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Noch liefert der Iran Öl nach Europa - doch das soll sich bald ändern.

Nach dem Ölembargo der EU

Iran will Öllieferungen nach Europa stoppen

Nachdem die EU ein Ölembargo gegen den Iran beschlossen hat, will Teheran über einen sofortigen Stopp der Öllieferungen nach Europa entscheiden. Schon am Sonntag soll das Abgeordnetenhaus über einen Gesetzentwurf abstimmen, erklärt ein iranischer Abgeordneter.

Nach dem von der EU beschlossenen Ölembargo gegen den Iran will Teheran schon am (morgigen) Sonntag über einen sofortigen Stopp der Öllieferungen nach Europa entscheiden. Ein iranischer Abgeordneter erklärte am Samstag, der Energieausschuss des Parlaments habe einen entsprechenden Gesetzentwurf vorbereitet. Über diesen werde das gesamte Abgeordnetenhaus am Sonntag debattieren und abstimmen, schrieb der stellvertretende Vorsitzende des Energieausschusses, Nasser Soudani, auf der Website des Parlaments.

„Solange die EU das Ölembargo nicht aufhebt, werden wir ihnen keinen Tropfen Öl geben“, zitierte das staatliche Fernsehen den Abgeordneten Soudani.

Die Europäische Union hatte am Montag einen Boykott iranischer Ölprodukte vereinbart, um das Land zum Einlenken im Atomstreit zu bewegen. Auch die USA hatten Strafmaßnahmen verhängt. Der Westen wirft dem Iran vor, die Entwicklung von Atomwaffen anzustreben. Teheran bestreitet das.

Etliche iranische Abgeordnete und Regierungsvertreter riefen bereits zu einem sofortigen Stopp der Öllieferungen nach Europa auf, bevor das Ölembargo der EU im Juli in Kraft tritt. Sie argumentieren, dass die 27 EU-Länder nur etwa 18 Prozent der Erdölverkäufe des Irans ausmachten und Europa von der Entscheidung härter getroffen werde als der Iran. China, Hauptabnehmer iranischen Öls, hatte das Embargo der EU kritisiert.

„Wir wollen transparente Verhandlungen“

Der Direktor des staatlichen Ölunternehmens, Ahmed Kalebani, sagte, die EU müsse entweder langfristige Lieferverträge mit dem Iran abschließen oder ohne iranisches Öl auskommen. „Einige europäische Unternehmen wollen weiterhin iranisches Öl erhalten“, zitierte die halbamtliche Nachrichtenagentur ISNA Kalebani. „Wir wollen, dass diese Unternehmen mit uns transparente Verhandlungen über langfristige Verträge aufnehmen oder ab sofort kein Öl mehr vom Iran kaufen“, erklärte Kalebani. Die Entscheidung eines sofortigen Lieferstopps müsse von der obersten Führungsriege gebilligt werden.

Wenn das Parlament das Gesetz verabschiedet, muss der iranische Wächterrat diesem zustimmen, damit es in Kraft treten kann. (dapd)

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