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Muslimisches Leben

Islam-Studie: Religiosität ist kein Hindernis für Integration

  • Ursula Rüssmann
    VonUrsula Rüssmann
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Deutsche Islam-Konferenz lässt den Alltag von Muslim:innen hierzulande untersuchen. Ergebnis: Die Community ist jung, divers und besser integriert als viele meinen.

Sie ist jung, vielfältig und besser integriert als häufig angenommen: Die Rede ist von der Gruppe der 5,3 bis 5,6 Millionen Muslim:innen, die 2020 in Deutschland lebten. Das Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (Bamf) hat im Auftrag der Deutschen Islam-Konferenz aktuelle Daten über „muslimisches Leben in Deutschland“ zusammengetragen. Die Untersuchung will einen Beitrag leisten zur Versachlichung der Debatte über den Islam in Deutschland und liefert erstmals seit 2015 wieder einen differenzierten Überblick über die Lebenslagen der Bevölkerungsgruppe.

Den Zahlen zufolge leben inzwischen rund 900 000 Muslim:innen mehr in Deutschland als 2008. Das liegt vor allem am Zuzug seit 2015, und der hat die Gruppe auch vielfältiger gemacht: Der Anteil der 2,5 Millionen Menschen mit türkischer Migrationsgeschichte ist im Verhältnis geschrumpft, von fast zwei Drittel (2008) auf 45 Prozent. Gruppen etwa aus Nah- und Mittelost sowie aus Südosteuropa wuchsen. Insgesamt ist die muslimische Bevölkerung deutlich jünger als der Rest: Fast 45 Prozent sind unter 25, nur fünf Prozent älter als 64 Jahre. In der Gesamtbevölkerung machen die Älteren dagegen 21 Prozent aus.

Die Daten zur Integration zeichnen ein Gegenbild der Normalität zu den in der Öffentlichkeit oft dominierenden Warnungen vor sogenannten „Parallelgesellschaften“, Islamismus oder Fernsteuerung aus dem Ausland. So hat dem Bamf zufolge mit 47 Prozent fast die Hälfte der Musliminnen und Muslime einen deutschen Pass, Tendenz steigend. Bei Minderjährigen sind es sogar 68 Prozent. Bamf-Chef Hans-Eckhard Sommer betonte überdies, die Muslim:innen grenzten sich nicht ab, sondern fühlten sich mit Deutschland verbunden. Wenn Musliminnen und Muslime in einen Verein eintreten, gehen sie meist in deutsche Vereine. Zwei Drittel geben an, dass sie im Freundeskreis oft Kontakt zu Personen deutscher Herkunft haben und wünschen sich davon mehr.

Auch zur Religiosität fördert die Studie Bemerkenswertes zutage. Zugewanderte sind mit mehr als 80 Prozent deutlich häufiger gläubig als nicht Zugewanderte - egal, welche Religion sie haben. Zugleich halten sich 70 Prozent der Muslim:innen an religiöse Speise- und Getränkevorschriften, aber nur jede:r Vierte geht einmal pro Woche in die Moschee. Ein Viertel gibt an, nie zu beten.

Vielfalt gibt es auch beim Thema Kopftuch: Weniger als ein Drittel trägt es, religiöse Gründe sind das überragende Motiv, nur fünf Prozent geben Erwartungen im Familienkreis als Grund an. Allerdings gibt ein Drittel an, aus Angst vor Benachteiligung kein Kopftuch zu tragen. mit epd

Kommentar Seite 13

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