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Lage droht zu eskalieren – Erneut Auseinandersetzungen auf dem Tempelberg

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Von: Karolin Schäfer

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Israelische Sicherheitskräfte halten einen palästinensischen Demonstranten in der Nähe des Damaskustors außerhalb der Altstadt fest. Der Flaggenmarsch findet seit Jahrzehnten jährlich am Jerusalem-Tag statt.
Israelische Sicherheitskräfte halten einen palästinensischen Demonstranten in der Nähe des Damaskustors außerhalb der Altstadt fest. Der Flaggenmarsch findet seit Jahrzehnten jährlich am Jerusalem-Tag statt. © Mahmoud Illean/dpa

Vor einem umstrittenen Flaggenmarsch auf dem Tempelberg in Israel kommt es zu Konfrontationen. Die Polizei ist in Alarmbereitschaft.

Jerusalem – Auf dem Tempelberg in Jerusalem ist es am Sonntag (29.05.2022) erneut zu Konfrontationen gekommen. Palästinenser:innen gerieten mit jüdischen Besucher:innen vor einem umstrittenen Flaggenmarsch aneinander, bestätigte die örtliche Polizei. Etwa 2600 Jüdinnen und Juden sollen die heilige Stätte in Israel besucht haben.

Einige von den Besuchenden beteten und schwenkten israelische Flaggen. Das ist einer Vereinbarung mit den muslimischen Behörden zufolge allerdings verboten. Die jüdischen Besucher:innen dürfen die Anlage lediglich betreten. Nach Angaben der Polizei gab es nach den Auseinandersetzungen einige Festnahmen.

Israel: Konfrontation auf dem Tempelberg – Polizei in Alarmbereitschaft

Der Tempelberg (Al-Haram al-Scharif) mit dem Felsendom und der Al-Aksa-Moschee gilt als drittheiligste Stätte im Islam. Da hier früher zwei jüdische Tempel standen, ist die Anlage auch für Jüdinnen und Juden heilig. Der Tempelberg steht unter muslimischer Verwaltung, Israel ist für die Sicherheit zuständig.

Israels Polizei ist vor Sorge einer drohenden Eskalation in höchster Alarmbereitschaft. Der Flaggenmarsch soll von etwa 3000 Sicherheitskräften am Nachmittag gegen 16 Uhr (Ortszeit) begleitet werden. Damit wollen nationalistische Israelis an die israelische Besetzung von Ost-Jerusalem im Sechs-Tage-Krieg 1967 erinnern. Der jährlich stattfindende Marsch soll auch durch das muslimische Viertel der Altstadt führen, was Palästinenser:innen als Provokation deuten.

Nach Informationen der Deutschen Presse-Agentur (dpa) liefen bereits Stunden vor dem offiziellen Marsch zahlreiche junge Israelis mit blau-weißen Flaggen durch das Viertel. Dabei soll es zum Teil zu Auseinandersetzungen mit arabischen Händlern gekommen sein.

Auseinandersetzung auf dem Tempelberg in Israel – Hamas drohen mit gewaltsamer Reaktion

Die im Gazastreifen herrschende Hamas hatten im Vorfeld mit einer gewaltsamen Reaktion gedroht. „Wir werden nicht zögern, alle denkbaren Mittel einzusetzen, um ein ‚mögliches‘ Eindringen in unsere heiligen Stätten zu stoppen“, erklärte Ghasi Hamad vom politischen Büro der radikalislamischen Hamas nach Angaben der Agence France-Presse (afp).

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Bereits im vergangenen Jahr gab es beim Flaggenmarsch am 10. Mai schwere Konfrontationen zwischen israelischen Sicherheitskräften und Palästinensern in Ost-Jerusalem. Zudem musste der Marsch aufgrund eines Raketenangriffs der Hamas abgebrochen werden. Die Krawalle mündeten in einen elftägigen Konflikt, bei dem 255 Palästinenser:innen getötet wurden. In Israel verloren 14 Menschen ihr Leben. (kas/dpa/afp)

Bereits um die Osterfeiertage gab es Konfrontationen auf dem Tempelberg in Jerusalem. Dabei wurden zahlreiche Menschen verletzt.

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