Rotterdam 2017. Jetzt wurde es im Indischen Ozean angegriffen. Israel beschuldigt den Iran. (Archiv)

Zwei Tote

Angriff auf Öltanker vor der Küste des Omans: Israel beschuldigt Iran

  • Isabel Wetzel
    VonIsabel Wetzel
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Bei einem Drohnenangriff auf einen Tanker vor Oman sterben zwei Menschen. Israel macht den Iran für den Angriff verantwortlich - und fordert Konsequenzen.

Tel Aviv ‒ Nach einem tödlichen Angriff auf den Öltanker „MTMercer Street“ im Norden des Indischen Ozeans hat Israel den Iran scharf attackiert. Bei dem Angriff am Donnerstag (29.07.2021) sind zwei Mitglieder der Crew getötet worden, eine Person aus Großbritannien und eine aus Rumänien. Das berichtete die Firma Zodiac Maritime, die das Schiff verwaltet. Vorsitzender der Zodiac-Gruppe ist der israelische Geschäftsmann Ejal Ofer. „Die Einzelheiten des Vorfalls werden noch ermittelt, und eine Untersuchung des Vorfalls ist im Gange“, heißt es in der Mitteilung des Unternehmens weiter. Es sei zuvor offenbar zu einem „Vorfall mit Piraten“ auf dem Schiff gekommen.

Die New York Times berichtete unter Berufung auf israelische Quellen, es sehe danach aus, dass der Angriff von mehreren unbemannten iranischen Drohnen ausgeführt worden sei. „Der Iran ist nicht nur ein israelisches Problem, sondern ein Exporteur von Terror, Zerstörung und Instabilität, die uns allen schaden“, schrieb der israelische Außenminister Jair Lapid in der Nacht zum Samstag (30.07.2021) auf Twitter. In der Golfregion gibt es immer wieder Angriffe auf Schiffe, die Experten als Teil eines Schattenkrieges zwischen den Erzrivalen Israel und Iran werten.

Der israelische Ministerpräsident Naftali Bennett erklärte, es lägen „nachrichtendienstliche Beweise“ für die Schuld des Iran vor. „Wir erwarten, dass die internationale Gemeinschaft dem iranischen Regime deutlich macht, dass es einen schweren Fehler begangen hat.“ Bennett drohte Teheran zudem Vergeltung an: „Auf jeden Fall wissen wir, wie wir dem Iran auf unsere Weise eine Botschaft übermitteln können.“

Anhaltender Konflikt zwischen Israel und Iran: Immer wieder Angriffe

Außenminister Lapid ergänzte, er habe gegenüber Großbritanniens Außenminister Dominic Raab explizit auf die Notwendigkeit hingewiesen, scharf auf den Angriff zu reagieren. Der frühere israelische Brigadegeneral und Sicherheitsexperte Schlomo Brom sagte der Nachrichtenagentur AFP zudem, der Angriff auf die „MT Mercer Street“ weise Parallelen zu einem mutmaßlichen Drohnenangriff auf eine iranische Zentrifugenfabrik im Juni auf, für den Israel verantwortlich gemacht wurde. „Die Iraner imitieren uns und wenden dieselben Techniken an“, sagte Brom. An einer „größeren Eskalation“ seien aber weder der Iran noch Israel interessiert.

Im Indischen Ozean und dem Golf von Oman sind in den vergangenen Monaten immer wieder Schiffe mit Verbindungen zu Israelis angegriffen worden. Anfang Juli war beispielsweise ein Frachtschiff attackiert worden, das laut Medienberichten zuvor ebenfalls im Besitz der britischen Firma Zodiac Maritime gewesen sein soll. Laut der israelischen Tageszeitung Haaretz vermutete Israel zu der Zeit, dass der Iran hinter dem Angriff stecke. Im Februar kam es vor der Küste Omans zu einer Explosion auf einem israelischen Frachtschiff. Im April ereignete sich ein weiterer, ähnlicher Vorfall - auch dazu beschuldigte Israel den Iran, der die Vorwürfe stets zurückwies. Im selben Monat war zudem ein iranischer Frachter bei einer Explosion im Roten Meer leicht beschädigt worden. Berichten der New York Times zufolge ging dieser Angriff von Israel aus.

Angriff auf israelischen Tanker: Iran weist Vorwürfe zurück

Die Regierung in Teheran wies am Sonntag (01.08.2021) den Vorwurf Israels zurück, die Verantwortung für die tödliche Attacke im Indischen Ozean zu tragen. Das „zionistische Regime“ müsse seine Anschuldigungen gegenüber Teheran einstellen, sagte Außenamtssprecher Said Chatibsadeh in einer Pressekonferenz. Der Iran werde „nicht zögern, seine Interessen und seine nationale Sicherheit zu verteidigen“. Israel sei ein illegitimes und gewalttätiges Regime und absurde Schuldzuweisungen würden diese Tatsache weder ändern noch dem Regime nutzen. Es sei nicht das erste Mal, dass Israel solche Behauptungen aufstelle.

Iran
HauptstadtTeheran
Präsident Hassan Rohani; ab 5. August 2021 Ebrahim Raeisi
Bevölkerung82,91 Millionen (2019)

Zwei Tote nach Angriff auf Tanker: Auch USA und Großbritannien machen Iran verantwortlich

Neben Israel macht auch Großbritannien Teheran für den Angriff auf den Tanker vor Oman verantwortlich. London glaube, dass es sich bei dem Angriff um einen „vorsätzlichen, gezielten und eindeutigen Verstoß gegen das Völkerrecht durch den Iran“ handele, erklärte der britische Außenminister Dominic Raab am Sonntag. Nach britischer Einschätzung habe der Iran „eine oder mehrere Drohnen“ eingesetzt.

Und auch die USA sehen die Schuldigen für den tödlichen Angriff in Teheran. US-Außenminister Antony Blinken sagte Israel die Unterstützung Washingtons bei den Ermittlungen zu. Die Fakten rund um den Angriff auf den Tanker, bei dem zwei Zivilisten gestorben sind, müssten genau überprüft und „angemessene Schritte“ beraten werden, heißt es aus dem US-Außenministerium. Nach Prüfung der Beweise gehe die US-Regierung davon aus, dass der Iran den Angriff am 29. Juli mithilfe von explodierenden Drohnen durchgeführt habe.

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Atomabkommen mit dem Iran: Verhandlungen ausgesetzt

Die Attacke auf den Tanker ereignete sich vor dem Hintergrund der schwierigen Gespräche über eine Wiederbelebung des internationalen Atomabkommens mit dem Iran. Die Gespräche in Wien, an denen indirekt auch die USA teilnehmen, waren zuletzt ausgesetzt worden, sollen aber nach der Amtseinführung des neuen iranischen Präsidenten Ebrahim Raisi am kommenden Donnerstag (05.08.2021) fortgesetzt werden. Das Treffen ist durch den Ausstieg der USA aus dem Abkommen und zahlreichen Sanktionen der US-Regierung unter dem ehemaligen Präsidenten Donald Trump gegen den Iran allerdings stark vorbelastet.

Beobachter gehen davon aus, dass der Iran und die USA uneins darüber sind, welche Sanktionen wie aufgehoben werden sollen und wie Teheran sein Atomprogramm, das nach der Aufkündigung des Atomabkommens durch die USA erheblich ausgeweitet wurde, zurückfahren muss. (iwe/dpa/afp)

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