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Islamische Republik

Iran kommt Atomwaffen immer näher - 16 Mal so viel angereichertes Uran wie erlaubt

  • Alexander Seipp
    VonAlexander Seipp
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Der Iran hat 16 Mal so viel angereichertes Uran, wie im Atomabkommen erlaubt. Die Internationale Atomenergiebehörde ist besorgt über wie fortschreitende Anreicherung.

Wien – Dass der Iran versucht Uran anzureichern, ist bereits seit längerem bekannt. Unklar war bisher nur, wie viel des stark radioaktiven Materials der Staat bereits besitzt. Doch nun gibt es Licht im Dunkeln: 3241 Kilogramm angereichertes Uran, so schätzt die Internationale Atomenergiebehörde (IAEA) die „Vorräte“ des Irans ein. Dies sind 16 Mal mehr, als im internationalen Atomabkommen von 2015 eigentlich vereinbart wurde. Dies geht aus einem Bericht der Behörde hervor, über den die AFP berichtet.

IAEA-Chef Rafael Grossi beklagte die fehlenden Informationen der iranischen Regierung zu verdächtigen Anlagen. Immer wieder wurde die Behörde an Kontrollen gehindert, insbesondere nach dem Attentat auf einen Atomforscher im November 2020. Er sei besorgt, „dass die technischen Diskussionen zwischen der IAEA und dem Iran nicht die erwarteten Ergebnisse gebracht haben“. Es müsse Klarheit geben, an welchen Standorten Uran angereichert wird. Laut Grossi gebe es „klare Hinweise“ auf mindestens drei, nicht deklarierte Standorte zur Urananreicherung in Iran. Dort sei entweder direkt radioaktives Material oder kontaminierte Ausrüstung gefunden worden.

Iran: Anreicherung von Uran schreitet voran – Schwelle für Atomwaffen noch nicht erreicht

Dem Bericht der IAEA zufolge verfügt der Iran inzwischen über etwa 62,8 Kilogramm mit mehr als 20 Prozent Anreicherung sowie über 2,4 Kilogramm 60-prozentiger Anreicherung. Das internationale Uranabkommen von 2015 gestattet dem Iran eine Urananreicherung von 3,67 für die zivile Nutzung in Atomkraftwerken und eine Obergrenze von maximal 202,8 Kilogramm, so die AFP.

Zentrifugen zur Urananreicherung in der Anlage Natans im Iran. Bald könnte der Staat eine genügende Anreicherung erreicht haben, um Atomwaffen herzustellen.

Obwohl das Abkommen formal noch Bestand hat und einige Länder es retten wollen, hat der Iran jedoch bereits im Januar mit einer Erhöhung der Urananreicherung auf 20 Prozent begonnen. Im April wurde dann angekündigt, auf bis zu 60 Prozent anreichern zu wollen. Dies löste international große Besorgnis aus. Denn damit kommt der Iran schrittweise einer 90-prozentigen Anreicherung von Uran, die laut Experten für die Herstellung von Atomwaffen nötig ist, immer näher.

Iran
HauptstadtTeheran
PräsidentHassan Rohani
Bevölkerung82,91 Millionen (2019)

Anreicherung von Uran im Iran seit Explosion in Atomanlage Natans langsamer

Wegen iranischer Zugangsbeschränkungen habe die IAEA nicht den gesamten Bestand kontrollieren können, erklärte ein mit dem Verfahren vertrauter Diplomat der AFP. Die Daten zum angereicherten Material seien jedoch zutreffend. Das Tempo der iranischen Anreicherung hatte sich jedoch nach der Explosion in der Atomanlage Natans im April verlangsamt. Der Iran hatte Israel für den Vorfall verantwortlich gemacht.

Währenddessen gehen in Wien die Verhandlung zur Wiederbelebung des internationalen Atomabkommens weiter. Damit soll verhindert werden, dass der Iran eine Atomwaffe bauen kann. US-Präsident Barack Obama hatte das Abkommen 2015 ins Leben gerufen, sein Nachfolger Donald Trump hatte es jedoch 2018 verlassen und hatten neue Sanktionen verhängt. Seitdem trat auch der Iran schrittweise von den Verpflichtungen des Abkommens zurück.

Atomabkommen mit dem Iran: US-Regierung signalisiert Verhandlungsbereitschaft

Die neue US-Regierung unter Joe Biden hat jedoch grundsätzlich Verhandlungsbereitschaft gegenüber dem Iran signalisiert. Zunächst müsse der Iran jedoch zu den Verpflichtungen des Abkommens zurückkehren. Der Iran nennt jedoch die Aufhebung der US-Sanktionen als Bedingungen für neue Verhandlungen. Neben den beiden Staaten sind auch die EU, Deutschland, Frankreich, Großbritannien, China und Russland an dem Abkommen beteiligt. (als mit AFP)

Rubriklistenbild: © dpa/Atomic Energy Organization of Iran

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