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Corona-Impfung

Israel: Palästinensische Arbeiter müssen im Land bleiben – sollen aber nicht geimpft werden

  • Marvin Ziegele
    vonMarvin Ziegele
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Israel hat beim Kampf gegen das Coronavirus die Nase vorne. Doch die gute Impfstrategie gilt nicht für alle Menschen.

  • Zahlreiche Menschen in Israel sind bereits gegen das Coronavirus geimpft.
  • Allerdings gilt das nicht für alle Menschen.
  • Palästinensische Arbeiter müssen wegen des Lockdowns in Israel bleiben, werden aber nicht geimpft.

Tel Aviv – Zehntausende palästinensische Arbeiter:innen aus dem Westjordanland überqueren täglich die Grenze nach Israel, um dort zu arbeiten. Doch an eine Rückkehr nach zu Hause ist während der Corona-Pandemie nicht zu denken. Die Arbeiter werden gezwungen, die Nächte in Israel zu verbringen. Doch Israel sieht davon ab, die Palästinenser impfen zu wollen, wie die israelische Zeitung „Haaretz“ berichtet.

Mehr als 30.000 Palästinenser müssen in Israel bleiben

Seit dem Start des dritten Lockdowns in Israel sind rund 30.000 palästinensische Arbeiter:innen aus dem Westjordanland notdürftig dazu gezwungen, nach getaner Arbeit ihr Nachtlager in Israel aufzuschlagen. Die Gesetze besagen, dass diese Arbeitenden wegen der Corona-Pandemie so lange innerhalb des Landes bleiben müssen, bis es neue Richtlinien gibt. Ein Statement des israelischen Gesundheitsministeriums vom 10. Februar 2021 besagt auch, dass Palästinenser, die sowohl legal als auch illegal in Israel arbeiten, nicht gegen Covid-19 geimpft werden.

Corona in Israel
Einwohner9,3 Millionen
Fälle gesamt738.629
Genesen681.022
Todesfälle5.473
Geimpft 4,1 Millionen (Erstimpfung), 2,7 Millionen (Zweitimpfung)

Viele der Arbeitenden aus dem Westjordanland arbeiten in der Bauindustrie. Am Donnerstag wollte sich der Vorsitzende der Bau-Union, Raoul Sarugo, mit Offiziellen des israelischen Gesundheitsministeriums treffen, um den Konflikt beizulegen. Laut „Haaretz“ habe die Union einen Plan entwickelt, mit dem palästinensische Arbeiter:innen an acht Checkpoints geimpft werden könnten. Eine Genehmigung seitens des israelischen Gesundheitsministeriums steht noch aus.

Israel: Mehr als die Hälfte der Menschen geimpft

Mehr als die Hälfte aller Menschen in Israel über 30 Jahren ist mindestens ein Mal gegen das Coronavirus geimpft worden. Dies schrieb Gesundheitsminister Juli Edelstein am Mittwoch bei Twitter. Insgesamt wurden seit dem 19. Dezember etwa 4,1 Millionen Erst- und 2,7 Millionen Zweitimpfungen verabreicht. Israel hat rund 9,3 Millionen Einwohner. Rund 30 Prozent davon sind jünger als 16 Jahre; diese Gruppe kann vorerst nicht geimpft werden.

Einem palästinensischen Arbeiter wird nach seiner Rückkehr aus Israel die Temperatur gemessen.

Zum Vergleich: Deutschland hat etwa neunmal so viele Einwohner wie Israel. Dort erhielten bislang etwa 2,8 Millionen Menschen eine erste und rund 1,5 Millionen auch eine zweite Impfung (Stand 16. Februar).

Die Impfkampagne in Israel hatte im Vergleich zu Spitzenzeiten zwischenzeitlich etwas an Fahrt verloren. Um ihr neuen Schwung zu verleihen, bemüht sich die Regierung, insbesondere ältere zögernde und jüngere Menschen zur Impfung zu bewegen. Für einen Anreiz sollen Privilegien für Geimpfte sorgen, die am Sonntag eingeführt werden. (Marvin Ziegele)

Rubriklistenbild: © HAZEM BADER/AFP

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