Bitte deaktivieren Sie Ihren Ad-Blocker

Für die Finanzierung unseres journalistischen Angebots sind wir auf die Anzeigen unserer Werbepartner angewiesen.

Klicken Sie oben rechts in Ihren Browser auf den Button Ihres Ad-Blockers und deaktivieren Sie die Werbeblockierung für FR.de. Danach lesen Sie FR.de gratis mit Werbung.

Lesen Sie wie gewohnt mit aktiviertem Ad-Blocker auf FR.de
  • Zum Start nur 0,99€ monatlich
  • Zugang zu allen Berichten und Artikeln
  • Ihr Beitrag für unabhängigen Journalismus
  • Jederzeit kündbar

Sie haben das Produkt bereits gekauft und sehen dieses Banner trotzdem? Bitte aktualisieren Sie die Seite oder loggen sich aus und wieder ein.

Bisher können in Israel nur heterosexuelle Menschen eine Leihmutterschaft in Anspruch nehmen – das soll sich nun ändern./Auf dem Bild halten zwei Männer Händchen im Hintergrund sieht man die Regenbogenfarben.
+
Bisher können in Israel nur heterosexuelle Menschen eine Leihmutterschaft in Anspruch nehmen. Das soll sich nun ändern. (Symbolbild)

Historischer Tag

Israelisches Gericht erlaubt Leihmutterschaft für homosexuelle Paare

Gleichgeschlechtliche Paare in Israel können sich freuen. Künftig dürfen sie mithilfe von Leihmutterschaften Kinder bekommen. 

Tel Aviv – Das Höchste Gericht in Israel hat am Sonntag (11.07.2021) entschieden, dass der Staat eine Leihmutterschaft binnen sechs Monaten für homosexuellen Paaren und alleinstehenden Männern ermöglichen muss.

Entsprechende Regeln sollen im nächsten halben Jahr festgelegt werden. Die bisherigen Vorgaben stellten einen Verstoß gegen die Menschenrechte dar, hieß es in der Urteilsbegründung.

Israel: Gesundheitsminister Horowitz begrüßt das Urteil für Leihmutterschaft

Die Entscheidung beendet einen mehr als zehnjährigen Rechtsstreit. Gesundheitsminister Nitzan Horowitz von der linken Partei Meretz, der selbst offen schwul lebt, sprach von einem „historischen Tag“. Die Diskriminierung homosexueller Paare werde nun ein Ende haben. Sein Ministerium werde die Vorgaben des Gerichts umsetzen.

Bereits vor einem Jahr hatte Israels oberstes Gericht entschieden, dass das Parlament die Diskriminierung gleichgeschlechtlicher Paare und alleinstehender Männer bei der Leihmutterschaft beenden müsse. Ultra-orthodoxe Abgeordnete und Konservative hatten dies jedoch verhindert.

Israel: Homosexuelle Paare suchten sich bisher Leihmutterschaften im Ausland

Die Leihmutterschaft, also die Austragung eines Kindes für andere Menschen, war in Israel im Jahr 1996 legalisiert worden. Zunächst war dieser Weg zur Erfüllung des Kinderwunsches jedoch nur heterosexuellen Paaren und später dann auch alleinstehende Frauen erlaubt. Alleinstehende Männer oder homosexuelle Paare suchten sich daher Leihmütter in Ländern wie Nepal, Thailand und den USA.

Der nationalreligiöse Parlamentsabgeordnete Bezalel Smotritsch kritisierte das neueste Urteil dagegen scharf. Auch könnte das Thema in der erst kürzlich gebildeten Acht-Parteien-Regierungskoalition noch für Spannungen sorgen.

Homosexualität: Israel zählt zu den tolerantesten Ländern im Nahen Osten

Israel ist in den vergangenen Jahrzehnten deutlich toleranter gegenüber Homosexualität geworden und zählt zu den tolerantesten Ländern im Nahen Osten. Vor allem die Küstenmetropole Tel Aviv gilt als besonders liberal. Mehrere Parlamentsabgeordnete leben bereits offen homosexuell. Allerdings dürfen gleichgeschlechtliche Paare bislang nicht heiraten.

Israels Regierung hat nur drei Wochen nach ihrer Vereidigung bei einer wichtigen Abstimmung eine schmerzhafte Niederlage erlitten. Das Parlament sollte über die Verlängerung eines seit dem Jahr 2003 geltenden umstrittenen Gesetzes abstimmen. Dieses verweigert Palästinenser:innen den Zuzug, auch wenn sie mit einem israelischen Staatsbürger verheiratet sind. (Carolin Eberth)

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare