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Israels Präsident Herzog
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Israels Präsident Herzog wirft dem Eiscreme-Hersteller Ben & Jerry‘s „wirtschaftlichen Terrorismus“ vor.

„Antisemitische Eiscreme“

„Neue Art des Terrorismus“: Israel reagiert auf Eis-Hersteller Ben & Jerry‘s

  • Lukas Rogalla
    VonLukas Rogalla
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Israel reagiert auf die Entscheidung von Ben & Jerry‘s, kein Eis mehr in Siedlungsgebieten zu verkaufen und warnt Unilever vor „jeder Art des Boykotts“.

Jerusalem – Ben & Jerry‘s ist nicht nur weltweit für Eiscreme, sondern auch für seine politischen und sozialen Meinungen bekannt, die nicht überall gut ankommen. So hatte das Unternehmen, das seit zwei Jahrzehnten zum Konzern Unilever gehört, beispielsweise seine Unterstützung für die Black-Lives-Matter-Bewegung in den USA, LGBTQ-Rechte und mehr Klimaschutz bekundet. Auch für mehr Rechte von Geflüchteten hatte sich Ben & Jerry‘s ausgesprochen und dabei über Twitter eine Auseinandersetzung mit der britischen Innenministerin Priti Patel gesucht.

Nun sorgt Ben & Jerry‘s erneut für Schlagzeilen. Weil Israel die von Palästinenser:innen beanspruchten Gebiete im Westjordanland und in Ostjerusalem aus völkerrechtlicher Sicht illegalerweise besetzt und besiedelt, stoppt der Eiscreme-Hersteller den Verkauf in den besagten Landesteilen. „Es ist mit unseren Werten nicht vereinbar“, heißt es in einer Erklärung der Firma. Die Entscheidung spiegele die Bedenken der „Fans und engen Partner“ wider. Israel reagiert auf den Beschluss – und erhebt selbst schwere Vorwürfe.

Israel: Präsident Herzog und Ministerpräsident Bennett greifen Eis-Hersteller Ben & Jerry‘s an

Für den Vertrieb seiner Produkte in den Gebieten, die Israel im Sechstagekrieg 1967 erobert hatte, will Ben & Jerry‘s keine neuen Lizenzen erteilen. Diesen Boykott nennt Yitzhak Herzog „eine neue Art des Terrorismus, wirtschaftlichen Terrorismus“. Der Präsident des selbsterklärten Nationalstaats des jüdischen Volkes verurteilte das Unternehmen bei einem Auftritt am Mittwoch (21. Juli 2021) scharf: „Der Terrorismus versucht, den Bürgern Israels und der Wirtschaft Israels zu schaden. Wir müssen uns diesem Boykott und Terrorismus in jeder Form widersetzen“, zitiert ihn die Zeitung Haaretz.

Die Boykott-, Divestment- (in etwa Rückzug von Investitionen) und Sanktions-Kampagne gegen Israel „suche keinen Frieden und wolle die Existenz des Staats Israel untergraben“, fügte Herzog hinzu. „Es zielt auf die israelische Wirtschaft ab.“ Ben & Jerry‘s werde auch weiterhin in Israel bleiben und dort Eiscreme verkaufen, hieß es in der Erklärung. Man arbeite derzeit an einer anderen Ausrichtung und wolle eine aktuelle Stellungnahme abgeben, „sobald man bereit ist“.

„Antisemitische Eiscreme“ von Ben & Jerry‘s – Israel reagiert gereizt

Der kürzlich neu gewählte Ministerpräsident Israels, Naftali Bennett, griff das Unternehmen aus dem US-Staat Vermont scharf an und sprach von einer Art Rebranding als „antisemitische Eiscreme“. „Es gibt viele Eiscreme-Marken, aber wir haben nur ein Land“, sagte Bennett, der die nationalkonservative Partei HaJamin HeChadasch anführt. Die Entscheidung von Ben & Jerry‘s sei „moralisch falsch“ und werde sich bald auch als „finanziell falsch“ erweisen. „Der Boykott von Israel – eine Demokratie umgeben von Inseln des Terrorismus – reflektiert einen völligen Orientierungsverlust“, hieß es weiter.

Naftali Bennett, Vorsitzender der israelischen ultrarechten Partei Jamina und designierter Premierminister, während einer Kabinettssitzung.

Am Dienstag sprach Naftali Bennett mit Alan Jope, Geschäftsführer von Unilever und kündigte an, dass Israel „aggressiv gegen jede Art des Boykotts gegen seine Bürger vorgehen wird“. (Lukas Rogalla)

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